Volleyball
Fehlstart im Final: Volley Amriswil verliert das erste Spiel zu Hause gegen Chênois 2:3

Gegen den taktisch hervorragend eingestellten Herausforderer aus Genf zieht der Qualifikationssieger im Tiebreak den Kürzeren. In der Best-of-5-Finalserie liegt Amriswil damit überraschend 0:1 hinten. Die Chance zur Korrektur ergibt sich am kommenden Donnerstag um 18.30 Uhr in Thônex.

Bernhard Windler
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Die Amriswiler Dima Filippov (MItte) und Alex Lengweiler (rechts) steigen gegen Chênois' Jakub Urbanowicz zum Block hoch.

Die Amriswiler Dima Filippov (MItte) und Alex Lengweiler (rechts) steigen gegen Chênois' Jakub Urbanowicz zum Block hoch.

Mario Gaccioli

Eines lässt sich schon nach dem ersten Spiel sagen: Der Favorit Volley Amriswil trifft im NLA-Final auf einen Kontrahenten, der seinen Gegner bestens studiert und sich auf die Stärken und Schwächen der Thurgauer eingestellt hat. Statt mit harten Aufschlägen wurde die Amriswiler Annahme zum Auftakt der Best-of-5-Serie am Ostersamstag immer wieder mit kurzen Float-Aufschlägen eingedeckt, was diese nicht erwartet hatte. Und nach guten eigenen Annahmen suchten die Genfer immer wieder die Mittespieler. Dagegen fand das Heimteam kaum einmal ein Mittel.

Der erste Satz war eine quälende Angelegenheit. Nach dem 7:7 gingen die Romands mit zwei Punkten in Führung. Nachdem Amriswil ausgeglichen hatte, legten die Gäste wieder mit zwei Punkten vor. Das geschah mehrmals, was zu Gleichständen bei 14:14, 16:16 und 19:19 führte. Aber immer, wenn die Thurgauer dran waren, setzte sich das Team des ehemaligen Amriswil-Coachs Ratko Pavlicevic wieder ab. Den Anschluss zum 23:24 verhinderte ein Aufschlagfehler von Quentin Zeller. Zwei Punkte später war der Satz mit 23:25 weg.

Amriswils Einwechslungen hatten Potenzial

Der zweite Satz war aus Amriswiler Sicht noch eine Spur ärgerlicher. Einen Fünfpunkte-Vorsprung von Chênois hatte der Qualisieger beim 19:20 fast aufgeholt, doch näher kam das Team von Trainer Marko Klok nicht mehr. Chênois' Serbe Dejan Radic verwandelte den ersten Satzball zum 25:23 für die Gäste.

Zum Auftakt des Playoff-Finals am Ostersamstag kam im Amriswiler Tellenfeld erstmals eine grosse LED-Wand zum Einsatz, auf der die coronabedingt ausgesperrten Fans des Thurgauer NLA-Klubs ihre Grussbotschaften übermittelten.

Zum Auftakt des Playoff-Finals am Ostersamstag kam im Amriswiler Tellenfeld erstmals eine grosse LED-Wand zum Einsatz, auf der die coronabedingt ausgesperrten Fans des Thurgauer NLA-Klubs ihre Grussbotschaften übermittelten.

Mario Gaccioli

Die beiden eingewechselten Alex Lengweiler (für Georg Escher) und Edvarts Buivids (für Quentin Zeller) starteten für Amriswil in den dritten Satz. Dieser war bis zum 15:15 eine ausgeglichene, zähe Angelegenheit. Diesmal waren es nun die Ostschweizer, die sich langsam absetzen konnten. Gegen Satzende war es immer wieder der Lette Buivids, der für die Amriswiler skorte und so massgeblich zum 25:21 beitrug.

Im vierten Durchgang lagen die Genfer bis zum zweiten technischen Timeout meist in Front, ehe Amriswiler nach dem 18:18 eine Dreipunktevorsprung herausspielte. Zwei davon retteten sie zum 25:23 ins Ziel, weshalb ein Tiebreak die Entscheidung bringen musste.

Hartnäckige Genfer

In der Kurzentscheidung wogte die Begegnung hin und her. Nach dem 3:1 für Amriswil führten drei Punkte von Jovan Djokic, der vergangenes Jahr noch für die Thurgauer gespielt hatte, zu einer knappen Genfer Führung. Beim Seitenwechsel lagen dann die Amriswiler mit zwei Zählern in Front. Buivids hatte dreimal in Serie gepunktet. Zum 8:8 wurde der Lette geblockt. Björn Höhne verhalf mit einem Millimeter-Outball Chênois zur Führung. Nachdem auch noch Amriswils Topskorer Thomas Zass geblockt worden war und Buivids einen Ball ins Netz gesetzt hatte, verwertete der Pole Jakub Urbanowicz den ersten Matchball für Chênois mit einem glückhaften Überraschungsball.

Mit Chênois gewann das Team den Finalauftakt, das einen überragenden Spieler in seinen Reihen hatte: Dejan Radic erzielte in 24 Versuchen 19 Punkte, was für einen Mitteangreifer eine Traumzahl darstellt. Neben ihm waren der Diagonalangreifer Strahinja Brzakovic und Aussenangreifer Jovan Djokic sehr erfolgreich. Auf Amriswiler Seite überraschte Alex Lengweiler mit einer Erfolgsquote von 67 Prozent positiv. Topskorer Zass war am Ende Amriswils bester Punktesammler, doch brauchte der Tiroler für seine 14 Angriffspunkte 31 Versuche.

Amriswil – Chênois 2:3 (23:25, 23:25, 25:21, 25:23, 13:15)

Tellenfeld - Keine Zuschauer - SR Wolf/Grellier.
Startformation Amriswil: Björn Höhne, Radiša Stevanovic, Thomas Zass, Quentin Zeller, Georg Escher, Dima Filippov, Ramon Diem (Libero).
Startformation Chênois: Jakub Urbanowicz, Karim Zerika, Strahinja Brzakovic, Jovan Djokic, Dejan Radic, Robin Rey, Benjamin Diez (Libero).