VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri
«Zuerst habe ich mein Göttimeitli angerufen»: Michael Stäheli-Engel ist neuer Schulpräsident

Der Schulevaluator des Kantons Thurgau setzt sich gegen den Amriswiler Kulturbeauftragten Andreas Müller klar durch.

Manuel Nagel
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Michael Stäheli-Engel weist der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri die nächsten vier Jahre den Weg.

Michael Stäheli-Engel weist der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri die nächsten vier Jahre den Weg.

Bild: Manuel Nagel

Um 19.53 Uhr traf die mit Spannung erwartete E-Mail ein, während die Hauptausgabe der Tagesschau, in der Politexperten sämtliche Abstimmungsresultate der Schweiz analysiert hatten, soeben zu Ende ging.

Es ist ausgeschlossen, dass die Wahl Michael Stäheli-Engels zum neuen Schulpräsidenten von Amriswil, Hefenhofen und Sommeri es in die nationalen Nachrichten geschafft hätte, doch die beiden Kandidaten wurden aussergewöhnlich lange auf die Folter gespannt. Der Grund für diese Verzögerung liegt nicht bei einem knappen Resultat, denn Michael Stäheli holte mit 1502 beinahe doppelt so viele Stimmen wie sein Kontrahent Andreas Müller, dessen Namen 769 Personen auf den Wahlzettel geschrieben haben.

Schulpräsident Christoph Kohler.

Schulpräsident Christoph Kohler.

Bild: Manuel Nagel
«Wir haben mit 25,9 Prozent eine ausserordentlich hohe Stimmbeteiligung gehabt.»

So lautete die Erklärung des amtierenden Schulpräsidenten Christoph Kohler. Zudem habe man kurzfristig auf drei Urnenoffizianten verzichten müssen. «Dennoch haben wir alle Stimmen zweimal gezählt, denn das Resultat muss schliesslich stimmen, egal wie viele Stimmenzähler uns zur Verfügung stehen», sagt Kohler.

Telefonat mit Göttimeitli als erste Handlung

Michael Stäheli blieb dennoch gelassen, auch wenn sein Wahlsieg noch nicht fest stand, als um 17 Uhr sein Göttimeitli zu Besuch kam, weil es ihm gratulieren wollte. Und als es um halb acht Uhr im Unwissen wieder nach Hause ging, da es morgen früh zur Schule muss, versprach Stäheli seinem Patenkind, es auf der Stelle anzurufen, sobald er das Wahlresultat erfahren habe.

Unmittelbar nach dem Telefonat mit dem Göttimeitli sei es dann auch losgegangen mit den Glückwünschen auf allen möglichen Kanälen, «ja selbst an der Haustüre hat es noch zweimal geklingelt», verrät Stäheli. Dazu kamen alleine in der ersten halben Stunde nach Bekanntwerden des Resultats mehrere Dutzend Nachrichten auf das Smartphone. Michael Stäheli-Engel sagt lachend:

Michael Stäheli-Engel.

Michael Stäheli-Engel.

Bild: Manuel Nagel
«Es dauert wohl einige Zeit, bis ich die alle beantwortet habe.»

Das deutliche Verdikt des Wahlvolkes freue ihn sehr, lässt der Sieger verlauten. Aufgrund seiner Gespräche mit der Bevölkerung habe sich ein solches Resultat auch abgezeichnet, «aber man weiss einfach nie, was am Wahltag dann passiert», sagt Michael Stäheli. «Ich habe mir selbstverständlich ein klares Resultat gewünscht.»

«Habe Wahlkampf nicht als lustvoll empfunden»

Mental sei er jedoch schon weit über den Zeitpunkt der Wahl hinaus. «Ich denke nicht, mit dieser Wahl etwas geschafft zu haben. Die Arbeit geht jetzt erst los.» Und Stäheli verhehlt auch nicht, dass der Wahlkampf ihm kein Vergnügen bereitet habe. «Er ist zwar nötig, aber Werbung in eigener Sache zu machen, das liegt mir nicht.» Es gehe ihm um die Schule, sagt Stäehli, und ihn beschäftige bereits, wie er die Qualität der Volksschulgemeinde gestalten könne. Es scheint, als werde der Übergang von Stähelis aktuellem Beruf als Schulevaluator des Kantons hin zum Schulpräsidenten nahtlos vonstatten gehen.

Für diese Aufgabe wünscht der unterlegene Andreas Müller, der natürlich enttäuscht ist, dem Sieger alles Gute und gratuliert Michael Stäheli zur Wahl.

Andreas Müller muss sich Michael Stäheli geschlagen geben.

Andreas Müller muss sich Michael Stäheli geschlagen geben.

Bild: Donato Caspari