Kreuzlingen

Von Pilzen besiedelt und ein Sicherheitsrisiko: Stadtrat erlaubt Fällung einer geschützten Blutbuche

Ein kranker Baum an der Bahnhofstrasse muss gefällt werden, entscheidet die Stadtregierung. Ebenfalls in einem schlechten Gesundheitszustand befinden sich sechs weitere Bäume im Sallmannschen Park und im Seeburgpark. Auch sie werden in den kommenden Wochen gefällt werden.

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Nach dem Sturmschaden im Juni 2019 haben Schadpilze und Rindenschäden der grossen Blutbuche an der Bahnhofstrasse so stark zugesetzt, dass sie nun gefällt werden muss.

Nach dem Sturmschaden im Juni 2019 haben Schadpilze und Rindenschäden der grossen Blutbuche an der Bahnhofstrasse so stark zugesetzt, dass sie nun gefällt werden muss.

(Bild: Kevin Roth)

(red) Die geschützte Blutbuche an der Bahnhofstrasse habe während eines Sturmes im Juni 2019 einen grossen, tragenden Ast verloren, schreibt die Stadtverwaltung Kreuzlingen in einer Mitteilung. Der Schaden in der Krone des Baumriesen sei daraufhin fachmännisch behoben worden. Nach dem Astausbruch seien jedoch Folgeschäden entstanden: Sonnenbrand, Rindennekrosen und Pilzwachstum.

In der Folge kam es im August 2020 zu einem erneuten Astabbruch mit Sachschaden an einem parkierten Auto, heisst es weiter. Die Eigentümerin liess daraufhin die Blutbuche von einem Baumfachmann beurteilen. Demgemäss wiesen die Äste auf der Südseite der Krone teilweise massive Schädigungen auf und waren von Pilzen besiedelt.

«Diese Äste könnten jederzeit abbrechen.»

Die Grundeigentümerin beantragte deshalb die sofortige Fällung der geschützten Blutbuche aufgrund des schlechten Gesundheitszustands sowie der damit verbundenen akuten Sicherheitsprobleme.

Zweitgutachten der Stadt kommt zum selben Ergebnis

Die Stadt liess daraufhin ein Zweitgutachten über den Gesundheitszustand des Baumes erstellen. Das Gutachten stützt die Aussagen: Aufgrund der vorhandenen Vorschädigung werde sich der Pilzbefall weiter ausbreiten, heisst es. Befallene Starkäste müssten zeitnah entfernt werden, was jedoch weitere Entlastungsschnitte am Baum nötig mache und zusätzliche Eintrittspforten für Schädlinge schaffe. Die weitere Entwicklung der Blutbuche sei deshalb in diesem Zustand mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet, schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung.

Freigabe zur Fällung

Der Stadtrat hat deshalb an seiner Sitzung vom 24. November 2020 beschlossen, die geschützte Blutbuche zur Fällung freizugeben. Der Entscheid ist rechtskräftig und wird im Verlauf des nächsten Monats umgesetzt.

Abschied mit Wehmut – Ersatz ist geplant

Die Eigentümerin pflegte den Baum über viele Jahre. Den Antrag für eine Fällung zu stellen, sei ihr gemäss Mitteilung schwergefallen. Sie nehme mit viel Wehmut Abschied von diesem Baum. Als Ersatz für die Blutbuche werden Stadt und Grundeigentümerin einen Baum pflanzen, der in ausgewachsenem Zustand den Strassenraum wieder gleichermassen prägen kann.

Weitere Fällungen in den städtischen Parks

Krank ist auch ein Japanischer Schnurbaum im Sallmannschen Park. Er gehört zu einer Gruppe von fünf Bäumen und werde ersetzt, wird im Presse-Communiqué weiter ausgeführt. Ursache sei wahrscheinlich ein älterer Frostschaden am Stamm. Auch im Seeburgpark müssen vier mittelgrosse Bäume gefällt werden: Am Radweg entlang der Bahngeleise ist eine Esche von der Eschenwelke befallen; eine Föhre und ein Ahorn seien aus nicht bekannten Gründen krank. Des Weiteren ist am Seeuferweg eine Weide wahrscheinlich vom Weidenbohrer, einem Nachtfalter, so stark geschwächt, dass sie absterbe. Schliesslich ist eine Robinie beim Fussweg am Schloss Seeburg derart geschwächt, dass sie ebenfalls gefällt werden muss.

Ersatzpflanzung für gefällte Bäume

Die Stadt unternehme grosse Anstrengungen, ihren Baumbestand ordentlich zu pflegen und alle Bäume so lange als möglich bestehen zu lassen, heisst es weiter. Dennoch lasse es sich nicht vermeiden, dass jährlich einige Bäume gefällt werden müssen. Natürlicherweise würde ein Baum über mehrere Jahre oder Jahrzehnte langsam zerfallen und dabei wertvollen Lebensraum für Kleintiere wie Insekten und Pflanzen wie Moose oder Pilze bilden. Entlang von Strassen oder Fusswegen sei dies aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich: Herunterfallende Äste können Sach- oder Personenschaden verursachen. Wenn mit vertretbarem Pflegeaufwand ihre Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann, werden die Bäume gefällt und wieder ein geeigneter Ersatz gepflanzt.