Vorhang auf für Comedy in Roggwil

Die «Lachschule» musste letzten Sommer ihre Türen schliessen und ein Umnutzungsgesuch einreichen. Die Gemeinde hat dieses nun bewilligt. Das Kleintheater kann voraussichtlich bald wieder öffnen.

Natascha Arsic
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Das Kleintheater «Lachschule Roggwil» hat Platz für 50 Besucher. (Bild: PD)

Das Kleintheater «Lachschule Roggwil» hat Platz für 50 Besucher. (Bild: PD)

Seit neun Monaten wird im Saal des Roggwiler Kleintheaters nicht mehr gelacht. Die Gastgeber Roli Berner und Jürg Lengweiler mussten den Betrieb wegen einer Einsprache einstellen. Die Chancen stehen gut, dass die «Lachschule» noch vor dem Sommer wieder eröffnet werden kann.

Das Gebäude an der St. Gallerstrasse war früher ein Schulhaus und Kindergarten. Seit 2014 ist das Haus im Besitz von Lengweiler und seiner Partnerin. Die beiden wollten daraus einen Ort der Begegnung schaffen, hatten aber keine konkreten Pläne. Vor zwei Jahren kamen dann Berner und Lengweiler auf die Idee, im alten Schulgebäude ein Kleintheater zu eröffnen.

Schnellverfahren ist gescheitert

Deshalb luden sie die Nachbarn ins alte Schulgebäude ein, schilderten ihnen ihr Vorhaben und sammelten Unterschriften für ein Schnellverfahren. Kurz darauf konnten die beiden Entertainer bereits Veranstaltungen organisieren.

Doch fünf Monate später, im Juni 2018, zog eine Person ihre Unterschrift plötzlich wieder zurück. Sie habe sich umentschieden, weil es bei einem Anlass draussen zu lauten Gesprächen gekommen sei. Danach mussten Berner und Lengweiler weitere Aufführungen auf Eis legen und bei der Gemeinde ein offizielles Umnutzungsgesuch einreichen.

Antwort vom Kanton steht noch aus

Der passionierte Bauchredner Roli Berner. (Bild: Trudi Krieg)

Der passionierte Bauchredner Roli Berner. (Bild: Trudi Krieg)

«Das Gesuch wurde von der Gemeinde bewilligt, es gab keine Einsprachen», sagt Berner. Nun warte er noch auf eine Antwort vom Kanton. Weil im Theater eine kleine Bar betrieben wird, musste ein Gesuch für eine Ausschankkonzession eingereicht werden.

«Ich denke, dass auch dieser Antrag zügig bearbeitet wird.» Erst wenn er die Erlaubnis habe, wolle er mit der Planung neuer Aufführungen beginnen.

«Bislang haben wir vorwiegend mit Comedy-Künstlern gearbeitet, deshalb auch der Name ‹Lachschule›», sagt der Bauchredner. Dieses Konzept solle künftig beibehalten werden, denn die Veranstaltungen seien beim bunt gemischten Publikum stets gut angekommen. Er sagt:

«Die älteste Besucherin war 84 Jahre alt.»

Sie habe ihm erzählt, dass sie seit 20 Jahren nicht mehr so gelacht habe. Bleibt zu hoffen, dass die «Lachschule» ihre Pforten bald wieder öffnen kann. Denn wie heisst es so schön: Lachen ist die beste Medizin.

Das hat Roland Berner alles schon gemacht

Der Thurgauer ist bereits seit über 30 Jahren als Entertainer tätig. Er erhielt zwei Auszeichnungen für die beste Bauchrednershow und stellte drei Mal einen Weltrekord auf. 2016 nahm Berner zudem an der Sendung «Die grössten Schweizer Talente» teil. Letztes Jahr sass er in der Jury des Kleinen Prix Walo.