Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Vorschriften der Stadt verhindern Treffpunkt des Betula in Romanshorn

Im ehemaligen Schuhgeschäft Haberer eröffnet in zwei Wochen ein Nagelstudio. Das Betula wollte dort einen Ort der Begegnung schaffen. Die Stadt war dafür jedoch nicht zu haben.
Natascha Arsic
Statt eines Freizeitraums entsteht im ehemaligen Schuhgeschäft Haberer ein Nagelstudio. (Bild: Donato Caspari)

Statt eines Freizeitraums entsteht im ehemaligen Schuhgeschäft Haberer ein Nagelstudio. (Bild: Donato Caspari)

«Die Romanshorner wünschen sich ein einladendes Zentrum mit Herz.» Diesen Leitsatz hielten sie in den Empfehlungen an den Stadtrat zu Begegnungsräumen in der Hafenstadt fest. Ein Freizeitraum des Instituts Betula in der Innenstadt hätte einen Teil dieses Herzens bilden können. Doch die Stadt lehnte die Idee ab.

Stattdessen eröffnet ein Nagelstudio. Was nach einem Widerspruch zu den Wünschen der Bewohner aussieht, ist aber keiner. Rolf Müller, Kommunikationsverantwortlicher, sagt:

«Die Stadt schätzt das langjährige Engagement der Institution für die Gesellschaft.»

Der Gestaltungsplan sieht für die städtische Kernzone als Anspruch allerdings eine publikumsintensive Gewerbe- und Dienstleistungsnutzung vor. Bei der Konkretisierung der Nutzungsabsichten der Räumlichkeiten habe sich gezeigt, dass diese zumindest in einer anfänglichen Phase in erster Linie internen, nicht publikumsorientierten Charakter gehabt hätte, sagt Müller. «Erst später gab es Überlegungen, die Räumlichkeiten teilweise für ein öffentliches Publikum zugänglich zu machen.»

Betula wollte halböffentlichen Raum

«Wir wollten beispielsweise zu Zeiten des Wochenmarkts am Freitagmorgen ein Café betreiben und sonstige Veranstaltungen organisieren, an denen jedermann teilnehmen kann», sagt Christian Brönimann, Co-Leiter der Institution Betula.

Die Idee war, damit einen Ort der Begegnung zu schaffen, wo Leute mit den Bewohnern des Betula in Kontakt treten können. Dies hätte laut Brönimann dazu beigetragen, der hohen Stigmatisierung gegenüber Menschen mit psychischen Krankheiten entgegenzuwirken. An den restlichen Tagen hätte der Freizeitraum als privater Treffpunkt für die Bewohner gedient.

Die Leiter des Betula hatten ihr Projekt den Verantwortlichen der Stadt bereits in der Anfangsphase vorgestellt. Nachdem die Stadt den Verein auf ihre planerischen Rahmenbedingungen hingewiesen hat, zog er sich zurück. Das Konzept des Betula hätte nicht der Laden-Zone entsprochen, sagt Brönimann.

«Für uns wäre die zentrale Lage attraktiv gewesen, aber wir haben den Entscheid akzeptiert.»

Weiterhin auf der Suche

Der Verein gibt jedoch nicht auf. Er ist nach wie vor auf der Suche nach einem zentral gelegenen Raum in der Hafenstadt, wo er einen solchen Treffpunkt anbieten kann. Auch Müller bekräftigt:

«Die Stadt ist mit dem Betula weiterhin im Gespräch für allfällige Lösungen an anderen Standorten.»

Von der Eröffnung des Nagelstudios hat die Stadt Kenntnis genommen: «Die Stadt hat bei zonenkonformen Vermietungen keinen Einfluss, begrüsst es jedoch grundsätzlich, wenn sich Gewerbetreibende in der Hafenstadt ansiedeln.»

Der Verein Betula

Die Institution Betula wird vom Verein getragen. Das Betula begleitet Erwachsene mit einer psychischen Erkrankung und leichten kognitiven Einschränkungen. Es bietet verschiedene Wohn- und Beschäftigungsangebote an: Wohnheim mit Möglichkeit zur 24-Stunden-Betreuung, Wohngemeinschaft mit festen Betreuungszeiten, betreutes Wohnen oder Wohnassistenz in einer eigenen Wohnung. Zudem werden die Bewohner bei der Planung ihrer Tagesstruktur unterstützt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.