VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri
Ein Flyer zur Schulbehördenwahl sorgt für Irritation: «Es erstaunt schon ein bisschen...», schreibt ein Amriswiler Schulbürger

Rolf Hess findet es seltsam, dass auf einem Flyer zur Wahl der Schulbehörde nur die sechs Bisherigen von insegsamt neun Kandidierenden zur Wahl empfoheln werden. Er sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung.

Manuel Nagel
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Das Volksschulgemeindelogo rechts oben verleiht dem Flyer der sechs Bisherigen einen offiziellen Anstrich.

Das Volksschulgemeindelogo rechts oben verleiht dem Flyer der sechs Bisherigen einen offiziellen Anstrich.

Bild: Manuel Nagel
(16. Februar 2021)

Als ehemaliger Thurgauer Kantonszahnarzt ist sich Rolf Hess gewohnt, zu bohren und auf den Zahn zu fühlen, wenn etwas nicht so ist, wie es seiner Meinung nach sein sollte. Als er in den letzten Tagen seinen Briefkasten öffnete und darin einen Wahlflyer für die Schulbehörde vorfand, so verursachte dieser zwar keine Schmerzen, jedoch Irritation bei Hess.

Rolf Hess.

Rolf Hess.

Bild: Manuel Nagel (Amriswil, 16. Februar 2021)
«Es erstaunt schon ein bisschen, dass die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri mit einem Flyer an alle Haushaltungen nur ausgewählte Kandidatinnen und Kandidaten in ihre Behörde empfiehlt.»

Das schreibt Hess der «Thurgauer Zeitung» in einem Leserbrief, «zumal drei weitere Kandidaten mit einer starken Wählerschaft im Hintergrund zur Verfügung stehen». Er meint damit Sascha Angehrn, Sekundarlehrer und Schulleiter, der von der FDP portiert wird, David Stucki, den diplomierten Sozialpädagogen, der für die SP ins Rennen geht, und Projektleiter Claudio Zaffonato, der zwar keine Partei im Rücken hat, jedoch im Amriswiler Stadtrat sass.

Weil auf dem Wahlflyer für die sechs bisherigen Schulbehördenmitglieder das Logo der VSG prangt, vermutete Hess, «dass auch die Schule dahinter steht».

Schulbehörde strebt Kontinuität an

Dem sei nicht so, verrät Samuel Oberholzer, Vizepräsident der VSG und einer der sechs Wiederkandidierenden. Er sagt:

Samuel Oberholzer,Vizepräsident der VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri.

Samuel Oberholzer,
Vizepräsident der VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri.

Bild: PD
«Die Initiative für den aktuellen Flyer geht ausschliesslich von den bisherigen Behördenmitgliedern aus, die erneut kandidieren. Er wird von diesen privat bezahlt.»

Ein solch gemeinsames Vorgehen im Wahlkampf habe es bisher bei jeder Erneuerungswahl, seit die VSG existiere, gegeben. «Damit soll neben der Erneuerung – zwei bisherige Behördenmitglieder und das Präsidium treten nicht mehr an – auch Kontinuität angestrebt werden», erklärt Samuel Oberholzer, weshalb er mit Severin Gutjahr-Preisig, Silvia Brunner, Cornelia Kuster, Renate Koch und Melanie Lüthi den Flyer kreiert und verteilt hatte.

Rolf Hess ist beruhigt, dass nicht die Volksschulgemeinde die Wahlwerbung finanziert hat, sondern die sechs Kandidierenden. Der Schulbürger sagt klar und deutlich.

«Hätte der Steuerzahler dafür aufkommen müssen, wäre das ein Skandal gewesen.»

Dass dafür jedoch das offizielle VSG-Logo verwendet wurde, findet Rolf Hess dennoch nicht korrekt.

Der Uramriswiler begrüsst, dass dank des Trios die Wahl am 7. März überhaupt zur Auswahl wird. Es sei nicht selbstverständlich, dass Leute noch für ein öffentliches Amt kandidierten. Zum Schluss seines Leserbriefs schreibt Rolf Hess:

«Verbunden mit dem Dank, dass sie sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellen, verdienen diese drei Persönlichkeiten die Wahl in die Schulbehörde.»