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Im rosaroten Haus am Seeufer gibt es viel Drama

Das Kreuzlinger See-Burgtheater zeigt ab dem 12. Juli «Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch. Das Stück sei nicht verstaubt und zu Recht bekannt, findet Regisseur Leopold Huber.
Nicole D’Orazio
Sie posieren im Estrich des rosafarbenen Hauses: Die Schauspieler des See-Burgtheaters Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Sie posieren im Estrich des rosafarbenen Hauses: Die Schauspieler des See-Burgtheaters Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Ein rosarotes Haus direkt am See. Mitten im Seeburgpark. Es ist die diesjährige Kulisse des See-Burgtheaters. Vom 12. Juli bis 9. August wird hier das Stück «Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch aufgeführt. «Das Haus ist eine komische Mischung aus Konservatismus und falsch verstandener Moderne», sagt Regisseur Leopold Huber an der Medieninformation am Dienstag. «Das Haus am See verspricht einen gewissen Wohlstand, schaut aber auch aus wie eine Festung.» Das Rosa habe man gewählt, weil man eine idyllische Farbe wollte, die sich vom Himmel und vom See abhebt.

Das Stück spielt, nicht wie im Original im Wohnzimmer der Biedermanns, sondern im Garten mit einem adretten, weissen Zaun. «Wir haben alles nach draussen verlegt, damit der Zuschauer etwas sieht», sagt Huber. Zu sehen bekommt das Publikum einiges, Pyrotechnik inklusive.

Die Vorzeigeidylle gerät mächtig ins Wanken

Im rosa Haus leben Gottlieb Biedermann (dargestellt von Adrian Furrer) und seine Frau Babette (Astrid Keller). Sie sind gut situiert, Kleinbürger und legen viel Wert auf ihre Vorzeigeidylle. Diese kommt allerdings kräftig ins Wanken, als sie dem Hausierer Schmitz (Hans-Caspar Gattiker) und dessen Kumpanen Eisenring (Andrej Reimann) Unterschlupf bieten. Die Fremden verhehlen nicht, dass sie eigentlich Brandstifter sind. Doch weder Biedermann, noch seine Frau bringen den Mut auf, die beiden Gäste wieder loszuwerden. Sie versuchen sogar, sich mit ihnen zu verbrüdern. Ein dramatisches Ende scheint unausweichlich.

Das Werk könnte man als Parabel auf den Kommunismus verstehen, sagt Huber. Eine Parabel ist eine lehrreiche Textsorte, die durch den Empfänger entschlüsselt werden muss. «Sie muss offenbleiben. Der Zuschauer muss sich seinen eigenen Reim machen.» Deswegen habe man darauf verzichtet, eine Verbindung zur heutigen Flüchtlingsproblematik, dem IS oder Trump zu machen. Hilfe für den Zuschauer, das Gesehene einzuordnen, wird mitgeliefert. Nämlich durch den Chor. Dieser sei ein beschreibendes Element und Stellvertreter des Zuschauers. «Der Chor unterbricht die Handlung, distanziert sich und hilft dem Zuschauer, zu reflektieren.»

Regisseur Leopold Huber posiert am weissen Gartenzaun vor dem rosaroten Haus der Biedermanns. (Bild: Donato Caspari)

Regisseur Leopold Huber posiert am weissen Gartenzaun vor dem rosaroten Haus der Biedermanns. (Bild: Donato Caspari)

Das Drama ist aber nicht nur traurig. «Das Stück hat eine gewisse Leichtigkeit und viel Humor», findet Darsteller Adrian Furrer. «Frisch will unterhalten und den Leuten gefallen.» Das See-Burgtheater hofft ebenfalls, dem Publikum zu gefallen. Insgesamt gibt es 20 Aufführungen. «Wer das Buch in der Schule gelesen hat, soll kommen und sein Urteil überprüfen», sagt Huber. «Es ist zu Recht bekannt und überhaupt nicht verstaubt.» Besonders freue ihn, dass Oberstufenschüler des «Remisberg» das Buch lesen und eine Probe besuchen. «Hoffentlich merken sie, dass Theater spannend ist.»

www.see-burgtheater.ch

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