Volley Amriswil

Das Tauziehen um Trainer Marko Klok beginnt

2019 entschied sich der Holländer für den NLA-Klub Amriswil und gegen den deutschen Bundesligaverein Friedrichshafen. Jetzt kommt Marko Klok wieder auf den Markt.

Matthias Hafen
Drucken
Teilen
Marko Klok: «Alles, was weniger ambitioniert ist als Amriswil, interessiert mich nicht.»

Marko Klok: «Alles, was weniger ambitioniert ist als Amriswil, interessiert mich nicht.»

Mario Gaccioli

Einen Job ist Erfolgstrainer Marko Klok schon los. Der 52-Jährige wurde Ende November als Assistenzcoach des holländischen Frauennationalteams abgesetzt. Seit Mai 2019 hatte der NLA-Trainer von Volley Amriswil das internationale Nebenamt innegehabt, assistierte zuerst den Amerikaner Jamie Morrison, dann den Italiener Giovanni Caprara. Jetzt übernahm Kloks Landsmann Avital Selinger. Und der setzt auf neue Assistenten. Selinger schart die ehemalige Internationale Francien Huurman und den 30-jährigen Erik Reitsma um sich.

«Wenn ein neuer Headcoach übernimmt, ist es normal, dass auch die Assistenten wechseln», sagt Klok und bringt Verständnis für den Wechsel bei Hollands Frauennationalteam auf. Allerdings wurde Amriswils Cheftrainer im Sommer von niederländischen Medien selber noch für den Posten des «Bonds­coachs» ins Spiel gebracht. Dass er nicht in die Kränze kam, könnte auch mit der Coronapandemie und dem damit verbundenen, neuen Budget-Bewusstsein des holländischen Verbands zusammenhängen.

«Volley Amriswil entwickelt sich in richtige Richtung»

Wie aber geht es mit Marko Kloks Hauptberuf weiter? Sein Vertrag mit dem NLA-Team Amriswil läuft am Ende der Saison aus. Und es ist nicht auszuschliessen, dass es auch hier zu Veränderungen kommt. Jedoch deuten die Zeichen im Moment mehr auf eine Vertragsverlängerung hin. «Ich fühle mich sehr wohl hier», sagt Klok, der 2018 aus Belgien in den Thurgau wechselte. «Die Mannschaft und der Verein entwickeln sich in die richtige Richtung.» Besonders gefalle ihm, dass Volley Amriswil auch in diesen schwierigen Zeiten an seinen hohen sportlichen Ambitionen festhalte. Klok sagt:

«Wenn das so bleibt, bleibe ich sehr gerne.»

Was nur wenige wussten: Vor zwei Jahren hätte der Holländer das deutsche Bundesliga-Männerteam Friedrichshafen übernehmen können, gab den Süddeutschen aber einen Korb, weil er zu diesem Zeitpunkt schon Amriswil zugesagt hatte. Die jüngsten Erfolge von Amriswil im Europacup blieben jedoch nicht unbemerkt. Gut möglich also, dass die Thurgauer im Vertragspoker um ihren Cheftrainer internationale Konkurrenz bekommen werden. Die Hürde, die Ostschweiz zu verlassen, scheint aber hoch zu sein. «Wenn ein Weltklasseteam anfragen würde, dann wäre das natürlich eine einmalige Chance für einen Trainer», sagt Klok. «Ansonsten aber ist das Gras schön grün hier.»

Neue Herausforderung im holländischen Verband?

Wie sehr Kloks Arbeit geschätzt wird, zeigen die Entwicklungen im holländischen Verband. Dort will man nämlich auch in Zukunft nicht auf das Know-how des Olympia-Silbermedaillengewinners von Barcelona (1992) verzichten. In der Weihnachtszeit wurde ihm deshalb das Amt des Cheftrainers bei Hollands U20-Frauen angeboten – ebenfalls im Nebenamt zu seinem Engagement bei Amriswil. Schöne Aussichten, wenn man bedenkt, dass auf die Nachwuchsequipe 2021 eine Heim-WM wartet. Und etwas, das Klok bei den Vertragsverhandlungen sicher thematisieren wird.