Verschmutzung der Salmsacher Aach: Schweinemäster scheint die Verurteilung durch das Bezirksgericht Arbon zu akzeptieren

Das Obergericht ist nicht auf seine Berufung eingetreten, weil der Tierhalter keine Anträge eingereicht hat. Ob er trotzdem noch ans Bundesgericht gelangen will, ist vorderhand sein Geheimnis.

Markus Schoch
Merken
Drucken
Teilen
Bei der Gewässerverschmutzung der Aach vor vier Jahren starben Tausende von Fischen.(Bild: Urs Bucher)

Bei der Gewässerverschmutzung der Aach vor vier Jahren starben Tausende von Fischen.(Bild: Urs Bucher)

Der Fall hatte hohe Wellen geworfen. In den Jahren 2015 und 2016 war wiederholt Gülle beziehungsweise verunreinigtes Wasser in die Salmsacher Aach geflossen. Beim ersten Mal starben auf einer Länge von rund zwei Kilometern Tausende Fische und Kleinlebewesen. Der Fischereiverband reichte Strafanzeige gegen unbekannt ein.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Thurgau führten zu einem Schweinemäster, dessen Betrieb in der Nähe der Stelle liegt, wo die Jauche in die Aach gelangt war. Im letzten Oktober verurteilte ihn das Bezirksgericht Arbon wegen fahrlässigem Verhalten zu einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 230 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss er eine Busse von 3000 Franken zahlen und die Verfahrenskosten von 5817 Franken übernehmen, entschieden die Richter.

Berufung beim Obergericht eingereicht

Der Tierhalter akzeptierte den Schuldspruch allerdings nicht vorbehaltlos. Er hatte bereits vor Gericht seine Unschuld beteuert und gelangte ans Obergericht. Nachdem er das begründete Urteil erhalten hatte, stellten der Schweinemäster beziehungsweise sein Anwalt aber keine Anträge, sodass das Obergericht mit Beschluss vom 12. Juni nicht auf die Berufung eintrat.

Ob das Urteil des Bezirksgerichts Arbon damit rechtskräftig ist, lässt sich nicht sagen. Theoretisch könnte der Schweinemäster noch mit einer Beschwerde an Bundesgericht gelangen. Wie er sich entschieden hat, bleibt vorderhand sein Geheimnis.

Beschwerdefrist läuft

Denn er war in den letzten zwei Wochen trotz wiederholter Kontaktversuche nicht zu erreichen für die «Thurgauer Zeitung». Und sein Rechtsvertreter sagt nichts mit Verweis aufs Anwaltsgeheimnis. Auch das Obergericht kann nicht weiter helfen, da die Beschwerdefrist läuft.

Es wäre allerdings seltsam, wenn sich die Richter in Lausanne am Schluss mit dem Fall befassen müssten, nachdem der Schweinemäster das Obergericht materiell nicht damit bemühen wollte.