Umfrage bei Thurgauer Gemeinden und Unternehmen bestätigt: Homeoffice light wird bleiben

Der Verein Smarter Thurgau hat Unternehmen und Gemeinden zu ihren Erfahrungen mit Homeoffice in der Coronazeit befragt. Das Resultat: Die Arbeit in den eigenen vier Wänden bietet Chancen, aber auch Gefahren.

Sebastian Keller
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Bild: Christian Beutler / KEYSTONE

Befragung Arbeiten zwischen Windeln und Weichspüler: Im Frühling war wegen Corona Homeoffice für viele Büromenschen plötzlich Alltag. Der Verein Smarter Thurgau hat vier Unternehmen und acht Thurgauer Gemeinden zu ihren Erfahrungen mit dieser Arbeitsform befragt. Darüber berichtet der Verein auf seiner Website.

Besonders Arbeiten, die höhere Konzentration fordern und selbstständig ausgeführt werden können, seien gut für Homeoffice geeignet. Beispielsweise administrative, projektspezifische und strategische Tätigkeiten. Die befragten Organisationen finden, dass Arbeiten von zu Hause zu Effizienzsteigerung führen kann, «da oft besser organisiert und strukturiert gearbeitet» werde.

Als weiterer Vorteil wird die grössere Flexibilität für die Mitarbeiter erwähnt. Wie Gemeinden und Unternehmen zudem betonen, seien Digitalisierungsbestrebungen durch das angeordnete Homeoffice befeuert worden. Bei Mitarbeitern würden sie nun auf breitere Akzeptanz stossen.

Die Umfrage fördert auch Risiken und Schwächen zutage: So müssen die Kommunikationswege wegen der räumlichen Distanz besser koordiniert werden.

«Spontanität gestaltet sich eher schwierig.»

Auch Fragen werden aufgeworfen: Wie soll die Postverteilung organisiert werden?

Smarter Thurgau schlussfolgert, dass diese Arbeitsform Bestand haben werde – in einer Mischform. Damit liesse sich Zufriedenheit, Kreativität, Effizienz und das Vertrauensverhältnis der Angestellten verbessern. Ein Gemeindepräsident spricht sich exemplarisch gegen totale Heimarbeit aus. Die meisten Mitarbeiter würden nicht mehr in ihrer Arbeitsgemeinde wohnen. «Wenn sie nun auch die Arbeit von zu Hause aus erledigen können, geht die Verbindung zum Dorfleben allenfalls ganz verloren.»

Homeoffice ist auch Thema der diesjährigen Sonderveranstaltung des Thurgauer Technologieforums. Am Donnerstag, 12. November, findet die Hybrid-Veranstaltung statt. Es spricht beispielsweise Danny Schweingruber als Leiter Office Akademie bei Witzig The Office Company. Eine Teilnahme ist auf zweierlei Arten möglich: Vor Ort im TKB-Betriebszentrum in Weinfelden oder via Livestream im Internet.