Volksschulbehörde Bischofszell beantragt Kredite von 2,5 Millionen Franken

Am Standort Bischofszell Nord soll ein neues Schulhaus errichtet werden. Das Schulhaus Kenzenau in Schweizersholz bedarf einer Sanierung.

Georg Stelzner
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Eingang zum Schulhaus Nord in Bischofszell.

Eingang zum Schulhaus Nord in Bischofszell.

Bild: Georg Stelzner

Die Behörde der Volksschulgemeinde Bischofszell war gut beraten, vor der Abstimmung über die beiden Kreditbegehren einen öffentlichen Informationsanlass durchzuführen.

Diskutiert wurde am Donnerstagabend mehrheitlich über das Projekt für einen Neubau, der das Schulhaus Nord dereinst ersetzen soll. Ins Schussfeld der Kritik geriet allerdings nicht das Projekt als solches, sondern die als gefährlich eingeschätzte Verkehrssituation am Standort.

Anwendung des Entwicklungskonzepts

Schulpräsidentin Corinna Pasche wies zu Beginn der Veranstaltung, die sinnvollerweise in den nicht mehr zeitgemässen Räumlichkeiten am Standort Bischofszell Nord durchgeführt wurde, auf das Entwicklungskonzept hin: «Es bildet die Grundlage für das Auslösen von planerischen und baulichen Massnahmen in der Volksschulgemeinde.»

Entscheidende Faktoren sind laut Pasche die sich verändernden Schülerzahlen und die steigende Bedeutung des Unterrichtsraums. Man brauche nun flexible Räume mit einem lernfördernden Effekt.

Drittes Schulzentrum in Bischofszell

Drittes Kindergarten- und Primarschulzentrum Die Aufgabe, für den Projektierungskredit zu werben, übernahm Ingo Brinkmann von der Firma Basler & Hofmann.

Er gab zu bedenken, dass die heutigen Pavillonbauten sanierungsbedürftig seien und die Schülerzahlen in Bischofszell Nord und Sitterdorf ansteigende Tendenz erkennen liessen. Infolge der pädagogischen Entwicklungen sowie aufgrund der kantonalen und schulinternen Richtlinien sehe man sich einem steigenden Raumbedarf gegenüber.

Im Falle einer Projektrealisierung werde Bischofszell ein drittes Kindergarten- und Primarschulzentrum erhalten. Die Nähe zur Sekundarschule Bruggfeld eröffne die Chance, Synergien zu nutzen, erklärte Brinkmann.

Hohe Projektierungskosten

Der Umstand, dass bereits für die Projektierung des Neubaus rund eine Million Franken aufzuwenden sind, provozierte kritische Wortmeldungen. Ein Votant sprach gar von einem «Wahnsinn».

Die Pavillonbauten in Bischofszell Nord stehen seit 1972 zur Verfügung.

Die Pavillonbauten in Bischofszell Nord stehen seit 1972 zur Verfügung. 

Bild: Georg Stelzner

Brinkmann zeigte Verständnis, dafür, betonte aber auch, dass die Volksschulgemeinde dem öffentlichen Beschaffungswesen unterliege. Das Verfahren bewirke Kostensicherheit und führe zum bestmöglichen Ergebnis, betonte der Referent.

Viel Verkehr im Umkreis der Schule

Mit seinem Hinweis auf die «heute schon völlig überlastete Ibergstrasse» sprach ein Stimmbürger jenes Thema an, das vielen Eltern im Einzugsbereich des Schulhauses Nord am meisten Kopfzerbrechen bereitet: die Sicherheit der Kinder.

Mit Nachdruck forderten mehrere Votanten, dass dieser Problematik im Zuge der Projektierung grosse Beachtung geschenkt werden müsse, zumal mit einer weiteren Verkehrszunahme zu rechnen sei.

«Eine Kreditbewilligung ohne Verkehrskonzept wäre widersinnig», brachte ein Quartierbewohner die Kritik auf den Punkt. Brinkmanns Versicherung, dass man die Sorgen ernst nehme, hatte beruhigende Wirkung. Zudem erklärte er, dass die Stadt Bischofszell für die bestmögliche Erschliessung des Schulareals Hand biete.

Bekenntnis zum Standort Kenzenau

Einwände gegen das zweite Bauvorhaben, die Sanierung und den Umbau des 99 Jahre alten Schulhauses Kenzenau, gab es nicht. Liegenschaftenverwalter Roger Rohner begründete den Kreditantrag mit den engen, ungenügenden Platzverhältnissen: «Die gesamte Einrichtung entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen für einen zeitgemässen Unterricht.» Ausserdem fehlten ein Aussengeräteraum und ein gedeckter Unterstand.

Das Schulhaus Kenzenau in Schweizersholz wird 2021 hundert Jahre alt.

Das Schulhaus Kenzenau in Schweizersholz wird 2021 hundert Jahre alt.

Bild: Georg Stelzner

Rohner erklärte, dass von der Sanierung fast ausschliesslich das Gebäudeinnere betroffen wäre. An der Fassade seien lediglich marginale Anpassungen vorgesehen.  Gemäss Rohner könnten die Arbeiten Anfang August beginnen, sodass sie spätestens vor den Sportferien 2021 abgeschlossen wären. «Ein Ja zum Kredit ist auch ein Ja zum Schulstandort», sagte Rohner.

Urnenabstimmung erforderlich

Am 9. Februar 2020 entscheiden die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Bischofszell über zwei Anträge der Schulbehörde. Es handelt sich einerseits um ein Kreditbegehren von 1,02 Millionen Franken für die Projektierung eines Neubaus als Ersatz des Schulhauses Nord in Bischofszell, anderseits um ein Kreditbegehren von 1,45 Millionen Franken für Sanierungen und Umbauten im Schulhaus Kenzenau in Schweizersholz. Gemäss Artikel 8 der Gemeindeordnung muss an der Urne abgestimmt werden, da beide Kredite die Grenze von 500'000 Franken übersteigen. (st)