Verbote machen Freude - zumindest während der Wega

Räbeblatt: An der grössten Thurgauer Messe gibt es Verbote, die für die Einheimischen eine wahre Freude sind. Klingt komisch. Ist aber so.

Sabrina Bächi
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Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Es gibt Momente, in denen sich sogar Autofahrer über Parkverbotstafeln freuen. Zumindest in der Vor-Wega-Zeit. Die rot-blauen Tafeln sind untrügliche Hinweise darauf, dass in Weinfelden die grösste Sause des Jahres ansteht. Auch wenn jeweils noch nichts auf die grösste Messe im Kanton hinweist, jedes Schulkind weiss: Die Parkverbotstafeln stehen für die Wega bereit.

Dank der Wega haben die Weinfelder in dieser Zeit allgemein eine spezielle Beziehung zu Verboten. Sie sind erfreut darüber, dass überall die Wildpinkler-Verbots-Ermahnungs-Schilder stehen, denn sie selbst gehen ja brav Zuhause aufs Klo.

Auch das Fahrverbot in der Innenstadt stört nur wenige. Man könnte meinen: Eine gewisse Wega-Gelassenheit ergreift die Mittelthurgauer in diesen Tagen. Grosse Lastwagen, die den Weg versperren und Bauarbeiter, die das Trottoir blockieren, sind kein Problem.

Des Weiteren gilt ein ungeschriebenes Motzverbot. Über die Wega motzen – das geht gar nicht. Wer das tut, outet sich als Frauenfelder (weil neidisch) oder Oberthurgauer (weil Olma) oder Seekind (weil nur Augen für das trübe Blau). Die Vorfreude überstrahlt alles und sorgt für ein Motzverbot ohne jede Verbotstafel.

Ebenso gilt ein Täderliverbot. Ohne darüber gross zu debattieren, ist allen Weganern klar: Was an der Wega passiert, bleibt an der Wega. Täderle, was der Bürokollege Peinliches an der Wega veranstaltet hat, ist und bleibt verpönt.

Was von der Wega bleibt? Die Wehmut im Anschluss. Nach all den Verboten, die für einmal etwas Gutes hatten.

Mein Opa, der Erfinder

Räbeblatt: Als kleines Kind war für mich die Fasnacht der Höhepunkt schlechthin. Kein Wunder, denn die Fasnacht liegt unserer Familie. Mein Opa ist schliesslich Mitgründer des Wigoltinger Fasnachtsumzuges. Noch heute wird nach dem Umzug durchs Dorf der Böög verbrannt.
Sabrina Bächi
Glosse

Räbeblatt: Kommen Sie sicher durch den Winter

Die kalte Jahreszeit verführt zu zweisamen Stunden unter der warmen Bettdecke. Damit das Kuscheln Spass macht, gibt es etwa batteriebetriebene Maschinchen. Zu empfehlen sind solche aus Schweizer Holz, die es in einem Amliker Internetshop zu kaufen gibt.
Sabrina Bächi