Unternehmer Hermann Hess sagt in Arbon: «Die TZ hat eine gute Mannschaft»

Die «Thurgauer Zeitung» diskutierte am Donnerstag mit Meinungsführern über Journalismus, Geld und Macht. Es gab viel Lob, aber auch Kritik.

Markus Schoch
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Talk im Presswerk mit Moderator Mario Testa, Unternehmer Hermann Hess, dem Arboner Stadtpräsidenten Dominik Diezi und TZ-Chefredaktor David Angst. Bild: Reto Martin)

Talk im Presswerk mit Moderator Mario Testa, Unternehmer Hermann Hess, dem Arboner Stadtpräsidenten Dominik Diezi und TZ-Chefredaktor David Angst. Bild: Reto Martin)

Sowohl Unternehmer Hermann Hess als auch der Arboner Stadtpräsident Dominik Diezi sind treue Abonnenten der «Thurgauer Zeitung». Und auch zufriedene Leser. Das Niveau sei zwei Stufen höher als bei der «Basler Zeitung», sagte Hess am Donnerstag an einer Podiumsdiskussion im Rahmen einer Informationsveranstaltung, zu der die «Thurgauer Zeitung» Meinungsführer ins Arboner Presswerk eingeladen hatte.

Auch Diezi findet, die Redaktion mache ihre Arbeit gut. Er habe deshalb keine Mühe, die Rechnung für das Abo zu bezahlen. Die freie Presse sei zentral für das Funktionieren einer Demokratie. Es müsse ihr deshalb gelingen, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln, das ihr das Überleben sichere.

«Wir investieren viel in die digitale Transformation»

Das alte Geschäftsmodell funktioniert je länger je weniger, sagte Christine Bolt, Leiterin Marketing und Lesermarkt bei CH Media. Die Inserateeinnahmen im Print hätten sich in den letzten Jahren etwa halbiert. Gleichzeitig sterben den Zeitungen die Leser weg. Die Jungen holen sich ihre Informationen im Netz. Deshalb investiere die vor einem Jahr gegründete CH Media, zu der die «Thurgauer Zeitung» gehört, viel in die digitale Transformation, sagte «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid. Die Herausforderungen seien gross, aber nicht unmöglich zu meistern, meinte Bolt.

Die TZ habe als Monopolmedium grosse Macht und gehe damit nicht immer sorgsam um, kritisierte FDP-Kantonalparteipräsident David H. Bon. Alt Regierungsrat Claudius Graf Schelling fehlt «gelegentlich eine gewisse Selbstreflexion». Die TZ habe dafür einen Leserrat, sagte Chefredaktor David Angst. Dort höre er immer, die Journalisten dürften kritischer sein.