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Vogelschützer zählen für die Stadt Kreuzlingen seltene Vogelarten

Beim Stadtspaziergang des Vogelschutzvereins Kreuzlingen zählten die
Teilnehmer drei gefährdete Gebäudebrüterarten: Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalbe.
Judith Schmuck
Die Exkursionsteilnehmer beobachten die Vögel durch ihre Feldstecher und Teleobjektive. (Bild: Judith Schmuck)

Die Exkursionsteilnehmer beobachten die Vögel durch ihre Feldstecher und Teleobjektive. (Bild: Judith Schmuck)

2019 hat der Vogelschutzverein eine wichtige Aufgabe von der Stadt Kreuzlingen aufgetragen bekommen: die Zählung der drei Gebäudebrüter Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalbe. Heidi Trachsel vom Vogelschutzverein erklärt, warum gerade diese drei Arten so bedroht sind:

«Diesen Vögeln fehlen zunehmend Futter und Brutplätze.»

Sowohl der Mauersegler, als auch die beiden Schwalbenarten ernähren sich von Insekten. Diese werden durch den Verlust von Biodiversität und Pestizidgebrauch in der Landwirtschaft immer weniger.

Erstaunlich ist, wie sich die Vögel an Notsituationen anzupassen wissen: «Wenn es nicht genügend Mücken für die jungen Mauersegler gibt, fahren sie ihre Körpertemperatur von 41 deutlich herunter», erklärt Trachsel dieses Wunder der Natur. Der Stoffwechsel wird dadurch gedrosselt. Die Eltern können nun in den Süden fliegen, wo sie sich vollfressen und anschliessend mit Proviant für ihre Zöglinge zurückkehren.

Flachdächer schaden der Vogelpopulation

Nebst dem Insektensterben sind die Mauerbrüter durch Neubauten und Renovationen bedroht. Es gibt immer weniger Bauten mit Schrägdächern, unter denen sich die Vögel ihre Nester bauen könnten. Zudem entfernen sie viele Hausbesitzer, weil sie sich am Kot stören: «Das ist aber gerade bei den Mehlschwalben illegal», betont Heiko Hörster, Tierpfleger und Mitglied im Vogelschutzverein.

«Wer Nester entfernt, kann verzeigt werden.»

Seit Januar 2017 steht die Mehlschwalbe unter Schutz. Die Nester und deren Pflege werden vom Kanton subventioniert und von der Stadt Kreuzlingen unterstützt, zum Beispiel beim Anbringen von Kotbrettchen zum Schutz der Fassade. Von den 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Exkursion am Freitag werden die Hälfte bei der Erfassung der Nistplätze helfen.

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