Update: Playoff-Start verschoben +++  Namentliche Registrierung der Zuschauer und Verzicht auf Fan-Car: Amriswils NLA-Volleyballer müssen wegen Corona-Virus für Playoff-Halbfinal mehrere Auflagen erfüllen

Amriswils NLA-Volleyballer haben grünes Licht für den Playoff-Halbfinal vom Samstag. Für die Durchführung der Partie muss der Verein mehrere Auflagen erfüllen.

Matthias Hafen
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Die Spieler von Volley Amriswil können auch an den Halbfinal-Heimspielen vor ihren Fans auftreten.

Die Spieler von Volley Amriswil können auch an den Halbfinal-Heimspielen vor ihren Fans auftreten.

Bild: Mario Gaccioli (Amriswil, 4. Januar 2020)

UPDATE vom Donnerstag: 

Am Mittwoch ging man noch davon aus, dass die Volleyball-Playoff-Halbfinal-Serie Volley Amriswil gegen Lausanne am Samstag in der Tellenfeldhalle beginnen kann. Am Donnerstag die Gegenmeldung vom Verband Swiss Volley: Die Playoff-Halbfinals werden verschoben und in einer «Best of Three»-Serie gespielt. Der Zentralvorstand von Swiss Volley begründet seinen Entscheid damit, dass gemäss heute geltenden kantonalen Bestimmungen nicht alle Spiele mit Publikum durchgeführt werden können und sogenannte Geisterspiele in einer «Best of Five»-Serie nicht attraktiv seien.

Mit der Verkürzung der Serie und der Verschiebung der Spiele werde der Spielbetrieb nach dem erwarteten Entscheid des Bundesrats wieder aufgenommen – so dass die NLA-Meisterschaft hoffentlich unter fairen Bedingungen zu Ende gespielt werden kann. Geplant sind die jeweils maximal drei Spiele der Playoff-Halbfinals für Mittwoch, 18. März (+/- 1 Tag), Samstag, 21. März und Mittwoch, 25. März (+/- 1 Tag). Dieser Entscheid gilt Vorbehalt anderslautender Vorschriften auf Bundes- oder Kantonsebene.


Drei Tage vor Beginn des Playoff-Halbfinals gegen Lausanne hängt Volley Amriswil noch immer in der Luft. Zwar erhielt der souveräne Qualifikationssieger am Dienstag vom Kanton Thurgau grünes Licht für die Durchführung des ersten Spiels der Best-of-five-Serie in der Tellenfeldhalle – und das mit Publikum. Das heisst aber nicht, dass die Behörden im Waadtland für die Spiele in Lausanne gleich entscheiden werden.

«Und was machen wir, wenn wir die Heimspiele austragen könnten, nicht aber die Auswärtsspiele», fragt Amriswils Geschäftsführer Peter Bär. «Oder wenn unsere Halbfinalserie durchgeführt werden kann, die zwischen Schönenwerd und Luzern aber nicht?»

Aus diesem Grund findet bezüglich der kantonal geregelten Massnahmen gegen die Eindämmung des Corona-Virus noch eine Unterredung mit dem nationalen Verband Swiss Volley statt, bevor das Playoff in der NLA plangemäss weitergeführt werden kann.

Spieler bereiten sich vor, als wäre nichts gewesen

Amriswil bereitet sich dennoch auf den Halbfinal vor, als würde er am Samstag um 17 Uhr im Tellenfeld beginnen. «Die Spieler haben nach dem gewonnenen Viertelfinal gegen Traktor Basel nichts an ihrem Trainingsprogramm geändert», sagt Bär.

Für die Durchführung der Partie muss der Verein mehrere Auflagen erfüllen. So wird zum Beispiel jeder Zuschauer beim Eintritt in die Halle namentlich registriert. Und mehr als 1000 Personen dürfen unter keinen Umständen zur gleichen Zeit in der Halle sein. «Die Türen würden vorher geschlossen», sagt Amriswils Geschäftsführer.

Bär geht aber davon aus, dass nicht mehr als 600 bis 800 Zuschauer ans Spiel kommen werden. «Einige sind sicher auch verunsichert und ziehen es vor, derzeit nicht unter die Leute zu gehen», sagt er. Für die Spiele in Lausanne verzichtet Volley Amriswil bewusst auf einen Fan-Car. «Das Gleiche empfehlen wir auch den Lausannern», sagt Bär.

Geisterspiele und Verkürzungen unpopulär

Unter den gegebenen Umständen sei die Lösung «etwas Akzeptables». Die Alternativen wären, sogenannte Geisterspiele ohne Zuschauer durchzuführen oder die Playoff-Serien auf den Best-of-three-Modus zu verkürzen. «Aber das will eigentlich niemand», sagt Bär.

Auch eine zeitliche Verschiebung wie im Eishockey ist praktisch unmöglich. «Die Verträge der Spieler laufen in der Regel Ende April aus», so Bär. Sowieso aber wird die Situation jetzt von Spiel zu Spiel neu beurteilt werden müssen.