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Unappetitliches Geschenk: Die Egnacher möchten den Roggwilern ein Quellgebiet mit schlechtem Wasser abtreten

Es ist mit Herbiziden belastet und enthält viele Bakterien. Trotzdem haben die Roggwiler wiederholt in der Nachbargemeinde angeklopft. Was sie mit dem Wasser machen wollen, bleibt ihr Geheimnis.
Markus Schoch
Das Wasser aus den Quellen im Heutobel ist von schlechter Qualität und wird deshalb seit Jahren nicht mehr verwendet. (Bild: Getty)

Das Wasser aus den Quellen im Heutobel ist von schlechter Qualität und wird deshalb seit Jahren nicht mehr verwendet. (Bild: Getty)

Wer dieses Wasser trinkt, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit krank. Durchfall ist so gut wie sicher. Es enthält so viele E-Coli-Bakterien und Enterokokken, dass sich der Wert gar nicht mehr messen lässt. Auch die Konzentration des seit 2012 verbotenen und in der Umwelt langsam abbaubaren Herbizids Atrazin übersteigt den zulässigen Höchstwert um ein Vielfaches, wie Messungen vor sechs Jahren gezeigt haben.

Das Wasser vom Heutobel gleich unter der Bahnlinie zwischen Watt und Freidorf kommt deshalb seit 2013 in kein Glas mehr. Der Kanton hat die betreffenden Quellen gesperrt, aus denen es einst gefasst wurde. Die Wasserversorgung Egnach hat sie im gleichen Jahr vom Netz getrennt.

Infrastruktur teilweise in desolatem Zustand

Der Zustand der Infrastruktur im Heutobel ist nach Angaben der Gemeinde fast ebenso schlecht wie derjenige des Wassers. Die Fassungen müssten alle saniert werden. Eine Brunnenstube ist ins Bachtobel abgerutscht, und die Ableitungen liegen frei. Die Deckel sind weder abschliessbar noch gegen das Eindringen von Oberflächenwasser geschützt.

Die Anlagen wieder in Schuss zu bringen, wäre sehr teuer. Die genauen Kosten sind zwar nicht bekannt. Gemeindepräsident Stephan Tobler als Präsident der örtlichen Wasserkommission würde sich aber nicht wundern, wenn ein sechsstelliger Betrag dafür aufgewendet werden müsste.

Gemeinderat will Quellen abtreten

Selbst für die Versorgung der Gemeinde mit Trinkwasser in Notlagen kommen die Quellen im Heutobel nicht in Frage. Sie liegen ungünstig – ausserhalb der eigenen Gemeindegrenzen auf Roggwiler Gebiet. Der Ertrag ist mit 30 Liter/Minute zudem gering. Kommt hinzu, dass die Leitung zum weit ab vom Schuss liegenden Reservoir in Esserswil 1,2 Kilometer lang ist, und wo sie verläuft, ist unklar. Auch in welchem Zustand sie sich befindet, weiss man nicht genau, sagt die Gemeinde.

Und trotz alledem hat die Wasserkorporation Roggwil-Stachen die Egnacher mehrfach angefragt, ob sie die Quellen im Heutobel übernehmen kann, heisst es in den neuesten Mitteilungen der Gemeinde Egnach. Dessen Gemeinderat hat dem Drängen jetzt nachgegeben und entschieden, sie an die Nachbargemeinde abzutreten. «Wir haben in den nächsten Jahrzehnten sicher keine Verwendung dafür», sagt Gemeindepräsident Tobler. Zahlen müssen die Roggwiler nichts.

Korporationspräsident gibt keinen Kommentar ab

Die Frage drängt sich auf: Warum möchten die Roggwiler das schlechte Wasser? Die Beteiligten bleiben die Antwort schuldig. Der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler kennt sie nicht. Und Hansueli Walser, der Präsident der Wasserkorporation Roggwil-Stachen, gibt auf Anfrage keinen Kommentar ab. Er habe erst vor wenigen Tagen eine Mitteilung mit drei Sätzen aus Egnach zum Entscheid des Gemeinderates erhalten. Der Vorstand der Wasserkorporation habe noch nichts entschieden.

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