Unter einer alten Eiche oberhalb von Kreuzlingen soll ein Findling schweben

In der Nähe des Schrofenhofs wird zum fünften Mal Kunst im öffentlichen Raum installiert. Die Jury hat sich für den Vorschlag von Eva Pisana und Kerstin Kubalek entschieden.

Nicole D'Orazio
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Sie sitzen, wo der Findling hinkommen soll: Die Künstlerinnen Kerstin Kubalek und Eva Pisana mit Landbesitzer Klemenz Somm. (Bild: Andrea Stalder)

Sie sitzen, wo der Findling hinkommen soll: Die Künstlerinnen Kerstin Kubalek und Eva Pisana mit Landbesitzer Klemenz Somm. (Bild: Andrea Stalder)

Die Bank unter der alten Eiche ist ein lauschiges Plätzchen. Von hier, unterhalb des Schrofenhofs, hat man eine tolle Aussicht. Bald sollen Kunstinteressierte hierher spazieren. Zum fünften Mal will die Stadt Kreuzlingen Kunst im öffentlichen Raum realisieren und hat Anfang Jahr eine entsprechende Ausschreibung publiziert. Die Parzelle von Klemenz Somm wurde als Standort ausgesucht.

«Das ist ein besonderer Ort», sagt Bernard Roth, Architekt und Vorsitzender der siebenköpfigen Jury, an der Medieninformation am Montag. «Wir erhoffen uns, dass die Kreuzlinger das schöne Gebiet erkunden.»

Gewonnen hat das Projekt «Findling schwebend!» von Eva Pisana und Kerstin Kubalek. Sie planen einen Kunstfelsen, der schwebt. Auf diesem liegt ein Tuch, gegossen aus Bronze. «Wir haben bei der Jurierung lange Diskussionen geführt. Sechs Projekte waren in der engeren Auswahl. Am Schluss fiel die Entscheidung aber einstimmig», sagt Roth.

Installation geht auf die Geschichte des Ortes ein

Das Projekt gehe auf diverse Aspekte des Ortes ein, was die Jury schätze, erklärt Roth. «Der Findling nimmt Bezug auf die geologische Geschichte. Dann auf die Heilquellen, die früher genutzt wurden, und schliesslich das Schloss, das im 19. Jahrhundert hier stand.»

«Die Herausforderung war, die Geschichte verständlich in einem Objekt darzustellen»

sagt Kerstin Kubalek. «Auch das Meditative dieses Kraftortes soll spürbar sein.» Der Stein soll sich in die Natur einpassen, ergänzt Eva Pisana. «Und das Tuch könnte jemand auf dem Weg zur Quelle oder zum Schloss hier abgelegt haben.» Die Koordinaten des Findlings werden zudem fürs Geocaching, eine moderne Schnitzeljagd mit GPS-Geräten, erfasst. «Das soll Junge anlocken», sagt Kubalek.

So stellen sich die beiden Künstlerinnen den schwebenden Findling vor. (Bild: PD)

So stellen sich die beiden Künstlerinnen den schwebenden Findling vor. (Bild: PD)

Auf die Ausschreibung waren 34 Vorschläge eingereicht worden. Für die Realisierung des Siegerprojektes stehen 22'000 Franken zur Verfügung. Auf Rang 2 kam «Portal» von Veronika Dierauer, Rang 3 ging an «Dorado» von Pierrette Gnädinger. Beide erhalten 500 Franken. Als Vierter verpasste eine Prämierung «Landsitz» von Philippe Glatz und Matthias Bildstein.

Stadträtin Dorena Raggenbass hofft, dass der Findling im Herbst installiert werden kann. Neben dem normalen Baugesuchsverfahren müsse auch der Kanton sein Einverständnis geben, da sich der Standort ausserhalb der Bauzone befindet, erklärt Bernard Roth.

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Nicole D’orazio