Versammlung

Evangelisch Weinfelden belässt den Steuerfuss trotz Defizit

An der Kirchgemeindeversammlung von Evangelisch Weinfelden bewilligen die Stimmberechtigten das Budget 2021. Die Vorsteherschaft hofft auf eine baldige Reaktivierung des Gemeindelebens.

Mario Testa
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Präsident Thomas Siegfried führt durch die Kirchgemeindeversammlung in der evangelischen Kirche.

Präsident Thomas Siegfried führt durch die Kirchgemeindeversammlung in der evangelischen Kirche.

Bild: Mario Testa (Weinfelden, 11. Januar 2021)

Die Kirchgemeinden in der Schweiz profitieren von einer Ausnahmeregelung in den Pandemiemassnahmen. Sie dürfen, gleich wie die Politische Gemeinden, Versammlungen noch durchführen. Dass dies trotz Corona gut geht, bewies am Montagabend die Evangelische Kirchgemeinde Weinfelden. Mit grossem Abstand und Maske im Gesicht sitzen die 42 teilnehmenden Stimmberechtigten in der evangelischen Kirche. Nur die Redner entledigen sich vorne am Rednerpult jeweils kurz ihrer Masken.

Haupttraktanden der Versammlung sind die beiden Budgets 2021 – jenes der Kirchgemeinde und jenes des Altersheims Bannau. Während Letzteres mit einem Überschuss von knapp 37'000 Franken rechnet, liegt jenes der Kirchgemeinde mit rund 103'000 Franken im Minus. «Einerseits reduziert sich der Steuerertrag wegen der Unternehmenssteuerreform etwas, andererseits beschäftigen uns die Liegenschaften», sagt Kirchenpfleger Felix Romann.

«Mir ist es ein Anliegen, den Steuerfuss bei 15 Prozent zu belassen.»

Deshalb sei es wichtig, für die anstehenden Sanierungen Rückstellungen zu bilden und damit das Minus im Budget in Kauf zu nehmen. «Hätten wir beispielsweise die 88'000 Franken für die Gebäudesanierung nicht vorfinanziert, würde der Verlust auch nur noch etwa 15'000 Franken beantragen.»

Einstimmige Entscheide

Einstimmig und diskussionslos bewilligen die anwesenden Kirchbürger das Budget der Evangelischen Kirchgemeinde Weinfelden und des Altersheims Bannau. Ebenso das Protokoll der vergangenen Versammlung. Präsident Thomas Siegfried bedankt sich für das Vertrauen in die Behörde und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Kirchenleben bald wieder aktiver gestaltet werden kann.

Die Versammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Weinfelden fand Coronabedingt in der Kirche statt.

Die Versammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Weinfelden fand Coronabedingt in der Kirche statt.

Bild: Mario Testa

Zu Beginn der Versammlung informieren alle sieben Ressortleiter über die geplanten Programme im neuen Jahr. Vieles ist noch in der Schwebe, aber gerade im Bereich der Jugend sollen dieses Jahr auch wieder Lager und Reisen stattfinden sowie die eigenständige CEVI gegründet werden. Im Bereich der Erwachsenenbildung ist eine Israel-Reise im Mai geplant und das Nachhol-Fest «150 Jahre Landeskirche Thurgau» mit einer Nacht der Lichter. Auch für die Senioren soll das Trauercafé weitergeführt und sobald wie möglich auch wieder Mittagstische und Reisen angeboten werden.

Sofortmassnahmen

Umbauten im Altersheim

Über die Entwicklung des Altersheims Bannau spricht Präsident Heinz Schadegg. Corona habe das ganze Team stark gefordert, erkrankt sei glücklicherweise niemand. Der Aufwand sei jedoch gross gewesen. «Wir brauchten beispielsweise fast plötzlich neue Arbeitskleider. Auch eine Besucherkabine konnten wir innert vier Tagen realisieren», sagt Schadegg. Um ein Büro zusätzlich zu schaffen, wird ein Zimmer aufgehoben. Dafür wird im Dachstock ein weiteres geschaffen, damit die Gesamtzahl Zimmer für Bewohnerinnen und Bewohner gleich bleibt.