Swiss League
Neuer Schwede, neues Glück? Beim HC Thurgau herrscht nicht nur wegen der Verpflichtung von Rickard Palmberg Zuversicht

Der HC Thurgau komplettiert sein Ausländerduo mit dem Schweden Rickard Palmberg. In seiner Heimat verzückte der 32-Jährige schon so manchen Eishockey-Kommentator. In der Schweiz ist er allerdings noch ein unbeschriebenes Blatt. Er wird beim HCT auf eine Equipe treffen, die bestens gelaunt und vor allem ehrgeizig ist, wie Captain Patrick Parati anlässlich des ersten Eistrainings sagt.

Matthias Hafen
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Jason Fritsche (vorne) und Fabio Hollenstein betreten als Erste das Eis.

Jason Fritsche (vorne) und Fabio Hollenstein betreten als Erste das Eis.

Mario Gaccioli

Es ist also doch ein Schwede. Der HC Thurgau besetzt seine zweite Ausländerposition mit Rickard Palmberg. Dies wurde anlässlich des ersten Eistrainings des HCT am Montag bekannt. Der 32-jährige, ausserhalb von Schweden weitgehend unbekannte Stürmer stösst von Oskarshamn aus der höchsten schwedischen Liga zum Swiss-League-Klub aus Weinfelden. Zuvor hatte Palmberg auch kurz für Zlin in Tschechien und Belfast in der britischen Eliteliga gespielt. Seinen Torriecher bewies der nur 1,80 m grosse und 77 kg schwere Palmberg primär dann, wenn er in Schwedens zweit- und dritthöchster Liga spielte. Zwischen 2009 und 2015 resultierten für ihn regelmässig mehr als ein Skorerpunkt pro Spiel im Durchschnitt.

Oh, jesses! Wie Rickard Palmberg regelmässig die schwedischen Kommentatoren verzückt.

Hockey Production

Dem Offensiv-Center, der auch als Flügel eingesetzt werden kann, wird ein hervorragendes Stickhandling, Kreativität und gute schlittschuhläuferische Fähigkeit nachgesagt. Hingegen bemängeln die Scouts seine geringe Körpergrösse. Palmberg wird mit dem erst 23-jährigen Kanadier Jonathan Ang Thurgaus Ausländerduo 2021/22 bilden.

Ang und Palmberg sollen am Mittwoch ankommen

Doch nicht nur wegen der Verpflichtung von Palmberg herrschte im ersten Eistraining des HC Thurgau gute Stimmung. Die Rückkehr der Mannschaft aufs Eis war ein echter Hingucker. Auf dem Rücken der Trainingsleibchen prangt nicht mehr der schwarze Name des Ausrüsters, sondern das farbige Logo des HCT-Fanclubs East-Amigos. Dieser feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen und sponserte deshalb die Trikots fürs Training.

Den rund 50 Zaungästen in der Weinfelder Güttingersreuti präsentierte sich der HC Thurgau am Montagmittag fast komplett. Einzig die beiden Ausländer Ang und Palmberg fehlten im ersten Eistraining. Der Kanadier und der Schwede werden am Mittwoch im Thurgau erwartet.

Blickfang auf dem Rücken: Der HCT-Fanclub East-Amigos sponsert die Trainingsleibchen des HC Thurgau.

Blickfang auf dem Rücken: Der HCT-Fanclub East-Amigos sponsert die Trainingsleibchen des HC Thurgau.

Mario Gaccioli

Captain Parati spürt grossen Ehrgeiz im Team

Die Stimmung beim ersten Eiskontakt seit dem 28. März und dem Viertelfinal-Aus im Playoff gegen Langenthal war konzentriert, aber sichtlich locker. Das hängt gemäss Patrick Parati vor allem mit einer Tatsache zusammen: «Die Aussicht, bald wieder vor Zuschauern spielen zu können, hat einen positiven Einfluss.» Auch wenn die Coronapandemie noch nicht vorbei sei, fühle sich die Saisonvorbereitung unbeschwerter an als noch vor einem Jahr, so Parati. Der 35-jährige Captain, der in seine siebte Saison mit dem HCT steigt, konnte aufgrund der zahlreichen Abgänge und Zuzüge einmal mehr viele neue Gesichter begrüssen.

«Insgesamt haben wir einen interessanten Mix aus Erfahrenen und Jungen. Ich habe auch dieses Jahr das Gefühl, dass sich etwas Gutes entwickeln kann.» Der HC Thurgau 2021/22 sei eine sehr ehrgeizige Truppe, so Parati. «Die wahre Identität eines Teams entwickelt sich natürlich erst mit den Spielen.» Am Freitag bestreitet der HCT seine erste Testpartie. Um 20 Uhr empfängt er den EHC Basel aus der MySports League. Einlass gibt es ausschliesslich mit gültigem Covid-Zertifikat.

Die beiden Zuzüge Daniel Woger (links) und Kevin Kühni diskutieren eine taktische Variante.

Die beiden Zuzüge Daniel Woger (links) und Kevin Kühni diskutieren eine taktische Variante.

Mario Gaccioli

Zuzug Woger lobt den Kraftraum und den Zusammenhalt

Für Daniel Woger ist bei Thurgau vieles neu. Der 33-jährige Österreicher mit Schweizer Lizenz spielte als Profi ausschliesslich in seiner Heimat – bei Innsbruck, Wien, Graz, Linz und zuletzt Dornbirn. Das Stadion des HCT sei klein aber fein, das Drumherum topprofessionell. «Ich habe zum Beispiel noch selten so einen guten Kraftraum gesehen», lobt der mehrfache A-WM-Teilnehmer. Das Team imponiere ihm. «Wir haben jetzt schon einen guten Zusammenhalt.» Die Meisterschaft beginnt für den HC Thurgau am Freitag, 10. September, auswärts gegen den EHC Winterthur.

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