Unsüsses «pièce de résistance» beim Businesslunch der Amriswiler Gewerbler

Brigadier Heinz Niederberger warb beim Businesslunch der Gewerbler im Schloss Hagenwil um Verständnis für das Milizsystem.

Manuel Nagel
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Brigadier Heinz Niederberger referiert am GVA-Businesslunch im Wasserschloss. (Bild: Manuel Nagel)

Brigadier Heinz Niederberger referiert am GVA-Businesslunch im Wasserschloss. (Bild: Manuel Nagel)

«Welcher Gewerbler hat sich nicht auch schon aufgeregt, wenn einer der Mitarbeiter ins Militär musste», sagte Gewerbevereinspräsident Christoph Roth, als er Brigadier Heinz Niederberger, den Referenten des gestrigen Businesslunchs, ankündigte. Zuvor tauschten sich die mehr als 40 Mitglieder des Gewerbevereins bei Spätzli und Geschnetzeltem im Mostkeller des Schlosses Hagenwil aus. Referent Niederberger bezeichnete sich anschliessend als «pièce de résistance», als nicht süsses Dessert nach diesem feinen Zmittag.

Ausländische Chefs kennen Vorzüge nicht

Der Brigadier versuchte in seinem halbstündigen Vortrag bei den Amriswiler Unternehmern Verständnis zu wecken, dass Mitarbeiter hin und wieder abwesend seien. Dies sei ein wesentlicher Teil des Milizsystems. Zwar müsse man Investitionen tätigen, nämlich die Abwesenheit der Mitarbeiter. Niederberger rechnete vor, dass jährlich von den mehr als 100000 Soldaten rund 5,5 Millionen Diensttage geleistet werden. Doch man bekomme dafür auch einen Mehrwert. «Viele ausländische Chefs kennen diese Vorzüge nicht und schauen nur auf die Abwesenheiten der Arbeitnehmer», sagte Niederberger. Und diese hätten dann weniger Chancen.

Ausbildungsgutschrift für Sprachschule

Der Ausbildner des Militärs, der in Neukirch Egnach wohnhaft ist, zeigte auf, dass die in der Armee erworbene Führungskompetenz auch im Berufsleben nützlich sei. Es sei unbestritten, dass ein 20-Jähriger profitiere, wenn er plötzlich die Verantwortung für 40 Menschen trage. Auch habe die Armee hinzugelernt. «Wir sind besser geworden», sagte der Brigadier. Man stelle nun Testate aus, welche die Führungsausbildung bestätigen. Und die Jungen erhielten auch eine zusätzliche Ausbildungsgutschrift von 300 bis 600 Franken pro Woche. «Wir finanzieren ihnen keine Reise nach Australien, aber vielleicht die Sprachschule dort», sagte Heinz Niederberger.

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