Die Kantonsschule Romanshorn feiert das 50-Jahr-Jubiläum: Vom Kraftakt zum Kraftraum

Am Samstag lud die Kantonsschule zur grossen Geburtstagsparty und nahm die sanierte Sporthalle in Betrieb.

Markus Bösch
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60 Schülerinnen tanzen zur Unterhaltung der Festbesucher. (Bild: Andrea Stalder)

60 Schülerinnen tanzen zur Unterhaltung der Festbesucher. (Bild: Andrea Stalder)

Das Programm war so vielfältig wie die Bildungsinstitution selber es ist. Mit Witz, Charme und Musik führte Hackbrett-Spieler und Moderator Nicolas Senn als ehemaliger Schüler durch den Festakt.

Es sei damals ein gewagter Schritt gewesen, blickte Rektor Stefan Schneider in die Anfänge zurück. Los ging es 1969 nach einem jahrelangen politischen Seilziehen mit 14 Schülern und 11 Lehrpersonen im so genannten «Saurer-Pavillon». Heute gehen täglich 530 Schüler, 80 Lehrer und 40 Angestellte in der Schulanlage ein und aus. Die Verantwortlichen hätten immer Improvisationstalent gebraucht, sagte Schneider, der seit 2014 im Amt ist.

«Die einzige Konstante war die dauernde Veränderung.»

Bis heute wehe ein Innovationsgeist durch die Gänge. Und er versprach: «Die Kanti wird weiterhin mit Mut, Weltoffenheit und Solidarität in die Zukunft gehen.»

Monika Knill und Carmen Haag gratulieren

Regierungsrätin Monika Knill. (Bild: Markus Bösch)

Regierungsrätin Monika Knill. (Bild: Markus Bösch)

Gleich zwei Regierungsrätinnen gehörten am Samstag zu den Gratulantinnen. Die Gründung der Kantonsschule sei ein Kraftakt gewesen, sagte Monika Knill, die Vorsteherin des Erziehungsdepartements.

«Es brauchte mehrere Vorlagen. Für mich ist die Kanti persönlich, kompetent und vor allem zukunftsorientiert.»

Nicht zuletzt sei sie «ein wichtiges Puzzleteil für die Bildung als Ganzes».

Regierungsrätin Carmen Haag. (Bild: Markus Bösch)

Regierungsrätin Carmen Haag. (Bild: Markus Bösch)

Ihre Regierungskollegin Carmen Haag war wegen der Sporthalle nach Romanshorn gekommen. Das Gebäude ist in den letzten eineinhalb Jahren für über 7 Millionen Franken umfassend saniert worden. Die Dreifachhalle entspricht jetzt in funktionalen, energetischen und baulichen Gesichtspunkten den aktuellen Erfordernissen. Mit dem Vorbau zum Pausenhof, einem Mehrzweckraum, kann den Bedürfnissen der Vereine nach einer Verpflegungsmöglichkeit und einem Aufenthaltsort entsprochen werden. Darunter steht jetzt ein Kraftraum zur Verfügung.

Blick in die sanierte Sporthalle. (Bild: Andrea Stalder)

Blick in die sanierte Sporthalle. (Bild: Andrea Stalder)

Die neue Fotovoltaikanlage auf dem Dach erbringt eine Leistung von 143,6 kWp und einen Stromertrag von 136 MWh pro Jahr. Zusammen mit der Anlage auf dem Biologietrakt sind es 164 MWh.

Akrobatikschau, Tanz und Musik

Die Akrobatikgruppe vor der Kletterwand mit dem Airtrack.  (Bild: Andrea Stalder)

Die Akrobatikgruppe vor der Kletterwand mit dem Airtrack.  (Bild: Andrea Stalder)

Aktuelle und ehemalige Schülerinnen und Schüler zeigten am Festakt eine hochstehende Akrobatikschau auf einem Luftkissen (Airtrack) und die jungen Frauen der zweiten M-Klassen zwei beeindruckende Tanzperformances. Nicolas Senn und die Band der Kanti spielten moderne Variationen fürs Hackbrett, und ein Jubiläumschor sang von «Träumen, denen man folgen soll». Zum würdigen Rahmen passte schliesslich auch der Trailer des Filmes, den Max Slongo als Maturaarbeit über die Geschichte der Kanti gedreht hatte.

Nicolas Senn spielt mit der Kantiband unter anderem einen Radiohead-Hit. (Bild: Andrea Stalder)

Nicolas Senn spielt mit der Kantiband unter anderem einen Radiohead-Hit. (Bild: Andrea Stalder)

Neben einem reichhaltigen gastronomischen Angebot hatten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, die neue Kletterwand auszuprobieren, den Kraftraum und die Sporthalle zu inspizieren sowie mit dem ehemaligen Rektor Hans Weber auf eine Zeitreise durch die Schulgeschichte zu gehen.

Der Jubiläumschor singt den Gospel« Follow your dreams». (Bild: Andrea Stalder)

Der Jubiläumschor singt den Gospel« Follow your dreams». (Bild: Andrea Stalder)

TZ-Artikel als Ursprung einer Kanti

Die Kantonsschule Romanshorn hat ihre Existenz laut dem Thurgauer Historiker Rolf Soland einem TZ-Artikel von 1956 zu verdanken. Darin zeigte der TZ-Journalist eine ungleiche regionale Verteilung der Thurgauer Kantonsschüler auf.

«Die Geschichte ist dramatisch»

ROMANSHORN. Rolf Soland hat ein Buch über die Geschichte der Kantonsschule Romanshorn geschrieben. Es geht um Erpressung, Regionalismus und auch um Kühe, die zum Fenster des Schulhauses reinschauen.
Michèle Vaterlaus