Volleyball
Europacup-Aus: Volley Amriswil scheitert im Golden Set an Ligakonkurrent Chênois

Der 3:1-Sieg im Hinspiel reicht den Thurgauer NLA-Volleyballern nicht, um sich in Genf gegen Chênois für die nächste Runde im Europacup zu qualifizieren.

Bernhard Windler aus Genf
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Die Amriswiler schafften es nicht, den Vorteil aus dem Hinspiel in Genf auszunutzen.

Die Amriswiler schafften es nicht, den Vorteil aus dem Hinspiel in Genf auszunutzen.

Mario Gaccioli

Zwei Sätze oder den Golden Set hätte Volley Amriswil gewinnen müssen. Doch nichts von dem gelang am Mittwochabend in Genf. Die Thurgauer wurden von Chênois buchstäblich abgeschossen. Der Genfer Coach Ratko Pavlicevic musste für das Rückspiel im CEV-Cup auf seinen Mitteangreifer Dejan Radic verzichten. Anstatt den nominellen dritten Mittespieler Damien Dubois aufzustellen, nominierte der ehemalige Amriswil-Trainer den von Luzern zugezogenen Anes Perizic, den nominellen 2,02 m grossen Ersatz-Diagonalangreifer für die Mitte. Damit hatte er einen äusserst starken Aufschläger gewonnen. Dazu liess er den bisherigen Passeur Tom Liot pausieren und stellte an seiner Stelle Léo Meyer auf. Dieser, ebenfalls ein sehr starker Aufschläger, vervollständigte das Aufschläger-Hammer-Set: Nur Maikel van Zeist schlug mit einem superverdrehten Langsamservice auf, alle anderen bombten die Amriswiler in die Defensive. So resultierten in drei ganzen und einem halben Satz 15 Asse für Chênois.

Mrdak steht oft einem Dreierblock gegenüber

Die drei regulären Sätze verliefen immer gleich. Chênois lag praktisch zu jedem Zeitpunkt in Führung. Die Amriswiler hechelten dauernd hinterher. Immer, wenn ein Genfer Vorsprung aufgeholt schien, vermochten die Gastgeber wieder vorzulegen. Die Genfer Defensive legte ihr Hauptaugenmerk auf Diagonalangreifer Milija Mrdak, der sich häufig einem Dreierblock gegenübersah. Insgesamt sechsmal holte der Chênois-Block dem Amriswils Serben den Ball herunter.

Trainer Juan Manuel Serramalera muss seine erste grosse Niederlage einstecken mit Amriswil.

Trainer Juan Manuel Serramalera muss seine erste grosse Niederlage einstecken mit Amriswil.

Mario Gaccioli

Einmal lag Amriswil in Führung, bei 7:5 im ersten Satz. Dann zermürbte van Zeist die Annahme der Thurgauer mit seinen schwierig anzunehmenden Floats. Das ergab das 10:7. Bis zum 20:20 wogte der Kampf hin und her, ehe ein Aufschlagfehler von Björn Höhne und ein Ass auf Quentin Zeller die Vorentscheidung brachten. Im zweiten Satz lag Chênois von Beginn weg in Front. Bei 16:11 begann die Amriswiler Aufholjagd. Bei 21:20 und dann auch noch bei 23:22 und 24:23 fehlte nur ein Wimpernschlag. Aber es wollte nicht gelingen.

Amriswils Ziele verschieben sich nun in die Schweiz

Der dritte Satz war bis zum 10:10 ausgeglichen, ehe sich die Genfer absetzten und den Durchgang klar gewannen. Jetzt hätte es nur noch einen erfolgreichen Golden Set gebraucht, aber vier gegnerische Asse und drei Aufschlagfehler wogen zu schwer. Chênois wird gegen Burgas (BUL) die nächste CEV-Cup-Runde bestreiten. Für Volley Amriswil gehen die Ziele in der nationalen Meisterschaft weiter – zunächst am kommenden Samstag daheim gegen Luzern.

Chênois – Amriswil 4:0 (25:23, 25:23, 23:18, 15:10)

Sous-Moulin, Thônex – 250 Zuschauer – SR Ristovski (MKD)/Bátkai-Katona (HUN).
Startaufstellung Chênois: Corey Chavers, Anes Perezic, Strahinja Brzakovic, Dimitar Marinkov, Maikel van Zeist, Léo Meyer, Etienne Hagenbuch (Libero).
Startaufstellung Amriswil: Björn Höhne, Mischa von Burg, Milija Mrdak, Quentin Zeller, Facundo Imhoff, Dima Filippov, Ramon Diem (Libero).

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