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«Gemeinden, die einen 1.-August-Funken in Waldesnähe planen, sollten sich zur Sicherheit eine Alternative überlegen» – Kanton Thurgau mahnt zu erhöhter Vorsicht im Umgang mit Feuer

Während Bodensee, Rhein und Thur noch mehrheitlich genügend Wasser führen, ist dies in kleineren Fliessgewässern bereits nicht mehr der Fall. Wegen der Trockenheit ruft der Kanton Thurgau nun zu Sparsamkeit bei der Wasserentnahme auf. Im Umgang mit Feuer im Freien ist zudem Vorsicht geboten.
Larissa Flammer
Im vergangenen Jahr galt ab Juli ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Dieses Jahr ist es im Thurgau noch nicht so weit. (Bild: Benjamin Manser)

Im vergangenen Jahr galt ab Juli ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Dieses Jahr ist es im Thurgau noch nicht so weit. (Bild: Benjamin Manser)

Noch sind die Bäume und Felder grün. Kein Vergleich zur Situation vor einem Jahr, als im Juli bereits die Böden austrockneten, die Sonnenblumen verdorrten und die Bäume ihre Blätter abwarfen.

Trotzdem teilt die Thurgauer Staatskanzlei am Montag mit:

«Aufgrund der kommenden heissen und trockenen Tagen wird um Vorsicht im Umgang mit Feuer im Freien und Rücksicht bei der Wasserentnahme gebeten.»

Fachexperten aus verschiedenen kantonalen Ämtern haben sich am Montagvormittag getroffen und die Lage bezüglich Trockenheit im Thurgau analysiert. Die gleichen Experten wären auch im Fachstab Trockenheit vertreten, den die Regierung auf Antrag der Ämter einsetzen würde, sagt Bettina Kunz vom kantonalen Informationsdienst: «Es kann sein, dass dies in den nächsten Tagen geschehen wird.»

Bleibt Regen aus, kommt ein Wasserentnahmeverbot

Viele kleinere Fliessgewässer im Kanton führen derzeit wenig Wasser. Der Giessen (Weinfelden) und der Altbach (Rickenbach) mussten bereits ausgefischt werden.

Marco Baumann. (Bild: Andrea Stalder)

Marco Baumann. (Bild: Andrea Stalder)

Marco Baumann vom Amt für Umwelt sagt gemäss Medienmitteilung:

«Wir befinden uns derzeit an einer kritischen Schwelle. Kommt in der nächsten Woche kein Regen, kann es zu einem Wasserentnahmeverbot kommen.»

Er bittet die Landwirte, bei Wasserentnahmen aus den Fliessgewässern dem Restwasser Sorge zu tragen. Bodensee, Rhein und Thur führen mehrheitlich noch genügend Wasser, sagt Kunz: «Es ist wichtig zu beobachten, wie sich die Pegel – auch der kleineren Gewässer – diese Woche entwickeln.» Die Experten des Kantons werden sich voraussichtlich diese Woche noch einmal treffen.

Der Giessen in Weinfelden führt bereits sehr wenig Wasser. (Bild: Andrea Stalder, 19.Juli 2019)

Der Giessen in Weinfelden führt bereits sehr wenig Wasser. (Bild: Andrea Stalder, 19.Juli 2019)

«Im Vergleich zum vergangenen Jahr gestalten wir die Sitzungen flexibler, sodass nur einmal pro Woche ein Treffen stattfindet», sagt Kunz. Die Fachexperten hätten zudem bereits relativ früh im Jahr mit den Absprachen begonnen. Im März teilte der Kanton nach einer Reihe solcher Zusammenkünfte mit, dass auch der Winter zu trocken war und der Grundwasserpegel sich nur schlecht erholen konnte.

Feuerverbot in Waldesnähe ist für 1.August möglich

Nebst den Fliessgewässern wird auch laufend die Trockenheitssituation in Bezug auf ein allfälliges Feuerverbot geprüft. Die Waldbrandgefahr befindet sich im Thurgau auf Stufe zwei von fünf. Dennoch lässt sich noch nicht ausschliessen, dass auch dieses Jahr ein Feuerverbot erlassen werden muss, schreibt die Staatskanzlei weiter.

Landregen sei trotz der angekündigten Gewitter nicht in Sicht. Ein totales Feuerverbot wie im Jahr 2018 ist derzeit eher unwahrscheinlich. Eher wahrscheinlich ist ein Feuerverbot in Wald und Waldesnähe. Die Experten bitten die Bevölkerung bereits jetzt um erhöhte Vorsicht im Umgang mit Feuer im Freien.

Bettina Kunz. (Bild: Donato Caspari)

Bettina Kunz. (Bild: Donato Caspari)

Im Hinblick auf den 1.August können noch keine abschliessenden Aussage getroffen werden. Kommt es zu einem Feuerverbot in Wald und Waldesnähe, wäre Feuerwerk mit einem Mindestabstand von 200 Metern zum Wald trotzdem erlaubt. Kunz sagt:

«Gemeinden, die einen Funken in Waldesnähe planen, sollten sich vielleicht zur Sicherheit eine Alternative überlegen.»

Tipps zum Umgang mit der Hitze

Da die kommenden Tage sehr heiss werden, hat das Bundesamt für Umwelt eine Hitzewarnung herausgegeben. Das Amt für Gesundheit des Kantons Thurgau hat seinerseits auf der Website Hinweise im Umgang mit der Hitze aufgeschaltet.

Dort heisst es: «Lang andauernde Hitzewellen können für gewisse Bevölkerungsgruppen, insbesondere für ältere, (chronisch) kranke Personen, schwangere Frauen sowie Kleinkinder ein erhebliches Risiko darstellen.» Die wichtigsten Empfehlungen, um sich vor der Hitze zu schützen:

  • körperliche Anstrengungen vermeiden
  • Wohnung und Körper möglichst kühl halten
  • viel trinken (mindestens 1.5 Liter pro Tag)
  • erfrischende, kühle Speisen zu sich nehmen
  • während und nach sportlichen Betätigungen Salzverlust ausgleichen
  • Personen und Tiere nicht in abgestellten Autos zurücklassen

Eine Umfrage zur aktuellen Situation bei Betroffenen:

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