Unterstützung für Mobilfunkgegner ist gross in Bussnang

150 Personen nahmen am Informationsabend der IG «5G-freies Bussnang» teil. Die drei Referenten erzählten von ihren negativen Erfahrungen mit Mobilfunk-Antennen.

Christoph Heer
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Bauer Hans Sturzenengger erzählt den vielen Gästen von seinen negativen Erfahrungen mit Mobilfunkantennen.

Bauer Hans Sturzenengger erzählt den vielen Gästen von seinen negativen Erfahrungen mit Mobilfunkantennen.

(Bild: Christoph Heer)

Gibt es Kälberblindheit durch Mobilfunk? Wirkt sich 5G auf das biologische System aus? Diese und weitere Fragen wurden am privat organisierten 5G-Infoabend am Montag von den Fachleuten mit einem klaren Ja beantwortet. Eingeladen zum Anlass hatte die kürzlich gegründete Interessengemeinschaft «5G-freies Bussnang».

Zum Thema Mobilfunk scheiden sich die Geister. In der Bevölkerung regt sich immer mehr Widerstand, so auch in Bussnang. Die Resonanz auf den Anlass vom Montagabend in der Mehrzweckhalle Hohenalber ist entsprechend gross. Knapp 150 Interessierte lassen sich durch Jürgen Lubig (Therapeut aus Zürich), Hansueli Stettler (Bauökologe aus St. Gallen) und Hans Sturzenegger (Landwirt aus Reutlingen) über ihre Erfahrungen informieren.

Bauer klagt über Krankheiten seiner Tiere

Insbesondere die Ausführungen des Bauern lassen die Zuhörer erschrecken. Er berichtet von weitreichenden, gesundheitlichen Problemen, sowohl bei Mensch und Tier. «Auf meinem landwirtschaftlichen Pachtbetrieb wurde 1999 eine Mobilfunkantenne in Betrieb genommen», sagt er. Wenige Monate später sei das erste Kalb mit Grünem Star zur Welt gekommen.

«Bis dann die Antenne 2006 abgebaut wurde, waren ein Drittel meiner Kälber geschädigt.»

Zudem seien fünf Kühe verendet. «Darum ist für mich absolut klar, diese Strahlung ist schädlich für Mensch und Tier», sagt Sturzenegger.

Schwere Zeiten für Elektrosensible

Thematisiert wird in der Mehrzweckhalle in der Folge auch nicht konkret die geplante 5G-Antenne in Friltschen, vielmehr wird von den drei Referenten auf den allgemeinen, gesundheitsschädigenden Aspekt von Mobilfunkstrahlung hingewiesen. Da passt die Aussage von Baubiologe Hansueli Stettler perfekt ins Bild:

«Als elektrosensibler Mensch muss man wohl bald im Keller wohnen.»

In der Fragerunde gehen die Wogen, im Gegensatz zu ähnlichen Anlässen im Thurgau, nicht sehr hoch. Es werden eher technische Fragen gestellt. Die Meinungen der Besucher scheinen auch gemacht zu sein. Kaum einer, der zum Schluss nicht auf dem Unterschriftenbogen der Initiative «Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk» oder der «Mobilfunkhaftungsinitiative» unterschreibt.

Reaktion

Gegenveranstaltung zu Infoabend der Gemeinde

Dass die IG «5G-freies Bussnang» überhaupt ihren Informationsanlass auf privater Ebene lanciert hat, hat mit dem Orientierungsanlass seitens der Gemeinde Anfang Dezember zu tun. Damals seien Vertreter der befürwortenden Seite eingeladen gewesen und gestellte Fragen seien zu schwammig beantwortet worden. «Uns lag es darum am Herzen, die Bevölkerung mit den Meinungen industrieunabhängiger Personen zu informieren», sagt Barbara Wartenweiler von der Interessengemeinschaft zu Beginn des mehrstündigen Anlasses.

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