Volksschulgemeinde Bischofszell reagiert auf steigende Schülerzahlen

Die Gemeindeversammlung der Volksschulgemeinde Bischofszell hat das Budget 2020 einstimmig gutgeheissen. Es wird mit einem Verlust von 900'000 Franken gerechnet.

Georg Stelzner
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Corinna Pasche-Strasser, leitet die Budgetversammlung der Volksschulgemeinde Bischofszell im Sekundarschulzentrum Bruggfeld.

Corinna Pasche-Strasser, leitet die Budgetversammlung der Volksschulgemeinde Bischofszell im Sekundarschulzentrum Bruggfeld.

Bild: Georg Stelzner

Der Lehrerchor Blech sorgt mit seinem Gesang für einen stimmungsvollen Auftakt zur Gemeindeversammlung der Volksschulgemeinde Bischofszell. Selbst das defizitäre Budget vermag die Harmonie nicht zu trüben, denn die Finanzen bereiten derzeit kein Kopfzerbrechen.

Ein Wermutstropfen ist freilich der Umstand, dass sich am Donnerstagabend nur gerade 57 von insgesamt 7020 Stimmberechtigten in der Aula des Sitterdorfer Sekundarschulzentrums Bruggfeld eingefunden haben. Das entspricht einer Beteiligung von 0,8 Prozent.

Personalaufwand steigt leicht

Schulpräsidentin Corinna Pasche-Strasser erläutert das mit einem Verlust von 900'000 Franken zu Buche stehende Budget. Der Personalaufwand wachse infolge steigender Schülerzahlen um rund zwei Prozentpunkte auf 77 Prozent, sagt sie.

«Wir versuchen, die Kosten ursachengerecht zu verteilen», sagt die Präsidentin, die auf der Ertragsseite die grosse Abhängigkeit von den Steuereinnahmen hervorhebt. Drei Viertel der zur Verfügung stehenden Mittel stammen von den Steuerzahlern.

Solide Eigenkapitalbasis

Vor dem Hintergrund anstehender Projekte betont Corinna Pasche-Strasser die Bedeutung des Erneuerungsfonds für Baufolgekosten und rechtfertigt eine weitere Einlage in Höhe von 500'000 Franken. Die Schulbehörde sei verpflichtet, Schülern und Lehrern eine einwandfreie, moderne Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

«Die Volksschulgemeinde Bischofszell ist in der glücklichen Lage, ein gutes Eigenkapitalpolster zu haben», erklärt die Präsidentin. Falls nichts Gravierendes geschehe, sollte es möglich sein, bis 2025 mit dem derzeitigen Steuerfuss von 90 Prozent das Auslangen zu finden.

«Wir werden alle Investitionen ohne Steuerfusserhöhung realisieren können», beruhigt Pasche. Fragen stellen die anwesenden Stimmbürger keine. Ausnahmslos genehmigen sie das Budget der Volksschulgemeinde Bischofszell für das Jahr 2020.

Das Schulhaus Kenzenau bei Schweizersholz: Die letzte Sanierung liegt ein Vierteljahrhundert zurück.

Das Schulhaus Kenzenau bei Schweizersholz: Die letzte Sanierung liegt ein Vierteljahrhundert zurück.

Bild: Georg Stelzner

Zwei Urnenabstimmungen im Februar 2020

Andreas Forrer, Mitglied der Volksschulbehörde Bischofszell, stellte an der Gemeindeversammlung jene beiden Kreditbegehren vor, über welche die Stimmbürger am 9. Februar entscheiden werden. Der Pavillon in Bischofszell Nord soll durch einen Neubau ersetzt werden. Forrer begründete das Vorhaben mit den inzwischen unzeitgemässen Bedingungen und dem grossen Entwicklungspotenzial an diesem Standort. Die Schulbehörde beantragt zunächst einen Projektierungskredit von 1,02 Mio. Franken. Die Baukosten dürften insgesamt rund 9 Millionen Franken betragen.

Das Schulhaus Kenzenau soll für rund 1,4 Mio. Franken saniert und umgebaut werden. Als Ziele nannte Forrer eine Optimierung der Raumaufteilung und der Wärmedämmung, den Ersatz der Ölheizung durch eine Wärmepumpe sowie die Erstellung eines neuen Geräteraums und eines Veloständers für 35 Fahrräder. An der Gebäudehülle werde nichts verändert, sagte Forrer. (st)