Unerwartetes Treffen am Hochzeitstag

Am Frauenfrühstückstreffen sprach Silvio Spadin-Gygax zum Thema «Vom Umgang mit der Angst». Der christliche Lebensberater gab Denkanstösse, um damit umzugehen.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Der freischaffende Pfarrer Silvio Spadin-Gygax (in der Mitte) freut sich über die Begegnung mit dem Ehepaar Erika und Kurt Widmeier, das er vor 21 Jahren getraut hat. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Der freischaffende Pfarrer Silvio Spadin-Gygax (in der Mitte) freut sich über die Begegnung mit dem Ehepaar Erika und Kurt Widmeier, das er vor 21 Jahren getraut hat. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Zum traditionellen Frauenfrühstückstreffen lud ein Frauenteam der evangelischen und katholischen Kirchgemeinde, der Heilsarmee sowie der Chrischona. Rund 100 Besucherinnen aller Altersgruppen und Konfessionen trafen sich am Mittwoch im evangelischen Kirchgemeindehaus. Nach einem reichhaltigen Frühstück sprach Silvio Spadin-Gygax aus Thayngen/SH zum Thema «Vom Umgang mit der Angst».

Der freischaffende Pfarrer sowie Lebens- und Eheberater zeigte auf, wie ungesunde Ängste erkannt werden, und wie man mit ihnen umzugehen lernt. Silvio Spadin-Gygax erzählte zudem von seinen persönlichen Lebenserfahrungen mit Gott.

Angst ist nicht gleich Angst

Angst zu haben, sei ein Grundelement des menschlichen Lebens. «Doch Angst ist nicht gleich Angst», sagte der Referent. Es gäbe eine gesunde sowie eine krankmachende Angst. Die gesunde Angst sei ein Warnsignal in einer gefährlichen Situation. Bedrohlich oder krankmachend können hingegen Zukunfts-, Alters-, Todes- oder Verlustängste sein. Die Angst signalisiere häufig eine Beziehungsstörung. «Die Angst, anderen Menschen unterlegen zu sein – die Angst, nicht geliebt zu werden – die Angst, eingeengt zu sein», gab Silvio Spadin-Gygax zu bedenken.

Formen und Auswirkungen der Angst können unter anderem Eifersucht, Misstrauen, Schüchternheit, Prahlsucht und Lügen sein. Angst sei eine unbewusste Strategie, etwas zu erreichen oder zu vermeiden. Symptome krankmachender Angst seien beispielsweise Atemnot, Druckgefühl im Brustraum, Schweissausbrüche sowie Übelkeit und Erbrechen.

Angst als solche erkennen und nicht verdrängen

Silvio Spadin-Gygax betonte, dass es wichtig sei, die Angst als solche zu erkennen und nicht zu verdrängen. Zudem sei es aufschlussreich wahrzunehmen, was die Seele überhaupt mit der Angst erreichen will. Der Referent empfahl, die Angst im Gebet vor Gott zu bringen und die Angst mit Worten aus der Bibel zu ersetzen. Seine Schlussgedanken lauteten: «Wenn wir eine Beziehung zu Gott haben, gehört unser ganzes Leben mit allen Ängsten ihm. Ihm gehört auch unsere letzte Stunde. Darum brauchen wir die nächste Minute nicht mehr zu fürchten.»

Erika Widmeier-Boss hatte das diesjährige Frauenfrühstückstreffen zusammen mit ihrem Mann Kurt besucht. «Für uns ist heute ein ganz besonderer Tag. Vor genau 21 Jahren – am 6. März 1998 – hat uns Pfarrer Silvio Spadin-Gygax in der evangelischen Kirche in Uttwil getraut», erzählte die Amriswilerin mit leuchtenden Augen. Musikalisch umrahmt wurde das Treffen mit stimmungsvollen Klavierklängen von Dagmar Grigarová.

AMRISWIL: Grenzen in die Augen schauen

Die freischaffende Theologin Simea Schwab war Referentin am Frauenfrühstückstreffen. Über 100 Besucherinnen waren gekommen.
Amriswil@thurgauerzeitung.ch