Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

Vom Bottighofer Gemeindehaus vermehrt auf den See

Für Urs Siegfried ist der heutige 31. Mai der letzte Tag als Gemeindepräsident. Nach insgesamt 30 Jahren in der Exekutive tritt er zurück. Ganz von der Bildfläche verschwindet er aber nicht.
Nicole D'Orazio
Urs Siegfried tritt nach vielen Jahren als Gemeindepräsident von Bottighofen zurück. (Bild: Andrea Stalder)

Urs Siegfried tritt nach vielen Jahren als Gemeindepräsident von Bottighofen zurück. (Bild: Andrea Stalder)

1989 stiess Urs Siegfried zum Gemeinderat der damaligen Ortsgemeinde Bottighofen. Die letzten zwölf Jahre lang hatte er das Gemeindepräsidium inne. Der heutige letzte Tag der Legislatur ist sein letzter Arbeitstag.

Wie waren für Sie die letzten Tage als Gemeindepräsident von Bottighofen?

Gut. Ich habe kein Problem damit, aufzuhören. Vor allem kommt danach ja nicht einfach nichts. Ich habe viele Anfragen für Aufgaben erhalten. Einige meiner bisherigen Tätigkeiten werde ich behalten. Ich bleibe also beschäftigt. Und ich hoffe, mehr Zeit in meinem Segelboot auf dem See zu verbringen.

Welche Ämtli behalten Sie?

Die Finanzen der Offenen Jugendarbeit Kreuzlingen werde ich beispielsweise weiter betreuen. Nun einfach als normales Vorstandsmitglied und nicht mehr von Amtes wegen. Auch bei den Schützen oder dem Festungsgürtel Kreuzlingen bleibe ich aktiv.

Dann fällt es Ihnen nicht schwer, heute den Schlüssel abzugeben?

Es war mein Ziel, mit spätestens 70 Jahren das Präsidium abzugeben. Ich bin 69 und habe das damit geschafft. Irgendwann ist es einfach Zeit, aufzuhören. Und ich habe ja keinen Druck, einen neuen Job zu finden.

Haben Sie Ihren Nachfolger, Matthias Hofmann, fleissig eingearbeitet?

Seit einiger Zeit nimmt er an den Sitzungen des Gemeinderats teil. Ich werde ihm in nächster Zeit weiter zur Seite stehen. Voraussichtlich werde ich noch eine Weile jeweils einen halben Tag in der Woche im Büro sein und Matthias Hofmann bei der Einarbeitung unterstützen.

Was für ein Fazit ziehen Sie nach den vielen Jahren in der Bottighofer Exekutive?

Die Gemeinde hat sich markant verändert. Durch die grosse Bautätigkeit ist das Dorf stark gewachsen. Die Bauerei ist aber nicht immer einfach und passt nicht allen. Es ist öfter zu Rechtsverfahren gekommen. Einen Schwerpunkt haben wir auf die Infrastruktur gelegt. Das Realisieren des Wohnens im Alter war mir wichtig. Auch die Sanierung des Hafens.

Das Thema Verkehr hat Sie bestimmt oft beschäftigt.

Ja. Sehr oft. Die Verkehrszahlen sind happig. Aber alleine sind wir zum Beispiel bezüglich der Oberlandstrasse nicht handlungsfähig. Der Veloweg ist ebenfalls ein grosses Thema. Mit über 300'000 Einheiten ist der unsrige der am zweitmeisten befahrene Radweg der Schweiz.

Gibt es etwas, das Sie gerne abgeschlossen hätten?

Die Ortsplanungsrevision. Sie liegt zur Genehmigung beim Kanton. Da wir eine der ersten Gemeinden waren, hatten wir den Nachteil, dass wir nach Gesetzesänderungen nochmals über die Bücher mussten. Das Ganze dauert schon sehr lange.

Ist Bottighofen mit den vielen Reichen ein kompliziertes Dorf?

Nein, überhaupt nicht. Gut betuchte Grundeigentümer können halt stärker mobilisieren als andere. Man muss einfach wissen, wo die Strömungen sind.

Wahlfeier am 12. März 2007: Der neue Bottighofer Gemeindeammann Urs Siegfried stösst mit seinem Vorgänger Carl Ruch an. (Bild: Susann Basler)

Wahlfeier am 12. März 2007: Der neue Bottighofer Gemeindeammann Urs Siegfried stösst mit seinem Vorgänger Carl Ruch an. (Bild: Susann Basler)

Übergeben Sie eine gesunde Gemeinde?

Ich würde sagen Ja. Es ist alles à Jour und funktioniert gut. Auch die Infrastruktur. Bezüglich der Bautätigkeit sind alle Projekte bekannt. Die Einwohnerzahl wird auf rund 3000 Personen steigen. Bei den Investitionen mussten wir etwas zurückfahren, um die Abgaben an den kantonalen Finanzausgleich abzufedern. 2019 muss Bottighofen 50'000 Franken mehr abliefern. Nächstes Jahr nochmals 250'000 Franken mehr. Wobei, es sollte im Gegenzug bei der Sekundarschule eine Entlastung geben. Sonst muss der Steuerfuss erhöht werden.

Was möchten Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben?

Mir war es immer wichtig, alle Einwohner gleich zu behandeln. Egal, ob jemand mehr Geld hat oder weniger. Auch wenn das nicht allen gefallen hat. Ich denke da zum Beispiel an die Verteilung von Liegeplätzen im Hafen oder an Bussen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.