Vandalismus
Bei Bauschaum ist fertig lustig! – Die Kreuzlinger Brunnenverstopfer werden angezeigt

Der vom Künstler Roman Signer realisierte Brunnen an der Markstrasse ist zum wiederholten Mal das Ziel von Vandalismus geworden. Beim neuesten Akt entstand grosser Schaden.

Urs Brüschweiler
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Normalerweise spritzt eine Fontäne vom Boden an das Dach: Der Signer-Brunnen an der Markstrasse hinter dem Kreuzlinger Stadthaus.

Normalerweise spritzt eine Fontäne vom Boden an das Dach: Der Signer-Brunnen an der Markstrasse hinter dem Kreuzlinger Stadthaus.

Bild: Andrea Stalder - Januar 2019
«Mit dem Bauschaum haben wir einen Punkt erreicht, an dem wir das nicht mehr einfach akzeptieren können.»

Maurizio Ditaranto, Technischer Leiter bei Energie Kreuzlingen, spricht vom Vandalismus beim Signer-Brunnen an der Marktstrasse. Seit rund einem halben Jahr hätten die Mitarbeiter der Bauverwaltung immer wieder Steine, Holzstücke oder Äste von der Wasserdüse entfernen müssen. Das sei zwar mühsam und ärgerlich, verursache aber keine Schäden.

Die jüngste Aktion der unbekannten Täterschaft war aber nicht mehr harmlos. Mit Bau- bzw. Montageschaum wurde die Düse verstopft. Das wasserdichte und schwierig zu entfernende Material führte auch zu Schäden an der Pumpe des Wasserspiels. «Für die restlose Entfernung mussten wir die Hilfe eines Fachunternehmens in Anspruch nehmen», erzählt Ditaranto.

Schaden in Höhe von 6000 Franken

So sah die mit Bauschaum verstopfte Wasserdüse des Brunnens aus.

So sah die mit Bauschaum verstopfte Wasserdüse des Brunnens aus.

Bild: PD/Stadt Kreuzlingen

Für die Reparaturen und den Zeitaufwand rechne man mit Kosten von circa 6000 Franken. Diesen Schaden habe man denn auch der Kantonspolizei angegeben, bei welcher Energie Kreuzlingen Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat. In einer Mitteilung heisst es dazu:

«Energie Kreuzlingen bittet die Schadensverursacher, öffentliches Eigentum zu respektieren. Für die Kosten von Reinigung und Reparaturen kommt bekanntlich die Allgemeinheit auf.»

Es gehe bei der Anzeige auch darum, jetzt ein Zeichen zu setzten, dass man solches Treiben nicht mehr einfach akzeptieren werde, sagt Maurizio Ditaranto. Er gehe zwar davon aus, dass es sich bei den Brunnen-Verstopfungen immer um dieselben Täter handle, aber das sei letztlich nur eine Vermutung. Klar ist, dass der Vandalismus geplant und mutwillig war. «Eine Dose Bauschaum hat wohl kaum einer zufällig mit dabei.»

Fast 10 Tage Ausfall des Wasserspiels

Dass der Signer-Brunnen als Kunstwerk besonders einladend für Vandalismus sei, verneint Ditaranto. Verstopfungen seien hier nicht einfacher zu bewerkstelligen, als bei den andern über 30 Brunnen in der Stadt Kreuzlingen. Seit Mittwoch läuft das Wasserspiel im Übrigen wieder. Den zerstörerischen Schaum bemerkt hatten die Verantwortlichen am 16. August.

Ein bald 30-jähriges Kunstwerk

Der sogenannte Signer-Brunnen ist eine Skulptur des bedeutenden St.Galler Bildhauers, Zeichners und Konzeptkünstlers Roman Signer mit dem Namen «Brunnen». Realisiert wurde das Werk 1993 im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums der Wasserversorgung Kreuzlingen. Es ist Teil des Kreuzlinger Kunstweges und wird dort wie folgt beschrieben: «Der Brunnen an der Marktstrasse zeigt die Spannungen, Gegensätze und Gemeinsamkeiten der Natur mit der Geometrie. Das Wasser spritzt aus einem Loch im Boden an die Decke und bildet dort zwei Wasserschleier. Das fallende Wasser bildet zwei geometrische Formen.» (ubr)

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