Unterricht mal anders: Am Mittwoch fand in der Kantonsschule Romanshorn der erste TecDay statt

Die Schüler schnupperten in Fächer von Mathematik bis Informatik und Naturwissenschaft bis Technik.

Rosa Schmitz
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Alex Dommann von der Empa referiert am TecDay der Kantonsschule Romanshorn das Modul «Neues Gewebe für Astronauten und Sportler».

Alex Dommann von der Empa referiert am TecDay der Kantonsschule Romanshorn das Modul «Neues Gewebe für Astronauten und Sportler».

Reto Martin

Ein Tag lang drehte sich an der Kantonsschule Romanshorn alles rund um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Die Schüler besuchten anstelle des normalen Unterrichts jeweils drei spezifische Module rund um MINT-Berufsbereiche – 36 standen zur Auswahl. Dabei kamen sie mit Personen aus Industrie, Hochschulen, Forschungsanstalten und Non-Profit-Organisationen ins Gespräch. Diese sogenannten «TecDays» sind eine Initiative der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) und wurden 2007 erstmals an der Kantonsschule Limmattal getestet. Seither wurden sie an über 50 weiteren Gymnasien und in allen Landesteilen erfolgreich durchgeführt. Sie sollen den Zugang zu technisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen für Jugendliche erleichtern und Interesse dafür wecken – eine vom Bund lancierte und finanzierte Bestrebungen.

An der Kantonsschule Romanshorn fand der TecDay am Mittwoch zum ersten Mal statt. «Kein Leben ohne Tod», «Roboter und Rover Challenge», «Ich sehe was, was Du (nicht) siehst», «Biochemie von Drogen und Drogentests» und «KI: Shazam, Alexa, Siri, Tesla und Co. sind bereits unter uns» heissen die Module, die besonders grossen Anklang fanden. Dort wurde die Teilnehmerzahl sogar erhöht, damit alle das gewünschte Modul besuchen konnten.

Grosser Fachkräftemangel

«Die Module haben alle einen starken Praxisbezug», sagt Projektmanagerin Belinda Weidmann. Viele würden sogar Experimente und Erklärungen mit Modellen oder kleine Projektarbeiten beinhalten. Und die Referenten stammen aus 25 verschiedenen Organisationen – von Basel bis Zürich und von Luzern bis St. Gallen. «Sie machen das freiwillig und werden nicht von uns dafür bezahlt», so Weidmann weiter. «Sie wollen ihre Leidenschaft weitergeben.» Hinter diesem Anliegen stehen auch die Verantwortlichen der Kantonsschule Romanshorn. Man wolle die gesamte Breite des Bildungsspektrums anbieten und die Kompetenzen der Schüler in allen MINT-Berufsbereichen fördern, sagt Rektor Stefan Schneider.

«Wir sind heute ständig von Technik umgeben.»

Doch die Hightech-Gesellschaft habe grosse Probleme, genügend Ingenieure und technische Spezialisten zu rekrutieren. Einen Grund dafür sieht Schneider im Umstand, dass Technik als Fach an der Schule nicht existiere. «Jeder Schüler bei uns soll einmal an einem TecDay teilnehmen können.» Das sei vor allem aufgrund des Fachkräftemangels in der Branche notwendig, aber auch für das soziale Verhalten der Schüler als Konsumenten, Stimmbürger und zukünftige Führungskräfte. Es gehe aber nicht darum, konkrete Studienrichtungen vorzustellen, sagt Weidmann. «Wir wollen zeigen, wie später die Berufspraxis aussehen könnte.»