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Vom Wohnzimmer in die Natur

Diesen Sonntag starten Joachim und Brigitte Güttler in die neue Saison ihres Kulturprogramms Forum B. Künstler präsentieren in ihrem Wohnzimmer kulturelle Unterhaltung.
Annika Wepfer
Joachim Güttler unterhält sich mit dem grunzenden Stoff-Wildschwein. Es ist das Maskottchen des Forum B. (Bild: Annika Wepfer)

Joachim Güttler unterhält sich mit dem grunzenden Stoff-Wildschwein. Es ist das Maskottchen des Forum B. (Bild: Annika Wepfer)

Ein weiter Weg ist es von der Strasse in Büren zum Haus der Güttlers. Durch kleine Gässli, über viele Treppenstufen und schmale Gänge, schlängelt sich der Weg. Pflanzen schlagen einem ins Gesicht, leicht stolpert man über grosse Steinbrocken. «Wenn Gäste von weiter weg für das Forum B kommen, stellen wir Wegweiser hin, sonst finden sie den Weg nicht», sagt Joachim Güttler schmunzelnd.

Er ist Veranstalter des Kulturprogramms Forum B, welches diesen Sonntag zum 19. Mal startet. Das Kulturprogramm benötigt jedoch keine Bühne, sondern das Wohnzimmer der Güttlers. Ihr Haus ist gross und bietet viel Platz. Vom Wohnzimmer haben Besucher einen Ausblick auf die hügeligen Landschaften des Thurgaus.

Junge Talente fördern

Die Augen des fast 80-jährigen Mannes fangen an zu leuchten, wenn er vom Forum B erzählt. Seine Begeisterung ist förmlich zu spüren. Doch was ist das Forum B eigentlich? «Hobbymässig war ich am Theater in St.Gallen. Mir fiel auf, dass es viele junge Talente gab, welche einfach nicht ganz geeignet waren, auf einer Bühne vor Tausend Menschen aufzutreten. Darum probierten wir 1999 ein kleines Experiment: das Forum B», erklärt er.

Seine Frau, Brigitte, und er hatten, als sie ihr erstes eigenes Haus kauften, die Idee fürs Forum B. «Das Haus war für uns beide viel zu gross. Wir wussten gar nicht, was wir damit anfangen sollten. Schliesslich entschieden wir uns aber doch zum Kauf», erzählt der Künstler.

Die Kinder waren erwachsen. Das Paar hatte eine grosse Begeisterung für Musik und zu viel Platz im Haus. Was nun?, fragten Sie sich. Die Antwort: Sie bauen ihr heimeliges Wohnzimmer acht Mal im Jahr zu einer Bühne um. Sie fragen Musiker oder Schauspieler an und warten ab, ob Gäste kommen.

Das Programm des Forum B

Beim Forum B in Büren treten dieses Jahr bekannte Gesichter wie Jonas Kreienbühl und Andrea Wiesli auf. Sie zeigen diesen Sonntag ihr Programm «Con fantasia». Kreienbühl spielt auf dem Cello und wird von Wiesli am Flügel begleitet. Am 27. Oktober schlüpft Volker Ranisch in die Rolle des «Professor Unrat». Einen Monat später – am 25. November – spielen Daniel Rumler auf der Violine und Valery Burot auf der Gitarre Stücke aus der Klassik. Ihr Programm heisst «Soirée francais». Am dritten Adventssonntag, dem 16. Dezember, konzertieren vier Frauen: Sopranistin Barbara Zinniker, Violonistin Iryna Gintova und Pianistin Valentina Pfister. Ute Fuchs liest dazu Texte zur Adventszeit vor. (anw)

Der Name so überlegt, wie das Konzept

Auf den Namen sind Sie gekommen, in dem Sie verschiedene Attribute gesammelt und aufgeschrieben haben. Der Buchstabe B kam dabei am häufigsten vor, wie beispielsweise bunt, besonders, bewegend, besinnlich, berauschend oder bezaubernd. Deshalb tauften die Güttlers ihr Kunst-Experiment Forum B.

Bekannte Musiker, aber auch Schauspieler, spielen Musik- oder Theaterstücke oder lesen aus einem Werk vor. Jedes Jahr gibt es an einem Abend eine «Profi-Darbietung». An diesen Abend seien immer hohe Ansprüche gesetzt, vom Publikum, aber auch von Güttlers selbst. «Ist das Publikum zufrieden, bin ich es auch.» Er lasse die Künstler das Programm selbst bestimmen. Nach einem Abend voller Musik und Kultur, blieben die Besucher ein Weilchen sitzen und würden auch mit den Künstlern über Gott und die Welt diskutieren.

Ein Wildschwein als Maskottchen

«Wir wollten den Künstlern als Dankeschön für ihren ersten Auftritt etwas ganz Besonderes mit auf den Weg geben. Nicht einfach nur Blumen oder einen Wein. Also sind wir in ein Spielwarengeschäft gefahren und fanden dort eine Stoff-Wildsau, die zudem auch noch grunzen kann.» Im Wald in Büren gebe es viele Wildschweine, sagt er.

Gut möglich, dass die Künstler auf ihrem Heimweg durch die Gassen von Büren auch einer echten Wildsau begegnen. Auch das ist das Forum B: Vom Wohnzimmer in die Natur.

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