Vorstoss
Zwei Kreuzlinger Parlamentarier fordern vom Stadtrat mehr Engagement in Sachen Coronahilfe

Die Pandemie trifft Sportvereine, Kulturschaffende und Gewerbebetriebe womöglich hart. Christian Brändli (FDP) und Andreas Hebeisen (SP) wollen, dass die Exekutive mehr Massnahmen in Aussicht stellt.

Martina Eggenberger Lenz
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Die Handballer des HSC Kreuzlingen bleiben fokussiert.

Die Handballer des HSC Kreuzlingen bleiben fokussiert.

Bild: Michel Canonica (26. September 2020)

Nach dem Lockdown im Frühling konnten Kreuzlinger Vereine Soforthilfe in Form eines Darlehens beantragen. Davon machten drei Sportclubs Gebrauch: Der Handballclub, der FC und der Eishockeyclub (unsere Zeitung berichtete). Doch diese Art der Hilfe geht einigen zu wenig weit. Nachdem sich nun gezeigt hat, dass der Stadtrat auf eine entsprechende Anfrage der SP nicht eingehen will, schlagen zwei Parlamentarier weiter in die gleiche Kerbe: Christian Brändli (FDP) und Andreas Hebeisen (SP) fordern in einem offenen Brief zusätzliche Massnahmen.

Andreas Hebeisen, SP-Gemeinderat.

Andreas Hebeisen, SP-Gemeinderat.

Bild: PD

Geht es dem Gewerbe schlecht, geht es den Vereinen schlecht

Die Verfasser sind überzeugt, dass die von Kanton und Bund zur Verfügung stehenden Massnahmen nicht ausreichen, um alle Institutionen und Betriebe vor der Katastrophe zu bewahren. «Denken wir einmal an die Schausteller oder Taxifahrer. An all die Selbstständigen, die keine Reserven haben», sagt Mitautor Christian Brändli. Das Gewerbe und die Existenz der Vereine würden in engem Zusammenhang stehen. Wenn es dem Gewerbe schlecht gehe, fehlen den Vereinen Sponsoringeinnahmen. Die langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die lokalen Vereine seien daher noch nicht abschätzbar.

Als positives Beispiel wird der Einsatz der Stadt Frauenfeld genannt. Diese hat einen Covid-Fonds eröffnet und darin über eine Million Franken eingelegt. Der Fonds dient der Bewältigung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Coronakrise mittels Finanzierung zukunftsweisender Projekte aus Wirtschaft und Gesellschaft. Brändli sagt:

Christian Brändli, FDP Gemeinderat.

Christian Brändli, FDP Gemeinderat.

Bild: PD
«Ich beobachte die Entwicklung schon seit Monaten. Frauenfeld handelt. Der Kreuzlinger Stadtrat hat derweil sieben Monate gebraucht, um die einfache Anfrage von Ruedi Herzog zu beantworten.»

Mit der Antwort des Stadtrates ist das Duo ganz und gar nicht zufrieden. Sie sei eine Bankrotterklärung vor der Situation. Auch wenn diese alles andere als einfach sei, fordere man den Stadtrat dringend auf, sämtliche möglichen weiteren Massnahmen zu prüfen und schnellstmöglich umzusetzen.

«Im Vordergrund steht die wirksame Unterstützung von Organisationen und Institutionen in unserer Stadt, deren Fortbestand davon abhängt.»

Christian Brändli ist überzeugt, dass jetzt finanzielle Hilfe geleistet werden muss, um Bestehendes zu retten. «Im Nachhinein ist es auf jeden Fall teurer.» Die Stadt verfüge über genügend Mittel in «Kässeli» wie beispielsweise jenem der Parkeinnahmen. «Man muss nur etwas kreativ denken.»

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