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Versteigerung in Kreuzlinger Bäckerei: Alles ging weg wie warme Weggli

Bei der "Blauen Eule" an der Romanshornerstrasse wurde kürzlich das Inventar wegen eines Konkurses verhökert. Am meisten gekämpft wurde um einen BMW.
Annika Wepfer
Blick auf das Ladenlokal an der Romanshornerstrasse. (Bild: Annika Wepfer)

Blick auf das Ladenlokal an der Romanshornerstrasse. (Bild: Annika Wepfer)

In dem kleinen Cafe Blaue Eule an der Romanshornerstrasse war am Freitag vor einer Woche viel los. Kurz vor 14 Uhr stand eine ganze Gruppe Menschen vor dem grossen Haus. Alle warteten auf den Beginn der im Amtsblatt angekündigten Versteigerung des Inventars. Im Gebäude war fast kein Platz mehr frei. Die Interessenten standen im Raum und suchten sich eine Stelle, an welcher sie an dem Geschehen teilnehmen konnten.

Frühere Besitzerin will ihr Auto zurück

Der Abteilungsleiter des Betreibungsamtes Kreuzlingen, René Fröhlich, fing damit an, die Situation zu erklären. Alles in dem Cafe bis und mit den Geschäftsautos, Backöfen und Teigmaschinen werde versteigert. Wer höher biete und ihn bis drei zählen lasse, bekomme die Ware. Alles musste bar bezahlt werden, und falls es einen Mindestpreis gab, erwähnte er diesen am Anfang.

Nachdem den Besuchern alles klar war, begann die Versteigerung. Fröhlich fing mit dem teuersten Auto an. Es wurde schnell spannend, denn die alte Besitzerin des versteigerten Autos war dabei. Sie wollte ihren geliebten BMW um jeden Preis wieder haben. Ein anderer Bieter, ein junger Mann in einem teuer wirkenden Anzug, wollte das Auto auch unbedingt bekommen. So fing der Bieter-Kampf an. Die frühere Besitzerin, eine Deutsche mittleren Alters, nervte sich offensichtlich über ihren Konkurrenten, bekam das Auto aber schliesslich. Mit einem zufriedenen Grinsen und 2000 Franken weniger in der Tasche verliess sie das Kaffee. Das Tuscheln fing an:

«Niemals würde ich so viel Geld ausgeben»,

bemerkte ein junger Mann in Arbeitskleidern. Viele der Zuschauer konnten es auch nicht glauben. Der andere Bieter ging ebenfalls raus und war sichtlich sauer über seine Niederlage. Nach dem ersten Gebot leerte sich das Kaffee ein wenig. Viele der Leute, vor allem Junge, waren nur wegen des Autos gekommen. Die Zeit zog sich dahin und plötzlich war schon eine Stunde herum. Bis dahin konnte Fröhlich viele Bäckereiutensilien versteigern.

Ein Mann, vier Schränke

Es war nicht sehr spannend, da jeweils nur eine Person ein Gebot abgab. Bis es um einen Kasten ging. Zuerst wollte ihn niemand haben, obwohl es keinen Mindestpreis gab. Also rief ein älterer Herr: «15 Franken!» und kaufte den Schrank. Danach wurde auf dasselbe Modell nochmals geboten und von der Kasse aus rief jemand: «Wenn ihn niemand nimmt, dann biete ich nochmals 15 Franken.» Es war derselbe Herr, der vorhin schon geboten hatte. Auch der dritte und der vierte Schrank gingen für denselben Preis an den gleichen Mann. Die Freude über das gemachte Schnäppchen war ihm sichtlich anzusehen. Ob die Versteigerung auch aus Sicht des Betreibungsamtes ein Erfolg war, bleibt offen. Keiner der Verantwortlichen wollte zum Fall Stellung nehmen.

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