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Volley Amriswil verpasst ersten Titel

Cupsieger Amriswil hat in der Saison 2018/19 alle Titel zu seinem Ziel erklärt. Im Supercup, dem Meisterschaftsprolog gegen Meister Lausanne, verlieren die Thurgauer jedoch 0:3 (23:25, 14:25, 23:25). Wollen sie ihren hohen Ansprüchen gerecht werden, ist noch viel Arbeit nötig.
Matthias Hafen
Amriswils Thomas Zass lässt sich im Supercup gegen Lausanne eine Chance entgehen. (Bild: Anthony Anex/KEY)

Amriswils Thomas Zass lässt sich im Supercup gegen Lausanne eine Chance entgehen. (Bild: Anthony Anex/KEY)

So schmuck die neue Mobiliar-Arena in Gümligen bei Bern innen aussieht, so unfertig ist ihre Umgebung. Und man hätte Volley Amriswil im gestrigen Supercup gewünscht, dass dies die grösste Baustelle zum Auftakt der neuen Volleyballsaison ist. Doch bei der 0:3-Niederlage gegen Meister Lausanne offenbarte sich beim Cupsieger aus dem Oberthurgau eine weit grössere Baustelle. Zwar legten die Amriswiler einen Start nach Mass hin und führten im ersten Satz nach wenigen Minuten 5:2. Allerdings punkteten die Thurgauer vor allem durch Fehler der Lausanner. Und just als die Romands ins Spiel fanden, drehte das Skore. Das vom neuen Trainer Marko Klok orchestrierte Amriswiler Ensemble fand zu keiner Zeit seine Höchstform und nur selten seine Normalform. So gewann Lausanne den Meisterschafts-Prolog nach 2008, 2009 und 2015 zum vierten Mal und löste die Thurgauer als Supercup-Sieger ab.

Lausannes Angriff deutlich effizienter

«Wir spielten nicht auf unserem normalen Niveau», sagt Amriswils Trainer Klok nach der ernüchternden Niederlage. Eine Erklärung dafür hatte er ebenso wenig wie die mitgereisten Anhänger. Amriswil war nach dem grossartigen Testspiel gegen den deutschen Bundesligaverein Friedrichshafen und anderen starken Auftritten voller Hoffnungen auf den ersten Titel nach Gümligen bei Bern gereist. «Aber wenn unser Angriff nur 38 Prozent seiner Versuche durchbringt, wird es schwierig, zu gewinnen», so Klok. Zum Vergleich: Lausanne machte 53 Prozent seiner Angriffsversuche zu Punkten.

Lausannes Adrien Prével (rechts) ist ein Energiebündel auf dem Platz und war stets zur Stelle, als er gebraucht wurde. Der Franzose spielte bis vor einem Jahr noch für Amriswil. (Bild: Anthony Anex/KEY)

Lausannes Adrien Prével (rechts) ist ein Energiebündel auf dem Platz und war stets zur Stelle, als er gebraucht wurde. Der Franzose spielte bis vor einem Jahr noch für Amriswil. (Bild: Anthony Anex/KEY)

Die Waadtländer, die auch in der NLA-Meisterschaft 2018/19 wieder ganz vorne erwartet werden, profitierten einmal mehr von den Punkten des Franzosen Adrien Prével und des Norwegers Jonas Kvalen. Sowieso hatte man das Gefühl, dem Herausforderer aus der Ostschweiz fehle im Kader ein Energiebündel à la Prével. Der frühere Amriswiler, der sich auf dem Feld jeweils benimmt, als hätte er eine Überdosis Kof­fein intus, war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Seine Emotionalität übertrug sich auf die ganze Lausanner Mannschaft, die sich so das eine oder andere Mal aus einer brenzligen Situation retten konnte. Punkto Hyperaktivität stand Lausannes Trainer Massimiliano Giaccardi seinem Schlüsselspieler in nichts nach. Der Italiener, der das Team vom Genfersee vor einem Jahr übernommen und es auf Anhieb zum Meistertitel geführt hatte, war am Ende des Spiels so schweissdurchtränkt wie seine Spieler. Im Vergleich zu Giaccardi wirkte der ebenfalls aktiv coachende Klok an der Seitenlinie der Amriswiler wie ein Eisblock.

Gommans holt Amriswil im dritten Satz aus dem Tief

Im zweiten Satz hatte Klok am meisten Arbeit, als sein Team überhaupt nicht ins Spiel fand und er der Reihe nach Julian Weisigk für Thomas Zass brachte, Dominik Fort für Ewoud Gommans, Luca Weber für Josh Howatson und Matevz Kamnik für Captain Aleksandar Ljubicic. Gebracht haben die Wechsel wenig. Mit 14:25 war das Verdikt überdeutlich.

Im dritten Satz drohte ein ähnliches Resultat, bevor Gommans die Amriswiler aus dem Tief holte. Zuerst blockte er Lausannes Kvalen zum 6:9, dann stellte der Niederländer mittels Smash auf 7:9, nach seinem Aufschlag stand es schon 8:9 und schliesslich gelang seinen Teamkollegen das 9:9. Amriswil war zurück im Spiel und hielt die Hoffnungen auf den ersten Satzgewinn bis zum letzten Punkt am Leben. Doch blieb den Thurgauern selbst dies verwehrt. Gommans wurde nach Spielschluss zu ihrem besten Spieler ausgezeichnet. Volley Amriswil hat für diese Saison alle Titel zu seinem Ziel erklärt. Um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, ist noch eine Menge Arbeit nötig.

Es gibt wichtigere Titel als der Supercup

Die gute Nachricht für Trainer Marko Klok: Er hat die Männer und die Schaufeln, um seine Baustelle innert nützlicher Frist zu beenden. Denn die Amriswiler haben mehr drauf, als sie am Sonntag im Supercup gezeigt haben. Und vielleicht ist die neuformierte Equipe aus dem Thurgau ohnehin besser beraten, sich auf die relevanten Dinge zu konzentrieren. Der Supercup ist jedenfalls der unwichtigste Titel, den es in einer Saison zu gewinnen gibt.

Amriswils Spieler sind nach dem deutlichen 0:3 im Supercup gegen Lausanne niedergeschlagen. (Bild: Anthony Anex/KEY)

Amriswils Spieler sind nach dem deutlichen 0:3 im Supercup gegen Lausanne niedergeschlagen. (Bild: Anthony Anex/KEY)

Lausanne – Amriswil 3:0 (25:23, 25:14, 25:23)

Mobiliar Arena, Gümligen – 1032 Zuschauer – SR Schürmann/Kälin.
Lausanne: Pfund (Passeur/1 Punkt), Kvalen (15), Zerika (6), Kaeser (8), Prevel (16), Stevanvoic (3), Del Valle (Libero); Chevallier (1), Sommer, Montavon.
Amriswil: Howatson (Passeur/1), Djokic (10), Brändli (6), Zass (8), Gommans (13), Ljubicic (4), Daniel (Libero); Weber (1), Kamnik, Fort, Weisigk (1).

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