Von diesen Projekten hat man lange nichts mehr gehört in Kreuzlingen

Bahnhof Bernrain, Genossenschaftswohnungen, Reka-Dorf, Schlosswiese und Löwen-Areal: Diese Dauerbrenner könnten in der Stadt im neuen Jahr wieder zum Thema werden – oder auch nicht.

Martina Eggenberger Lenz
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Der Bahnhof Bernrain: Für das alte Gebäude wird seit langem eine Nutzung gesucht. (Bild: Urs Brüschweiler)

Der Bahnhof Bernrain: Für das alte Gebäude wird seit langem eine Nutzung gesucht. (Bild: Urs Brüschweiler)

Es gibt sie wohl in jeder Stadt. Die ewig diskutierten Projekte, mit denen es scheinbar nicht vorwärts geht, die Planungsleichen im Keller. Beim Blick in unser Archiv sind fünf besonders aufgefallen. Gut möglich, dass diese Themen 2019 wieder an die Öffentlichkeit kommen und den nächsten Entwicklungsschritt machen.

  1. Bahnhof Bernrain
    Das Projekt:
    Die Stadt sucht für das Gebäude, das in ihrem Besitz ist, seit 15 Jahren eine geeignete Nutzung. Diskutiert wurden bereits ein Quartierzentrum, ein Café, die Nutzung durch eine Firma, der Umbau zu Wohnraum und der Abbruch.
    Letzter Stand:
    Nochmalige Ausschreibung im Frühling letzten Jahres, Einberufung einer Jury mit Vertretern aus dem Quartier. Über das Ergebnis wurde bislang nicht informiert.
  2. Genossenschaftswohnungen
    Das Projekt:
    Die SP Kreuzlingen hat die Gründung einer Genossenschaft zum Bau von bezahlbarem Wohnraum an der Rieslingstrasse initiiert. Die Stadt will der Genossenschaft dafür Land im Baurecht abgeben, zu einem günstigen Tarif. Auf dem Areal könnten zwölf Wohnungen entstehen.
    Letzter Stand:
    SP-Präsident Cyrill Huber kündigte letzten April an, die Genossenschaft solle noch vor den Sommerferien gegründet werden. Seither hat man nichts mehr gehört.
  3. Reka-Dorf
    Das Projekt:
    Im Juni 2017 haben die Verantwortlichen bekannt gegeben, dass sie im Gebiet Seezelg eine Reka-Siedlung mit 50 Wohnungen realisieren wollen. Vorgesehen ist eine public-private Partnership mit der Untere Mühle Bottighofen AG, Kanton und Stadt.
    Letzter Stand:
    Zum Projekt gibt es mittlerweile eine Homepage (www.reka-feriendorf-thurgau-bodensee.ch). Um ein Baugesuch wie geplant 2019 einreichen zu können, müssen die Investoren noch die Anpassung des Gestaltungsplans Seezelg abwarten. Die Reka geht offiziell immer noch von einer Eröffnung im Jahr 2021 aus.
  4. Schlosswiese
    Fix ist:
    Die teuerste Kuhweide der Schweiz darf nicht bebaut werden, ist aber noch in der Bauzone. Die Diskrepanz zwischen dem aktuellem Zonenplan und dem Gutachten der eidgenössischen Kommissionen für Denkmal­pflege (EKD) und für Natur- und Heimatschutz (ENHK) sind langfristig kein ­Zustand.
    Letzter Stand:
    Wie das Problem gelöst werden kann, ist nach wie vor offen. Im Raum steht entweder ein Wertaustausch mit einer Einzonung andernorts – Interesse hat bekanntlich die Schule Bernrain – oder eine Auszonung mit Entschädigung. Fünf Millionen Franken sind dafür im Finanzplan vorgesehen.
  5. Areal Löwen
    Das Projekt:
    Aus dem Schandfleck im Zentrum soll eine moderne Überbauung mit zwei Hochhäusern, vielen Wohnungen und Gewerbeflächen werden. Vor bald sieben Jahren wurde ein architektonisch hochwertiges Siegerprojekt erkoren. Der Gestaltungsplan ist vom Stadtrat genehmigt und liegt parat in der Schublade.
    Letzter Stand:
    Die Grundstückbesitzer müssten noch kleinere Landumlegungen tätigen. Wenn das geschehen sei, könne der Gestaltungsplan öffentlich aufgelegt werden, hiess es Ende 2016. Bis heute ist das nicht passiert.

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Martina Eggenberger Lenz

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Nicole D’orazio

KREUZLINGEN: Nicht zu Lasten der Steuerzahler

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Urs Brüschweiler