Viele kranke Bäume am Bach müssen in Weinfelden weichen

Nächste Woche werden viele Bäume entlang des Giessens gefällt. Sie sind von Pilzen und Schädlingen befallen und eine Gefahr für die Passanten.

Mario Testa
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Revierförster Hansruedi Gubler zeigt an einer Esche einen Ast, an welchem die Erkrankung des Baums zu erkennen ist.

Revierförster Hansruedi Gubler zeigt an einer Esche einen Ast, an welchem die Erkrankung des Baums zu erkennen ist.

(Bild: Mario Testa)

Orange Striche leuchten von vielen der Bäume. Sie stehen entlang des Giessens im Osten von Weinfelden, zwischen Amriswilerstrasse und Konstanzerstrasse. Kommende Woche sollen sie gefällt werden, wie die Stadtkanzlei mitteilt. «Viele Eschen entlang des Giessens sind vom Eschentriebsterben befallen. Die Ursache für das Eschentriebsterben ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz», steht in der Mitteilung.

Laut Revierförster Hansruedi Gubler führt der Pilzbefall zum Absterben der Äste oder ganzen Bäume. «Im Thurgau sind fast alle Eschen vom Pilz befallen. Ich schätze 95 Prozent», sagt er.

Raupe bohrt sich durchs Holz

Auch die Weiden entlang des Weinfelder Dorfbachs sind geschwächt. Ihnen wird der Weidenbohrer zum Verhängnis, ein Schmetterling, dessen Raupen dem Holz stark zusetzen. «Sie fressen sich durchs Holz und schwächen die schnell wachsenden Bäume, diese können dann absterben», sagt Gubler. «Dazu zeigen auch sie Pilzbefall – und Pilze zersetzen das Holz.»

Solche Löcher hinterlassen die Raupen des Weidebohrers im Holz. Dieses wird geschwächt und ist so auch für Pilze anfälliger, die es ebenfalls schwächen.

Solche Löcher hinterlassen die Raupen des Weidebohrers im Holz. Dieses wird geschwächt und ist so auch für Pilze anfälliger, die es ebenfalls schwächen.

(Bild: Mario Testa)

Direkt neben den befallenen Bäumen verläuft ein Weg. Das Totholz stellt eine Gefahr für Spaziergänger auf dieser Seite des Bachs und für Gebäude auf der anderen Seite dar.

«Nach Stürmen wie am Dienstag liegt immer viel Totholz herum»

sagt Gubler, der mit seinen Forstwarten die Fällaktion durchführen wird. «Wir brauchen aber das passende Wetter dazu. Entweder gefrorene Böden oder trockene. Sonst machen wir zu viel Landschaden.» Ob die Bachgehölzpflege also wie geplant kommende Woche durchgeführt werden kann, ist unsicher.

Förderung der Artenvielfalt 

Nebst den Fällungen werden die verbleibenden Sträucher und Bäume gepflegt, in einem zweiten Schritt dann auch neue gepflanzt. Eschen werden es nicht mehr sein, auch nicht mehr die bisherige Weidenart. Ziel sei es, eine grössere ökologische Vielfalt unter den Bäumen entlang des Giessens zu erreichen. «Es gibt bereits Kirsch- und Nussbäume dort», sagt Hansruedi Gubler. «Zusätzlich werden wir, wo genug Licht vorhanden ist, Eichen pflanzen und weitere Kirschbäume. Das sind robuste Arten, die Kirschen blühen zudem schön im Frühling.»

Informieren statt reagieren

Warnung an die Spaziergänger

Dass die Stadt Weinfelden die Bachgehölzpflege im Voraus ankündet, hat mehrere Gründe. «Erstens geht es schon darum, die Leute darüber zu informieren, dass bei Sturm Äste abbrechen könnten, wenn sie auf dem Weg spazieren. Das hat Werkhofleiter Martin Schneeberger angeregt», sagt Stadtschreiber Reto Marty. «Andererseits wollen wir über die Gehölzpflegeaktion mit Fällungen lieber im Voraus informieren, als uns im Nachhinein rechtfertigen zu müssen.» Wenn Bäume gefällt würden, gebe es häufig Reaktionen aus der Bevölkerung.

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