Vor dem Baden tun die Füsse weh: Die SP Kreuzlingen regt einen Sandstrand im Seeburgpark an

Der steinige Weg, den Badende auf dem Weg ins Wasser zurücklegen müssen, ist zwei Gemeinderätinnen nicht genehm. Er sei gefährlich, schmerzhaft und halte gar einige vom See fern. Elina Müller und Kathrin Wittgen machen einen Verbesserungsvorschlag.

Urs Brüschweiler
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Ein Balanceakt: Der Gang ins Wasser ist nicht einfach und kann weh tun.

Ein Balanceakt: Der Gang ins Wasser ist nicht einfach und kann weh tun.

(Bild: Reto Martin)

Da helfen auch Badeschuhe nicht viel weiter. Der Gang vom Seeburgpark aus hinein in den kühlenden Bodensee ist für Badende nicht angenehm. Die grossen Steine schmerzen bestenfalls an den Füssen, im schlechtesten Fall fällt man unsanft zwischen die Brocken. Dieses Problem ist während des vergangenen schönen Sommers auch den Kreuzlinger SP-Gemeinderätinnen Elina Müller und Kathrin Wittgen aufgefallen und es wurde mehrfach an sie herangetragen. Sie versuchen nun auf politischer Ebene eine Lösung in Angriff zu nehmen.

«Der Einstieg in den See ist im Seeburgpark ziemlich schwierig.»

Das schreiben sie in einer schriftlichen Anfrage an den Stadtrat, der von der zehnköpfigen SP-Fraktion mitunterzeichnet worden ist. «Das Steigen über die grossen, glitschigen, teils scharfkantigen Steine des flachen Ufers ist für alle ein Balanceakt. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, für ältere Leute und für kleinere Kinder bedeutet diese Art der Uferbefestigung eine eigentliche Barriere für ein Bad im See.»

Den Zugang auf einfache Weise für alle erleichtern

Müller und Wittgen regen an, das Ufer zwischen Seemuseum und Aussichtsturm stellenweise mit einer begehbaren Uferbefestigung zu gestalten, so dass der Einstieg sicher und ohne Verletzungsgefahr möglich wäre. An einigen Orten könnte man den Zugang mit grobem Kies gestalten.

Elina MüllerSP-Gemeinderätin

Elina Müller
SP-Gemeinderätin

(Bild: PD)
«Vielleicht wäre sogar ein Sandstrand
für Kreuzlingen möglich?»

So würde man auf einfache Weise den Gang in den See für alle erleichtern und dafür bei naturnaheren Uferabschnitten die Störungen für Tier- und Pflanzenwelt reduzieren. Vom Stadtrat möchten die Gemeinderätinnen nun wissen, ob, wie und mit welchem Aufwand ihre Idee verwirklicht werden kann.

Den Park muss man sicher nicht unattraktiv machen

Es gelinge heute gut, die verschiedenen Ansprüche der Menschen an den Park unter einen Hut zu bringen, sagt Müller. Natürlich brauche es bei der zunehmenden Zahl an Benutzern auch mehr Rücksicht untereinander. Aber den Park deswegen unattraktiv zu machen, wäre eine seltsame Argumentation.

«Das Bedürfnis vom Seeburgpark aus zu Baden ist zweifellos vorhanden.»

Elina Müller glaubt auch nicht, dass man so eine Konkurrenzsituation zum kostenpflichtigen Freibad Hörnli schaffen würde. «Dort gibt es eine ganz andere Infrastruktur und es hat sicher genug Leute.»

Ein Knackpunkt bei der Realisierung könnte der Richtplan der Stadt Kreuzlingen sein, der die Uferzone mit «grobem Kies» beschreibe, wie Gemeinde- und Kantonsrätin Elina Müller sagt.

«Uns wäre Kies allerdings tatsächlich lieber als grosse Steine.»
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