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Geht ein Feuerteufel um? Unheimliche Brandserie verunsichert Einwohner von Bürglen

In der Gemeinde Bürglen hat es innerhalb eines Monats fünf Mal gebrannt. Verletzt wurde niemand, trotzdem wächst die Angst, ein Feuerteufel treibe sein Unwesen. Vier der Brände liegen im Umkreis von wenigen hundert Metern.
Mario Testa
Die Feuerwehrkommandanten Stefan Jünger (Weinfelden) und Roger Küng (Bürglen) verfolgen die Löscharbeiten im Lorze-Areal. (Bild: Mario Testa)

Die Feuerwehrkommandanten Stefan Jünger (Weinfelden) und Roger Küng (Bürglen) verfolgen die Löscharbeiten im Lorze-Areal. (Bild: Mario Testa)

In der Nacht auf Dienstag ist im Lorze-Areal ein Brand in einem Gewerbebetrieb ausgebrochen. «Wir wurden kurz nach 3 Uhr alarmiert und rückten sofort zur Brandstelle aus. Da stand das Gebäude bereits in Vollbrand», sagt der Bürgler Feuerwehrkommandant Roger Küng. Dank dem raschen Löschen mit einem Aufgebot von 40 bis 50 Feuerwehrleuten aus Bürglen und dem Zuzug der Stützpunktfeuerwehr Weinfelden mit nochmals so vielen Einsatzkräften konnte ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Gebäude verhindert werden. Auch der Lösch- und Rettungszug der SBB aus St. Gallen kam zum Einsatz.

Im Verlauf des Vormittags waren die Einsatzkräfte noch damit beschäftigt, letzte Glutnester zu löschen und die verbrannten Gebäudeteile wegzuschaffen. «Wenn die Bürgler Kollegen nicht so schnell ausgerückt wären und so effizient gelöscht hätten, hätte sich der Brand auf die angebauten Gebäude ausbreiten können», sagt der Weinfelder Feuerwehrkommandant Stefan Jünger. Die Brandursache ist laut einer Mitteilung der Polizei noch unklar.

Ist ein Feuerteufel am Werk?

Der Brand vom Dienstagmorgen ist der grösste in einer Serie von Bränden in jüngster Zeit in Bürglen. Innerhalb eines Monats hat es im selben Quartier schon viermal gebrannt, in der Nacht auf Sonntag brannte ein Motorrad auch in einem weiteren Quartier von Bürglen. Zuvor wurden ein ToiToi, ein Motorrad und der Waldkindergarten Opfer der Flammen. «Das Ganze ist beunruhigend», sagt Gemeindepräsident Erich Baumann. «Ich werde häufig auf diese Brandserie angesprochen. Ich stehe im Kontakt mit der Polizei und werde mich auch bei der Staatsanwaltschaft erkundigen.»

Innert weniger Wochen hat es in Bürglen fünfmal gebrannt. Die Polizei geht in den meisten Fällen von Brandstiftung aus.

Erich Baumann mahnt zur Besonnenheit. «Wir sollten jetzt nicht in Panik verfallen. Dennoch fordere ich die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf», sagt der Gemeindepräsident. Er habe auch die Werkhofmitarbeiter aufgefordert, wachsam zu sein und allfällige gescheiterte Brandversuche zu melden. Wie weit sich die Brandserie jedoch nur auf Bürglen beschränke, könne er nicht sagen, da es auch in den benachbarten Gemeinden Sulgen und Erlen zu ähnlichen Bränden gekommen sei. «Es ist schwierig zu beurteilen, ob es ein lokales oder ein regionales Ereignis ist.»

Zeugenaufruf der Polizei

Beim aktuellen Brandfall im Lorze-Areal gingen die Brandermittler davon aus, dass der Brand im Gebäude ausgebrochen sei, sagt Baumann. «Ich habe das in der Nacht als erstes gefragt. Aber es heisst nicht viel, zumal ein Brandstifter sich auch Zugang zur Liegenschaft hätte verschaffen können, wenn er beispielsweise eine Scheibe eingeworfen hätte», sagt Baumann. Sein Gemeinderatskollege Franz Huber sei in der Nacht extra die Bädlistrasse entlang gefahren um zu schauen, ob irgend eine auffällige Person den Brand beobachtet. «Wenn es sich wirklich um einen Brandstifter handelt, will der ja auch sein Werk, also das Feuer sehen. Aber Franz hat keinen Verdächtigen entdeckt.»

Beim Eintreffen der Feuerwehr und Polizei standen zwei Gebäude im Vollbrand. (Bild: Kapo Thurgau)

Beim Eintreffen der Feuerwehr und Polizei standen zwei Gebäude im Vollbrand. (Bild: Kapo Thurgau)

Die Kantonspolizei Thurgau teilt mit, dass beim Brand im Lorze-Areal niemand verletzt wurde. Es entstand Sachschaden von mehreren Hundertausend Franken. Da Löschwasser ins Erdreich gelangte, kam ein Funktionär des Amtes für Umwelt vor Ort. Zur Spurensicherung und Klärung der Brandursache standen der Brandermittlungsdienst und der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Thurgau sowie ein Elektrosachverständiger im Einsatz.

Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Angaben zum Brand machen kann oder Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kantonspolizeiposten Weinfelden unter der Telefonnummer 058 345 25 00 zu melden.

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