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Keine Geheimnisse: Kameras legen vor Trentino – Volley Amriswil alles offen

Obwohl Club-Weltmeister Trentino noch nie gegen Amriswil gespielt hat, wissen die Italiener vor dem CEV-Cupspiel am Mittwoch um 19 Uhr sehr viel über den NLA-Volleyballclub. Der Grund sind Videoaufnahmen aus dem Thurgau.
Matthias Hafen
Im Sechzehntelfinal gegen Groningen zeichneten zahlreiche Kameras das Spielgeschehen im Amriswiler Tellenfeld auf. (Bild: Mario Gaccioli, 28. November 2018)

Im Sechzehntelfinal gegen Groningen zeichneten zahlreiche Kameras das Spielgeschehen im Amriswiler Tellenfeld auf. (Bild: Mario Gaccioli, 28. November 2018)

Volley Amriswil gegen Trentino, das ist die Neuauflage von David gegen Goliath. Zwar haben die Thurgauer in der laufenden NLA-Saison jedes Spiel gewonnen, doch im Vergleich mit dem Club-Weltmeister aus Norditalien sind sie ein laues Lüftchen. Im Viertelfinal-Hinspiel des europäischen CEV-Cups vom Mittwoch um 19 Uhr in der Tellenfeld-Halle hat Amriswil nur einen Trumpf in der Hand: den des unterschätzten Aussenseiters, könnte man meinen. Denn was weiss ein mit Stars gespicktes Topteam wie Trentino schon von einem Gegner aus der NLA, dieser unbedeutenden Liga Europas?

Sehr viel – und das, weil die Italiener einfach nett nachgefragt haben. Denn zwischen Volley Amriswil und Trentino fand in den Tagen vor dem Spiel ein gegenseitiger Austausch von Videomaterial statt. Amriswil verzichtete damit quasi auf seinen Aussenseiter-Bonus. Freiwillig. «Ich habe das immer so gemacht», sagt Amriswils Trainer Marko Klok und verweist auf das Fairplay im Volleyballsport.

Die Informationen gibt es auch auf Umwegen

In der heutigen Zeit sei es ohnehin schwierig, Geheimnisse für sich zu behalten, sagt Klok. «Wenn wir Trentino unser Videomaterial nicht gegeben hätten, wären die Italiener auf anderen Wegen dazugekommen.» So sei es nicht unüblich, sich bei Ligakonkurrenten über andere Mannschaften schlauzumachen. «Es gibt mittlerweile auch zahlreiche neutrale Scouts, die ihre Informationen weitergeben», sagt Klok.

Der Holländer ist ein Verfechter des gegenseitigen Informationsaustauschs. «Wichtig ist, dass man aus dem Videomaterial die richtigen Schlüsse zieht, die richtige Taktik findet», sagt Amriswils Trainer.

«Die ausgetauschten Informationen lassen noch genügend Raum für Überraschungsmomente.»

Denn schliesslich entscheidet ja der Verein, welches Material dem Gegner zur Verfügung gestellt wird – und vor allem, welches nicht.

Schwarze Schafe haben schlechten Ruf

Gerade im internationalen Wettbewerb kommt es immer mal wieder vor, dass eine Mannschaft absichtlich Aufnahmen von misslungenen Spielen weitergibt. «Seriöse Vereine machen das nicht», sagt Klok, der Trentino und Volley Amriswil zu diesem Kreis zählt. Zudem sei die Volleyballwelt eine sehr kleine. «Da tust du gut daran, mit anderen Teams respektvoll umzugehen.» Dass die Aufgabe für die Thurgauer gegen Trentino ungleich schwieriger wird als noch im Achtelfinal gegen Brčko, ist auch Trainer Klok bewusst. «Natürlich hat Trentino ein hervorragendes Niveau», sagt der Niederländer. «Aber wir sind auch gut. Und das müssen wir zeigen.» Ziel sei es, am Abend mit einem guten Gefühl ins Bett zu gehen.

Trentino tut sich schwer mit dem Tellenfeld

Nach dem Champions-League-Gastspiel 2013 in Lugano und dem CEV-Cup-Sechzehntelfinal vor rund zwei Monaten gegen Lausanne gastiert Trentino im Viertelfinal des CEV-Cup das dritte Mal in der Schweiz. Schweizer Meister Lausanne liessen die Norditaliener diese Saison keine Chance, sie gewannen zweimal 3:0. Amriswil ist vor der aktuellen Stärke des Club-Weltmeisters also gewarnt. Zumal die Italiener in Vollbesetzung in den Thurgau reisten. Gut fünf Stunden dauerte am Dienstag die Busfahrt aus der Region Trentino-Südtirol nach Amriswil, wo sich das europäische Spitzenteam vor allem mit der ungewöhnlichen Halle anzufreunden versucht. «Sie ist ziemlich klein», bemerkte Trainer Angelo Lorenzetti. «Entscheidend ist, dass wir schnellstmöglich unsere Anspielstationen finden, um unser bestes Spiel aufzuziehen.» (mat)

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