Wahl ums Arboner Stadtpräsidium: Die SVP hat einen Interessenten

SP, FDP und SVP führen nächste Woche ihre Nominationsversammlungen durch. Dabei könnte quasi in letzter Minute doch noch ein Gegenkandidat zu Dominik Diezi aus dem Hut gezaubert werden. Zumindest bei der SVP hat sich kürzlich jemand gemeldet.

Annina Flaig
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In Arbon wird ein neuer Stadtpräsident gesucht. (Archivbild: Max Eichenberger)

In Arbon wird ein neuer Stadtpräsident gesucht. (Archivbild: Max Eichenberger)

Der Countdown läuft: Es verbleiben 25 Tage. Bis dahin müssen die Formulare mit Wahlvorschlägen für die Wahl des Arboner Stadtpräsidenten vom 10. Februar bei Stadtschreiberin Andrea Schnyder eintrudeln. Seit Monaten gibt es in Arbon nur einer, der sich dieses Amt zutraut und den zurücktretenden Andreas Balg beerben will. Es ist Dominik Diezi (CVP). Letzte Woche wurde er von seiner Partei nominiert.

Die Nominationsversammlungen von SP, FDP und SVP finden nächste Woche am Mittwoch und Donnerstag statt. In Arbon erzählt man sich, die FDP versuche derzeit noch jemanden zu überzeugen und als Kandidaten zu gewinnen. «Nein, der Prozess ist abgeschlossen», dementiert Max Gimmel, Co-Präsident der FDP die Gerüchte. Es stimme zwar, dass man bis vor kurzem einen ausgewiesenen Vertreter der FDP zu überzeugen versucht habe. Dieser könne aber aus beruflichen Gründen nicht kandidieren.

FDP will keinen Pro-forma-Kandidaten

Gimmel verrät ausserdem, dass sich auf das Zeitungsinserat, welches FDP und XMV im Sommer gemeinsam geschaltet hatten, verspätet noch ein Interessent gemeldet hatte. «Die Parteileitung hat jene Kandidatur aber als wenig chancenreich beurteilt.» Es sei wichtig, jemanden mit ähnlichen Wahlchancen wie Dominik Diezi zu finden. «Sonst verkommt der Gegenkandidat zum Pro-forma-Kandidat.»

Während die FDP nun offen informiert, hält sich die SP noch bedeckt. Die Partei will laut Präsident Lukas Graf erst am Mittwoch definitiv bekannt geben, wen man unterstützt. Auch Graf hatte stets betont, dass man bemüht sei, einen eigenen Kandidaten zu finden.

SVP diskutiert über eine späte Kandidatur

Weniger geheimniskrämerisch gibt man sich bei der SVP. Nachdem der Wunschkandidat und amtierende Tübacher Gemeindepräsident Michael Götte der Arboner Ortspartei im Sommer einen Korb gegeben hatte, war die SVP lange erfolglos auf der Suche. Nun könnte es eine Wende geben: «Wie aus dem Nichts hat sich letzte Woche ein Interessent gemeldet», verrät Konrad Brühwiler, Stadtrat und Vizepräsident der SVP-Ortspartei. Es sei jemand, der nicht im Kanton wohne, in SVP-Kreisen aber einigermassen bekannt sei. Der Vorstand wolle sich nun über Sinn und Unsinn einer so späten Kandidatur besprechen und entscheiden, ob man diesen Kandidaten nächste Woche offiziell nominieren will. «Wir freuen uns, dass sich jemand gemeldet hat, bedauern aber auch, dass diese Meldung so spät erfolgte», sagt Brühwiler.

Als wieder kandidierender Stadtrat werde er sich jedoch nicht in die Wahlen einmischen, um so mit jeder gewählten Person vorbehaltlos zusammenarbeiten zu können. Brühwiler, der sich für die Vorlage «Lebensraum Altstadt» öffentlich und an der eigenen Parteiversammlung starkgemacht hatte, ist deswegen mit seiner Partei in die Bredouille geraten. «Ja, mein Engagement wurde im Vorstand kritisiert. Doch dies gehört nach meiner Meinung zum System des Kollegialitätsprinzips», sagt er dazu. Und: «Wir haben die Sache im Vorstand bereinigt.» Er sei nach wie vor sehr motiviert, für eine weitere Amtszeit anzutreten.

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Annina Flaig