Und jährlich grüsst das Murmeltier, wenn die Stadt Amriswil ihre Rechnung präsentiert

Die Stadt Amriswil schliesst über zwei Millionen besser ab als budgetiert. Sie schreibt für 2019 einen Ertragsüberschuss von 1,68 Millionen Franken. Und dieser Gewinn wäre noch grösser, hätte man nicht noch eine Million in die Vorfinanzierung für die geplante Werkhofsanierung gesteckt.

Manuel Nagel
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Finanzverwalter Thomas Grimm (m.) und Stadtpräsident Gabriel Macedo (r.) haben gut lachen.

Finanzverwalter Thomas Grimm (m.) und Stadtpräsident Gabriel Macedo (r.) haben gut lachen.

(Bild: Manuel Nagel, 4. November 2019)

Die Amriswiler müssen sich wohl wie im Film «Und täglich grüsst das Murmeltier» fühlen, in dem sich eine Handlung jeden Tag aufs Neue wiederholt. Im Falle des Rechnungsergebnisses der Stadt Amriswil wiederholt es sich ebenfalls – einfach jährlich: Im November verkündet die Stadt ein Minus, im folgenden April resultiert aber dank unerwarteter Steuereinnahmen ein dickes Plus.

Das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Bei der Budgetvorstellung am 5. November 2018 rechnete die Stadt für 2019 mit einem moderaten Defizit von 370'000 Franken. Nun sind die Zahlen auf dem Tisch: Amriswil kann einen satten Gewinn von 1'683'484 Franken verbuchen. Das sind mehr als zwei Millionen Differenz zum Budget. Und hätte man nicht noch eine weitere Million als Vorfinanzierung in die geplante Werkhofsanierung gesteckt, so wären es gar drei Millionen Unterschied.

Mehr Einwohner, mehr Steuereinnahmen

«Dies ist sehr erfreulich und konnte in diesem Ausmass nicht erahnt werden», heisst es in der Medienmitteilung der Stadt. Als Gründe für das positive Ergebnis werden insbesondere die Steuereinnahmen aufgeführt, die rund 1,27 Millionen Franken über den budgetierten 15 Millionen liegen. Das hat auch mit dem überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstum im vergangenen Jahr zu tun. Amriswil wuchs um 285 Personen auf 13'745 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand Ende 2019). Auch die Steuerkraft pro Einwohner stieg auf 1874 Franken. «Zum guten Ergebnis beigetragen haben aber auch die allgemeinen Sparbemühungen und viele kleinere Positionen», sagt Stadtschreiber Roland Huser.

Die 1,7 Millionen Franken Gewinn möchte die Stadt dem Eigenkapital zuweisen. Dieses würde damit auf etwa 9,6 Millionen ansteigen. Trotzdem warnt die Stadt, dass der finanzielle Spielraum die nächsten Jahre enger werde, weil mit der neuen Sportinfrastruktur, der Stadthauserweiterung sowie den geplanten Projekten wie Werkhof, Bahnhofplatz und neue Alterswohnungen die kommenden Rechnungen belastet werden.

APZ und ASA mit Gewinn

Die Jahresrechnungen des Alters- und Pflegezentrums (APZ) und der Alterswohnungen (ASA) schliessen ebenfalls positiv ab. Das APZ war zu 96,7 Prozent belegt und erzielt bei Einnahmen von 13'925'054 Franken einen Ertragsüberschuss von 419'689 Franken – budgetiert waren 219'000 Franken. Bei den 66 Alterswohnungen waren Ende 2019 alle vermietet. Die Rechnung schliesst bei Erträgen von 1'330'346 Franken mit einem Gewinn von 174'662 Franken bei budgetierten 245'000 Franken ab. (man)

Hinweis
Da die Abstimmung vom 17. Mai verschoben wurde, ist noch unklar, wann über die Rechnung 2019 abgestimmt werden kann.