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Interview

Von 14 auf 74 Musiker in zehn Jahren - Der Dirigent führte das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen in neue Sphären

Stefan Roth feiert Jubiläum mit dem Symphonischen Blasorchester. Am Samstag spielt er auch solo auf Schloss Girsberg.
Mario Testa
Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen konzertiert in der Kulturscheune des Schloss Girsberg. (Bild: Andrea Stalder - August 2016)

Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen konzertiert in der Kulturscheune des Schloss Girsberg. (Bild: Andrea Stalder - August 2016)

Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen ist heute eines der besten Orchester der Schweiz. Hat sich das schon abgezeichnet, als Sie 2009 die Leitung des Orchesters übernahmen?

Stefan Roth: Angefangen habe ich als Dirigent der Stadtharmonie Kreuzlingen. Da waren es nur gerade 14 Mitglieder, das Durchschnittsalter lag über 60 Jahren. Eine Handvoll Musiker-Kollegen half mir am Anfang zu einer etwas besseren Besetzung und Durchmischung. Dann ging es plötzlich ziemlich schnell aufwärts, ich war davon selbst etwas überrascht.

Symphonia Summernight auf Schloss Girsberg

Am Samstag, 20 Uhr, findet in der Kulturscheune von Schloss Girsberg die 5. «Symphonia Summernight» statt. Ticketreservation wird empfohlen unter: info@schloss-girsberg.ch

Was war passiert?

Mir war klar, dass wir versuchen müssen, die jungen Talente der Jugendmusik Kreuzlingen, die ich ebenfalls leite, ins Orchester zu integrieren. Wir machten dann ein erstes Projekt und es machten viele Junge mit. Viele sind geblieben und stetig neue dazugestossen. So wuchs das Orchester. Heute sind wir über 70 Mitglieder und das Durchschnittsalter ist auf rund 30 Jahre gesunken.

Wie hat der Vorstand der Stadtharmonie auf die Expansion und das neue Leistungsniveau reagiert?

Zu Beginn dachten sie, es würde alles beim Alten bleiben. Sie haben meine Ziele wohl unterschätzt. Mir war einfach klar, dass keine Jugendmusiker kommen, wenn wir nicht mindestens das gleich hohe musikalische Niveau bieten können, wie die Jugendmusik. Und deshalb musste ich an der Qualitätsschraube drehen. Es war unumgänglich, dass deshalb einige Alteingesessene der Stadtharmonie austreten.

Wie viel Stadtharmonie steckt denn heute noch im Symphonischen Blasorchester Kreuzlingen?

Sechs Mitglieder sind geblieben, ansonsten ist es ein komplett neues Orchester. Wir proben auch an einem neuen Ort, im Haus der Jugendmusik.

Stefan RothDirigent Symphonisches Blasorchester KreuzlingenBild: Thi My Lien Nguyen

Stefan Roth
Dirigent Symphonisches Blasorchester Kreuzlingen
Bild: Thi My Lien Nguyen

Zur Person

Stefan Roth ist in Aadorf aufgewachsen, besuchte danach die Kantonsschule in Frauenfeld. In Maastricht studierte er Blasorchesterdirektion und Euphonium. 2012 schloss er den Masterstudiengang in Blasorchesterdirektion in Bern ab. Der 39-Jährige lebt mit seiner Frau in Bischofszell. Er leitet die Jugendmusik und das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen, den Musikverein Kradolf-Schönenberg, die Bürgermusik Untereggen, die Uniun da Musica Sagogn und die Liberty Brass Band Ostschweiz. Er ist Präsident der Kantonalen Musikkommission und Mitglied in jener des Schweizer Blasmusikverbands.

Wann fand die Namensänderung statt?

Das war im Jahr 2014. Wir brauchten eine neue Uniform. Die bisherige war in die Jahre gekommen und es gab gar nicht genug für all die neuen Mitglieder. Im Zuge dieser Neuuniformierung haben wir uns umbenannt in Symphonisches Blasorchester Kreuzlingen (SBO).

Welche Erfolge konnten Sie mit dem SBO schon feiern?

Ein erstes Ausrufezeichen war der Sieg am Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen 2011. Damals traten wir noch in der 2. Stärkeklasse an. Im Jahr 2014 haben wir das Thurgauer Kantonalmusikfest in der 1. Klasse gewonnen und uns danach entschieden, das Experiment Höchstklasse zu wagen. Seither spielen wir in dieser Klasse. Am Eidgenössischen in Montreux 2016 klassierten wir uns unter den grossen Stadtvereinen unseres Landes im Mittelfeld, das war ein gelungener Einstieg. Der Sieg am Certamen de Bandas de Música in Valencia 2018 überstrahlt das Bisherige.

Woher kommt Ihr unbändiger Erfolgshunger?

Es ist einerseits die Verpflichtung gegenüber der Musik. Andererseits sehe ich das pragmatisch: Ein Erfolg bestätigt die Qualität meiner Arbeit und ist auch Werbung für mich.

Am Samstagabend leiten Sie die fünfte «Symphonia Summernight» auf Schloss Girsberg. Wie kommt es, dass Sie da auch selber auf dem Eufonium solieren?

Es ist an der Zeit (lacht). Nein, es passt einfach gut zu meinem Dirigenten-Jubiläum. Ich spiele begleitet vom Orchester «Euphoria» und «La belle Américaine». Dazu spielen wir die «Wilhelm Tell Ouvertüre» und – als Vorgeschmack auf unsere Konzertreise nach Hongkong und Singapur im nächsten Sommer – auch den «Chinesen Galopp».

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