In Tägerwilen werden Panzer gebaut

Die neuen Produktionshallen der Mowag im Tägermoos sind in Betrieb. Im April zügelt auch ein Teil der Verwaltung des Rüstungsunternehmens von Kreuzlingen an die neue Adresse. Dann arbeiten dort 250 Mitarbeiter.

Nicole D’Orazio
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Produktionsleiter Giuseppe Chillari und CEO Oliver Dürr stehen in einer der neuen Mowag-Produktionshallen. (Bild: Reto Martin)

Produktionsleiter Giuseppe Chillari und CEO Oliver Dürr stehen in einer der neuen Mowag-Produktionshallen. (Bild: Reto Martin)

Von aussen ist der neue Produktionsstandort von GDELS-Mowag im Unteren Tägermoos in Tägerwilen noch nicht ganz fertig. Drinnen wird hingegen fleissig gearbeitet. Das zur General Dynamics European Land Systems-Gruppe gehörende Unternehmen baut hier für die dänische Armee Eagle-Patrouillenfahrzeuge und für Dänemark und Rumänien hochgeschützte Piranha-8x8-Radfahrzeuge.

«In den zwei neuen Hallen sollen künftig alle unsere Fahrzeuge produziert werden», sagt Giuseppe Chillari, Produktionsleiter der Mowag. «So ist alles auf einer Fläche und wir haben nur noch kurze Wege.»

Am bisherigen Standort in Kreuzlingen befinden sich die Werkstätten auf beiden Seiten der Unterseestrasse, weswegen es nötig ist, diese mehrfach zu überqueren. «Das ist natürlich punkto Sicherheit nicht ideal», meint Chillari. Zudem ist die Infrastruktur teils veraltet. In Kreuzlingen bleibt jedoch der grössere Teil des Unternehmens: der Getriebe- und Fahrwerkbau, das Engineering – die Technische Entwicklung – und auch die Reparaturabteilung.

Mitarbeiter mussten nie zu Hause bleiben

Eine der neuen Hallen ist seit Februar 2017 in Betrieb, die zweite wurde im November 2018 fertiggestellt. Die Schlosserei, Lackiererei, Kleberei und Montage sind hier eingerichtet. «Bis Ende März werden noch der Kopfbau für Büros und Garderoben fertig ausgebaut. Im April planen wir, Teile der Verwaltung zu zügeln», sagt Chillari. Bisher sei alles gut und ohne Verzögerungen verlaufen.

«Es gab kaum Unterbrüche. Die Mitarbeiter mussten nie zu Hause bleiben», sagt CEO Oliver Dürr. Die Hallen hat ein Investor gebaut, die Infrastruktur hat die Mowag übernommen. Für alles sind rund 50 Millionen Franken investiert worden. Etwa je zur Hälfte zu Lasten des Investors sowie des Unternehmens.

Es gibt etwas Wehmut, aus Kreuzlingen wegzugehen

In Tägerwilen arbeiten künftig 250 Mitarbeiter der Mowag. «Die meisten sind begeistert, weil sie von einer tollen, neuen Infrastruktur profitieren», sagt Chillari. Natürlich sei es ein Thema gewesen, dass man sozusagen weg aus Kreuzlingen gehe. «Aber das Tägermoos ist ja so nahe. Damit sollte niemand ein Problem haben», meint der Produktionschef. «Das Wichtigste ist, dass wir in der Region bleiben.»

Die neuen Produktionshallen der Mowag in Tägerwilen. (Bild: Reto Martin)
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Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)
Blick in die neuen Produktionshallen der Mowag, die zur General Dynamics European Land System-Gruppe gehört. (Bild: Reto Martin)

Die neuen Produktionshallen der Mowag in Tägerwilen. (Bild: Reto Martin)

Damit die Angestellten gut zwischen den Standorten pendeln können, hat sich das Unternehmen bei der Stadt für den Erhalt der Buslinie nach Tägerwilen eingesetzt und beteiligt sich finanziell. «Das ist natürlich praktisch», findet Chillari. Zudem habe man drei Elektrofahrzeuge gekauft und man überlege sich auch die Anschaffung von E-Bikes. «Zudem setzen wird vermehrt Videotelefonie ein.» Dürr und Chillari freuen sich auf ihren baldigen Umzug. «Das wird gut.»

Alte Hallen in Kreuzlingen werden verkauft

Für GDELS-Mowag gab es drei Varianten, um die Bestellungen aus Dänemark und Rumänien sowie die Sanierung der Duros der Schweizer Armee zu bewältigen. «Entweder auf einer grünen Wiese neu bauen, unsere alten Hallen sanieren oder einen Teil auslagern», sagt CEO Oliver Dürr. «Wir haben kein Bauland gefunden, das gross genug ist. Jedenfalls nicht im Thurgau. Aber wir wollten unbedingt in unserer Region bleiben.» Die bestehenden Hallen zu sanieren, wäre zu teuer gewesen, auch wegen des grossen Niveauunterschieds. «So haben wir uns für einen Kompromiss entschieden.»

Das Thurgauer Rüstungsunternehmen beschäftigt 820 Mitarbeiter. Bis Ende Jahr sollen 100 hinzukommen. «Bereits in den letzten drei Jahren haben wir die Anzahl Mitarbeiter im Schnitt jeweils um 100 erhöht», meint Dürr. Die Auftragsbücher sind für die nächsten Jahre voll. Bis Ende 2022 ist die Mowag ausgebucht. Die ausgemusterten Hallen in Kreuzlingen möchte das Unternehmen abstossen. «Für andere ist das eine Chance, zu Industrieland zu kommen», sagt Giuseppe Chillari. Behalten wird die Mowag das Hauptgebäude und alle Gebäude auf dem Nordareal.

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