Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Von Wuppenau für Wuppenau: Der Dorfladen

Seit acht Jahren gibt es den Dorfmarkt VITAplus. Nun zentralisiert er sein Lager und zont dafür neues Land ein. Im Laden gibt es von den frischen Rüebli über spezielles Olivenöl und Spielzeug fast alles zu kaufen.
Sabrina Bächi
Geschäftsleiterin Miriam Ritetz und Verwaltungsratspräsident Martin Imboden im Eingangsbereich des Dorfmarkts VITAplus in Wuppenau. (Bild: Mario Testa)

Geschäftsleiterin Miriam Ritetz und Verwaltungsratspräsident Martin Imboden im Eingangsbereich des Dorfmarkts VITAplus in Wuppenau. (Bild: Mario Testa)

Von aussen lässt sich nicht erahnen, dass im Innern alles etwas anders ist. Den Dorfladen VITAplus an der Hauptstrasse in Wuppenau sieht jeder Autofahrer schon von weitem. Säcke mit Erde und eingetopfte Blumen begrüssen den Kunden am Eingang. Lautlos gleitet die Tür beiseite und lässt den Besucher in einen hellen und grossen Innenraum eintreten.

Alles ist offen gestaltet. Rechts das Gemüse, geradeaus die Käsetheke. Dazwischen: Tische, Stühle, ein Gestell voller Dekomaterial. Erst im hinteren Teil entdeckt man den eigentlichen Laden. Dort reihen sich Waschmittel in grossen Abfüllkübeln aneinander. Daneben das Katzenfutter, gegenüber die Papeterieabteilung. Wer neugierig um das Gestell herum schlendert, entdeckt einheimische Produkte. Das Wuppenauer Barfussbier, Stedy-Gewürze oder Pasten von Gurinder. Daneben steht exklusives griechisches Olivenöl, welches es so nur im Wuppenauer Dorfladen zu kaufen gibt.

Das Gemüse wiederverwerten

Der aufmerksame Beobachter findet bei den Teigwaren eine weitere Besonderheit: Risotto mit Gemüse aus dem Laden. Selbst gedörrt. «Das Risotto haben wir selbst zusammengestellt. Es ist ein Projekt gegen Food Waste», sagt Miriam Ritetz, eine der drei Geschäftsleiterinnen. Das Gemüse, welches im Laden nicht verkauft werden kann, wird gedörrt und zusammen mit Risottoreis umweltfreundlich verpackt und verkauft. «Diese Produkte finden sehr grossen Anklang bei unseren Kunden», sagt Ritetz.

Der Dorfladen Wuppenau ist ein besonderes Juwel. Eine Poststelle gehört dazu. Hörbücher werden ausgeliehen und für die Jungen gibt es draussen einen «Chill Corner». Im August 2010 öffnete der Dorfladen. Zwei initiative Frauen haben nach der Volgschliessung dafür gesorgt, dass eine Einkaufsmöglichkeit im Dorf bleibt. «Der Laden ist als Genossenschaft aufgebaut», sagt Martin Imboden, Verwaltungsratspräsident des Dorfmarkts.

225 Wuppenauer tragen so aktiv dazu bei, ihren Dorfladen zu behalten. Zudem bietet der Laden Arbeitsplätze für psychisch beeinträchtigte Personen. «Es ist ein professionell geführtes Unternehmen», betont Imboden. Aus der ganzen Schweiz kommen Interessierte nach Wuppenau, um das integrative Arbeitsmodell und den kreativen Ansatz, mit wenig Geld den Einwohnern viel zu bieten, zu bestaunen.

Martin Imboden (Bild: Mario Testa)

Martin Imboden (Bild: Mario Testa)

«Der Laden steigert das Selbstbewusstsein und fördert die Identität.»

Sortiment den Wünschen der Kunden angepasst

Der VITAplus Dorfladen ein freier Detaillist. «Ich kann das Sortiment den Wünschen unserer Kunden anpassen», sagt Ritetz. Was man braucht, gibt es im Laden – vielleicht in einer kleineren Auswahl. «Es ist ein Treffpunkt im Dorf, man tauscht sich aus», sagt sie. Passend dazu sind die Tische im Eingangsbereich, die zum Verweilen einladen. Der Dorfmarkt ist Ort zum Diskutieren, Schwatzen und Geniessen.

Man grüsst sich persönlich. Es ist ja ein kleines Dorf. Dennoch kommen über 200 Personen im Schnitt durch die Schiebetür, um sich frischen Käse oder Rüebli direkt vom Feld zu kaufen. Vielleicht um über die vergangene Gemeindeversammlung zu diskutieren, über die Kinder oder Gott und die Welt zu plaudern.

197 Quadratmeter für ein zentrales Lager

Der Dorfmarkt VITAplus lagert seine Warenbestände an mehreren Standorten. Durch einen Anbau am bestehenden Gebäude soll das Lager zentralisiert und somit die Arbeitsbedingungen erleichtert werden. Im Weiteren ist der Einbau eines Gesprächzimmers geplant.

Diese Vorhaben bedingen die Einzonung von 197 Quadratmeter Landwirtschaftsland. Am Dienstagabend orientierte Walter Anken, Wuppenauer Gemeinderat und Vize-Gemeindepräsident, über das Projekt. Durch den zwei Meter langen Anbau, der im Norden des bestehenden Gebäudes realisiert werden soll, fallen Parkplätze weg.

Laut Anken soll im Rahmen der Bauarbeiten zudem ein Unterflurcontainer realisiert werden. «Die Umzonung wird aus dem kantonalen Kontingent transferiert», erläuterte er. Nun wird das Projekt dem Amt für Raumplanung zur Vorprüfung übergeben. Wegen Geringfügigkeit muss die Umzonung nicht von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden. «Das Projekt wird nicht mehr in diesem Jahr realisiert», beantwortete er eine Frage nach dem zeitlichen Horizont. (mwg)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.