Viele Schultern für die Zukunft des «Comedy Express» aus Sommeri

Beim «Comedy Express», der Schauspieltruppe mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, gibt es strukturelle Veränderungen. Mit einem Förderverein soll nun das Theater breiter abgestützt werden.

Manuel Nagel
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Regisseur Peter Wenk (l.) spielt erstmals selber beim «Comedy Express» mit und bereitet sich auf seinen Einsatz vor, während Ambrosia Weisser (r.) die Akteure richtig auf der Bühne positioniert. Diesen Freitag ist im «Cafi Sommeri» Premiere des neuen Theaterstücks. (Bild: Manuel Nagel)

Regisseur Peter Wenk (l.) spielt erstmals selber beim «Comedy Express» mit und bereitet sich auf seinen Einsatz vor, während Ambrosia Weisser (r.) die Akteure richtig auf der Bühne positioniert. Diesen Freitag ist im «Cafi Sommeri» Premiere des neuen Theaterstücks. (Bild: Manuel Nagel)

Es geht um nichts weniger als die Zukunft des «Comedy Express», das Ensemble, bei welchem Schauspieler mit geistiger Beeinträchtigung auf der Bühne stehen. Diese Zukunft will der neu gegründete Förderverein sichern. So steht es auf dem frisch gedruckten Flyer.

Erreichen wolle man das, indem man die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt, sagt Jürg Peter, der den Förderverein präsidiert. Denn bisher hatten diese Last vor allem die beiden Theaterschaffenden Peter Wenk und Ambrosia Weisser getragen. Peter Wenk war von der Bildungsstätte angestellt, doch mit dessen Pensionierung gab es Veränderungen. «Die Bildungsstätte unterstützt den ‹Comedy Express› weiterhin», betont Jürg Peter, aber nicht mehr in diesem Umfang wie bis anhin.

Verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit

Der Förderverein sucht deshalb ideelle, aber natürlich auch finanzielle Unterstützung durch Mitgliederbeiträge. Doch Jürg Peter sieht noch andere Möglichkeiten, wie man sich beim Theater einbringen könnte: «Vielleicht kann jemand Kostüme schneidern oder kennt sich bei den sozialen Medien gut aus und kann so sein Wissen zur Verfügung stellen.»

«Die Schauspieler haben über all die Jahre eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht.»Jürg PeterPräsident des Fördervereins

«Die Schauspieler haben über all die Jahre eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht.»
Jürg Peter
Präsident des Fördervereins

Jürg Peter selber musste nicht lange überlegen, als er letzten Sommer vom Duo Weisser und Wenk angefragt wurde, ob er bei einem solchen Förderverein dabei wäre. Auch weil Sohn Berni Peter ebenfalls auf der Bühne steht. «Aber bei weitem nicht nur deswegen», sagt sein Vater bestimmt. Er kenne den «Comedy Express» schon seit 13 Jahren. Da habe Berni noch nicht mitgespielt. Dieses Theater sei einfach etwas Faszinierendes. Jürg Peter findet, es sei frappant, welche Entwicklung die Schauspieler über all die Jahre durchgemacht hätten. Sie würden viel eigenständiger agieren als noch zu Beginn des Theaters im Jahr 2003.

Liebe, Eifersucht und Intrigen hinter der Bühne

Als «Romanze in Lach-Dur mit feurigen Untertönen» bezeichnen die Verantwortlichen die neue Eigenproduktion «Die Zauberflöte und andere Katastrophen», die sehr frei nach Wolfgang Amadeus Mozart interpretiert wird.
Die Handlung spielt an der Opera della Comedia, wo «Die Zauberflöte» gespielt wird – oder werden soll. Im Backstagebereich stehen die Requisiten und Bühnenelemente bereit, die Instrumente sind gestimmt, der Dirigent ist parat – doch die berühmte Sopranistin Anna Wettnedko fehlt.
Das Theaterpublikum sieht, was hinter der Bühne passiert. Den Bereich also, der dem normalen Opernbesucher verborgen bleibt. Schonungslos werden die exzentrischen, schrulligen und extravaganten Charakterzüge der Stars aufgedeckt.
Nichts ist, wie es scheint. Abseits des Publikums beginnt der Flötenzauber zu bröckeln. Papagena kann ihren Papageno in Wirklichkeit nicht ausstehen und stellt heimlich Monostatos nach. Dieser verliebt sich unsterblich in die Königin der Nacht und merkt zu spät, dass er sich in Wirklichkeit einen gesuchten flüchtigen Ausbrecher angelacht hat. Nebst Liebe, Eifersucht und Intrigen kommen auch noch Pleiten, Pech und Pannen hinzu. (man)
www.comedyexpress.ch

Diese spezielle Förderung von Menschen mit Beeinträchtigung soll deshalb weitergehen und breit abgestützt sein, so das Ziel des Fördervereins. Am Freitagabend ist Premiere des neuen Stücks (siehe Kasten) im Café der Bildungsstätte. Jürg Peter hofft nicht nur auf viele Zuschauer, sondern, dass auch möglichst viele dem Förderverein beitreten.

Hinweis
Um Mitglied des Fördervereins zu werden, gibt es auf der Webseite des «Comedy Express» weitere Informationen – wie auch sämtliche Daten der Aufführungen.
www.comedyexpress.ch