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Unternehmer Andy Hostettler reist weit für die Salzbutter seiner Gattin

Er ist Hotelier und Erfinder des Panorama-Knifes. Andy Hostettler liebt Stracciatella, wegen der Schoggistückchen. Er hat eine vom Hund vernachlässigte Familie und verspricht, nach seinem Tod einen Like-Button in die Wolken zu zeichnen.
Viviane Vogel
Gespiegelt: Andy Hostettler. (Bild: Donato Caspari)

Gespiegelt: Andy Hostettler. (Bild: Donato Caspari)

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Mein Lieblingsort ist immer jener, an dem ich gerade nicht bin. Spaziere ich zum Beispiel mit dem Hund am See, frage ich mich, ob man mich nun vom Napoléon-Turm aus sehen kann.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Hoffen und bangen.

Welches ist ihre liebste Glace-Sorte?

Schoggi. Am liebsten die von Mövenpick. Stracciatella geht auch, wenn die Schokoladestücke gross genug sind.

Bratwurst mit oder ohne Senf?

In St. Gallen immer ohne. Man will ja keinen Anschiss riskieren. Im Thurgau manchmal mit, manchmal ohne und manchmal mit Mayonnaise oder Barbecue-Sauce. Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen? Mein Geburtstagsmenu war Poulet mit Kartoffelstock. Damals war Poulet noch etwas wirklich Extravagantes.

Was haben Sie zuletzt in ­Konstanz eingekauft?

Gesalzene Butter aus Frankreich. Meine Frau ist nämlich aus der Bretagne. Wir sind jahrelang alle paar Monate nach Mulhouse gefahren, um diese Butter zu kaufen, bis uns eine Freundin gesagt hat, dass wir die auch im Edeka finden.

Und was in einem Thurgauer Laden?

Alles ausser der gesalzenen Butter. Auch für unser Hotel Ermatingerhof kaufen wir nur in der Schweiz ein.

Was hören Sie im Auto?

Wind, Motoren und Abrollgeräusche. Hin und wieder: «Papa, wann sind wir endlich da?» Wenn ich das alles nicht hören will, dann kommt aus den Lautsprechern vieles ausser Schlager und Volksmusik. In den Bergen mag ich Volksmusik aber sehr.

Mit welchem Vornamen ­würden Sie neu ins Leben starten wollen?

Ich finde, man sollte den Kindern erst so ab 20 Jahren, wenn man ihren Charakter kennt, Namen geben. So würde zum Beispiel Warren Buffet heute Dagobert heissen. Auch bei Roger Federer passt ja im Grunde nur der Nachname. Für mich würde ich Leonardo wählen. Das wäre doch ein Ansporn, mal was wirklich Wichtiges zu erfinden. Noch wichtiger als das Panorama-Knife.

Was ist Ihr gefühltes Alter?

Das schwankt so zwischen 35 und 85. Es gibt Tage, manchmal nur Momente, da fühle ich mich wie 35 oder gar noch jünger und dann ganze Dekaden, in denen ich mich frage, wieso mir noch keiner die AHV überweist.

Ganz so gross ist Andy Hostettlers Panorama Knife in echt nicht. (Bild: Donato Caspari)

Ganz so gross ist Andy Hostettlers Panorama Knife in echt nicht. (Bild: Donato Caspari)

Erzählen Sie uns von Ihrem Haustier. Warum ist es so besonders?

Unseren Hund hätten wir statt Kalou Stalker nennen sollen. Aber er war eben ein K-Wurf. Er verfolgt mich wirklich so stark, dass sich die anderen Familienmitglieder teilweise vernachlässigt fühlen. Vom Hund!

Haben Sie ein Lieblingstier und was bewundern Sie daran?

Das Chamäleon. Es passt sich allen Lebenssituationen perfekt an. Es wechselt den Look, ohne sich ständig umziehen zu müssen.

Worüber kann man mit Ihnen nicht reden?

Über das Leben nach dem Tod. Da habe ich einfach zu wenig Erfahrung.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag lang tauschen?

Carl Elsener von Victorinox. Ich würde gerne noch mehr über die Produktion von Messern lernen.

Mit wem würden Sie gerne einmal eine Flasche Wein trinken?

Eine Runde mit Clint Eastwood, Robert de Niro, John Malkovich und Jeff Bridges. Ich möchte wissen, ob die auch privat so coole Dudes sind. Wobei ich dann wohl lieber einen Whisky trinken würde.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Schauspieler. Ich kann nicht aus meiner Haut herauskommen.

Was möchten Sie unter allen Umständen in diesem Leben noch machen?

Zweimal um die Welt reisen. Einmal von Norden nach Süden und einmal von Osten nach Westen.

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

«Gibt es ein Leben vor dem Tod?» Das ist übrigens auch der Titel meines seit 20 Jahren nie angefangenen Buches.

Wer soll Ihre Rolle spielen?

Jeff Bridges oder John Malkovich.

Andy Hostettler hält ein echtes Panorama Knife in der Hand. (Bild: Donato Caspari)

Andy Hostettler hält ein echtes Panorama Knife in der Hand. (Bild: Donato Caspari)

Sie sind kein Vegetarier, weil …

... mir Fleisch schmeckt. Ich befürworte die Strategie, weniger davon zu essen und auf faire Produktion zu achten. Ich bin auch bereit, dafür mehr zu bezahlen. Um missionarische, militante, intolerante Veganer mache ich lieber einen Bogen.

Was finden Sie an sich gut?

Ich kann über mich selber lachen. Manchmal bin ich sogar der Einzige, der mich lustig findet.

Was würde Ihre Mutter über Sie sagen?

Leider ist sie schon vor 22 Jahren verstorben und hat ein paar wichtige Momente in meinem Leben verpasst. Aber sie würde mir bei allem, was ich so tue, den Rücken stärken. Nicht ohne Angst, dass ich es versaue. Trotzdem würde sie mich schelten, wenn ich es nicht probieren würde. Und wenn es in die Hose ginge würde sie sagen: «Henu – denn machsch halt öppis anders.»

Freunde kennen Sie als …

... Hoschi, Andy, Res. Meine Mutter nannte mich Müggeli und hat mir auch Ansichtskarten ins Militär geschickt mit diesem Namen drauf ... Sie können sich ja vorstellen, wie mir das gefallen hat. Herr Messerli höre ich nun auch hin und wieder – nur Leonardo nennt mich noch niemand.

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrem Vater?

Den Antrieb, immer etwas Neues machen zu wollen.

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter?

Die Neugierde und die Kreativität – sie hatte Reklame- und Modezeichnerin gelernt und war von den 70er- bis in die 90er-Jahren eine sehr erfolgreiche Malerin. Von beiden Eltern habe ich gelernt, aus wenig viel zu machen und dabei immer sehr authentisch zu ­bleiben.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Ich will keinen Grabstein. Meine Liebsten sollen sich an dem Ort mit mir beschäftigen, den sie am stärksten mit mir verbinden. Aber wer nach meinem Tod zum Himmel schaut, wird in den Wolken einen Like-Button erkennen können. Versprochen.

Zur Person

Andy Hostettler hatte die Idee, Messerklingen mit Bergpanoramen zu versehen. Mit seiner Frau Marie-Anne hat er diese Idee 2012 unter dem Namen Panorama-Knife auf den Markt gebracht. Sie haben vor sieben Jahren das Hotel Ermatinger­hof übernommen. Aktuell steht es wieder zum Verkauf, weil sich die Hostettlers auf das Messergeschäft konzentrieren wollen.

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