Visionen für den Weinfelder Bahnhof müssen noch lange warten

Die CVP fordert in einer Interpellation vom Stadtrat Mitspracherechte für die Bevölkerung beim Bahnhofkonzept. Der zuständige Stadtrat vertröstet jedoch in die ferne Zukunft, aktuell gehe es nur um einen neuen Bushof am Bahnhof.

Sabrina Bächi
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Wie weiter mit dem Bahnhofplatz? Die CVP Weinfelden fordert eine Kommission, die diese Frage klärt. (Bild: Mario Testa)

Wie weiter mit dem Bahnhofplatz? Die CVP Weinfelden fordert eine Kommission, die diese Frage klärt. (Bild: Mario Testa)

Täglich hetzen Tausende Pendler über den Bahnhof Weinfelden. Warten auf den Bus, nehmen ein Taxi oder flanieren, um sich die Zeit zu vertreiben. Der Bahnhof gehört irgendwie allen und doch nicht. Auch die Stadt hat Ansprüche an das Gelände des Bahnhofs. So soll dort ein Bushof mit neuen Einsteigekanten entstehen.

Das Konzept wurde bereits vorgestellt und die Grünen lancierten mit der Forderung nach einem autofreien Bahnhofsplatz eine kontroverse Diskussion. Zum Konzept haben sich aber auch Parlamentarier der CVP in einer Interpellation geäussert.

«Ich finde, es braucht eine Kommission, bei der auch die Bevölkerung involviert ist»

sagt Alexandra Beck von der CVP und momentan Präsidentin des Weinfelder Stadtparlaments. Das Thema Bahnhof und Bahnhofsplatz sei so wichtig, dass hier nicht ohne Einbezug der Bevölkerung bestimmt werden dürfe. «Viele haben tolle Ideen, was man dort alles machen könnte», sagt sie.

Bericht ist nur auf dem Bauamt einsehbar

Alexandra Beck, Vorstandsmitglied CVP Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Alexandra Beck, Vorstandsmitglied CVP Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Ihr persönlich gehe es in der Interpellation nicht darum, eine bessere Lösung zu präsentieren. Obschon es einige konkrete Vorschläge drin hat, sei es für sie wichtiger, dass der Stadtrat eine Kommission einsetzt und die Menschen, die in Weinfelden wohnen, ernst nimmt. Sonst, so befürchtet sie, sei es zu spät und die Weichen bereits gestellt.

Zudem sei der Bericht zum Konzept auch auf Nachfrage hin nicht an die Parlamentarier verschickt worden. Sie sei auf dem Bauamt gewesen und habe sich den 40-seitigen Bericht angeschaut.

«Ich frage mich, warum er nicht herausgegeben wird. Es scheint fast, als müsse man etwas verstecken»

sagt Beck. Zudem fordern die Interpellanten, dass der Kontakt mit der SBB hoch gehalten werden müsse. Auch von einer Begegnungszone von der Pestalozzistrasse in die Lagerstrasse wäre die Mittepartei angetan. Das würde bedeuten: Tempo 20 um das Bahnhofareal.

Von einer autofreien Zone, wie es die Grünen fordern, hält sie allerdings nichts. «Der Verkehr würde wahrscheinlich in die Quartiere ausweichen. Ich denke, eine Begegnungszone bereits helfen, dass weniger Verkehr über den Bahnhof geht», sagt Beck.

Primäres Ziel ist die Neugestaltung des Bushofs

Hans Eschenmoser, der zuständige Stadtrat, erklärt, weshalb es nicht so einfach sei, die Bevölkerung mit einzubeziehen. «Es geht bei diesem Konzept hauptsächlich um die Neugestaltung des Bushofes», erklärt er. Dabei gebe es viele Parameter, die gesetzlich vorgegeben sind, wie etwa das Behindertengleichstellungsgesetz.

es Weiteren sei in das Projekt nebst der Stadt Weinfelden auch der Kanton und die SBB involviert. Es sei mit diesen insgesamt drei Parteien schon schwierig genug, einen Konsens zu finden.

«Kritik am Konzept ist deshalb auch nicht gerade förderlich – auch wenn sie natürlich absolut legitim ist»
Hasn Eschenmoser, Stadtrat Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Hasn Eschenmoser, Stadtrat Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

sagt Eschenmoser. Auch deshalb habe man den Bericht zum Konzept nicht veröffentlicht. Die Mehrheit der Beteiligten, die diesen Bericht finanzierten, sei für ein Auflegen im Bauamt gewesen, jedoch nicht dafür, das Konzept zu verschicken. «Aber man konnte alles einsehen, wir haben nichts zu verstecken», betont der Stadtrat.

Eschenmoser vertröstet die Politiker und die Bevölkerung bezüglich Mitsprache auf einen späteren Zeitpunkt. Gleichwohl nehme er alle Ideen und Inputs ernst und auch der autofreie Bahnhofsplatz werde diskutiert. «Das Konzept lässt die Möglichkeit offen, später Visionen umzusetzen.» In etwa zehn Jahren könne man dann über den «grossen Lupf» sprechen, findet Eschenmoser.