«Viel Luft haben wir damit nicht»: Für den HC Thurgau bleibt es trotz Zweidrittel-Auslastung des Stadions ein Tanz auf heisser Kohle

Der HC Thurgau ist bereit, mit den Leitplanken, die der Bundesrat am Mittwoch gegeben hat, in die Eishockeysaison 2020/21 zu steigen. Finanzielles Ungemach droht dem Leuchtturm des Thurgauer Sports wegen der Coronapandemie auf jeden Fall.

Matthias Hafen
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Einem Saisonstart Anfang Oktober mit dem HC Thurgau können nur noch die kantonalen Behörden im Weg stehen.

Einem Saisonstart Anfang Oktober mit dem HC Thurgau können nur noch die kantonalen Behörden im Weg stehen.

Mario Gaccioli

Jetzt geht er los, der Kampf um jeden Sitzplatz. Seit der Bundesrat am Mittwochnachmittag grünes Licht für eine Stadionauslastung von zwei Dritteln mit Sitzplatz- und Maskenpflicht bekannt gegeben hat, ist eine wichtige Leitplanke gesetzt für die Eishockeysaison 2020/21 in den zwei höchsten Ligen. Und Thomas Imhof, Geschäftsführer des HC Thurgau, ist seither zuversichtlicher was den Meisterschaftsstart der Swiss League am Freitag, 2. Oktober, betrifft. Zuversichtlicher als vor dem kapitalen Mittwoch, als eine maximale Stadionauslastung von lediglich 50 Prozent im Raum stand. «Mit den zwei Dritteln können wir etwas anfangen», sagt Imhof. «Viel Luft haben wir damit aber nicht.»

Der Kanton legt die Obergrenze fest

Die Unsicherheit bleibt gross. Denn jetzt liegt es an den kantonalen Behörden, die genaue Anzahl der Sitzplätze festzulegen, die während der Spiele des HC Thurgau in der Weinfelder Eishalle Güttingersreuti besetzt werden können. Und damit gehen für den HCT, den Leuchtturm des Thurgauer Mannschaftssports, die Tage des Zitterns weiter. Denn für die jetzt schon arg strapazierte Kasse des Klubs ist jeder Sitzplatz Gold wert, der während der Coronapandemie verkauft werden kann.

Thomas Imhof, Geschäftsführer HC Thurgau

Thomas Imhof, Geschäftsführer HC Thurgau

Mario Gaccioli

Mit der Forderung, das Stadion nach der Umrüstung in eine reine Sitzplatz-Arena zu hundert Prozent auslasten zu können – wie heute zum Beispiel schon im Zug oder im Flugzeug möglich – scheiterten die Sportklubs. «Dabei wäre das für uns essenziell gewesen», sagt Thomas Imhof.

«Denn wir haben schon durch die Umrüstung auf lauter Sitzplätze ordentlich Kapazität verloren.»

So ist zum Beispiel noch unsicher, ob der HC Thurgau künftig alle Personen, die ein Saisonabo gekauft haben, in die Halle lassen kann. «Alles hängt davon ab, wie unsere Verhandlungen mit dem Kanton verlaufen», sagt der HCT-Geschäftsführer. Am Ende wird es für Thurgau zumindest für den Saisonbeginn auf eine Stadionkapazität zwischen 700 und 1000 Sitzplätzen hinauslaufen. Paradoxerweise ist das unter der Grenze, die noch bis zum 1. Oktober gilt und mit viel weniger Aufwand verbunden ist. Aber je nach Pandemieverlauf schwingt beim HC Thurgau natürlich die Hoffnung mit, spätestens für die entscheidende Meisterschaftsphase wieder mehr Zuschauer in die Halle lassen zu dürfen.