Kommentar

Dass die Amriswiler auf ein Recht verzichten, zeugt von Vertrauen in den Stadtrat

Mit 64,1 Prozent Ja stimmen die Amriswilerinnen und Amriswiler für eine Änderung der Einbürgerungspraxis. In Zukunft entscheidet nicht mehr die Gemeindeversammlung, sondern der Stadtrat, wer das Bürgerrecht erhält. Eine Einschätzung von Amriswil-Redaktor Manuel Nagel.

Manuel Nagel
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Manuel Nagel (Bild: Reto Martin)

Manuel Nagel (Bild: Reto Martin)

Freiwillig auf ein Recht verzichten, das ist doch eher aussergewöhnlich. Aber genau das haben die Amriswilerinnen und Amriswiler am Sonntag getan. Sie wollen nicht mehr selber entscheiden, wer das Gemeindebürgerrecht erhält, sondern legen diese Entscheidung in die Hände des Stadtrats.

Zwar fassten FDP und CVP die Nein-Parole, und auch aus der SVP kamen kritische Stimmen, die lieber eine Einbürgerungskommission gehabt hätten und deshalb die Vorlage zur Ablehnung empfahlen. Doch diese Kritiker konnten nur etwas mehr als einen Drittel der Stimmberechtigten überzeugen.

Das zeugt einerseits von Vertrauen in den Stadtrat. Andererseits dürften sich einige Bürger auch mehr Einfluss auf die Einbürgerungen ausrechnen. Musste man früher bei einem Einwand vor der ganzen Gemeindeversammlung hinstehen. So können in Zukunft alle ihre Bedenken mit einer E-mail beim Stadtrat anbringen – selbst wenn diese anonym ist.