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Umfahrung Kreuzlingen: Wildübergänge kosten Millionen

Der Stadtrat hofft, dass der Kanton die Finanzierung der Spange Bätershausen übernimmt. Allerdings setzt er sich für zwei grosszügige Überdeckungen ein – und ist bereit, dafür tief ins Portemonnaie zu langen.
Martina Eggenberger Lenz

Eine südliche Umfahrung der Stadt ist in Kreuzlingen seit Jahren ein Thema. Gemäss früheren Zeitplänen müsste sie längst realisiert sein. Doch rollen auch heute noch alle Autos durch die Stadt. Das stört Alexander Salzmann. Der FDP-Gemeinderat hat deshalb im Oktober letzten Jahres eine schriftliche Anfrage zum Thema eingereicht. Aus dieser geht der aktuelle Entwicklungsstand des Strassenprojekts hervor.

Der Stadtrat setzt sich dafür ein, dass die Spange Bätershausen als Teil der Oberland­strasse betrachtet wird – und nicht mehr als isoliertes Projekt. Im aktuellen Richtplan der Stadt wird die Spange Bätershausen denn auch nicht mehr als «Festsetzung», sondern nur noch als «Zwischenergebnis» aufgeführt. Sie hat somit den gleichen Status wie die Oberlandstrasse.

Als Teil der Oberlandstrasse kommt die Spange billiger

Dies zum einen aus dem Grund, dass der Stadtrat der Ansicht ist, dass die Entlastungswirkung einer Südumfahrung ohne Oberlandstrasse zu klein ist. «Im Gebiet um die Brunnenstrasse hätte es weniger Fahrzeuge, ja. Aber auf den Hauptverkehrsachsen unten in der Stadt wäre der Effekt zu gering», sagt der zuständige Stadtrat Ernst Zülle.

Stadtrat Ernst Zülle. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Stadtrat Ernst Zülle. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Zum anderen hat die Zusammenlegung der Spange Bätershausen mit der Oberlandstrasse für die Stadt den Vorteil, dass sie voraussichtlich weniger an den Strassenbau beisteuern muss. Momentan sind zwei Millionen Franken im Finanzplan vermerkt.

«Wir kämpfen jedoch dafür, dass der Kanton für diese Bauetappe der OLS bezahlt und auch bei dieser mit dem Bau beginnt.»

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die ganzheitliche Betrachtung Sinn ergibt. Vom Kanton habe man mittlerweile das Okay für das Vorgehen. Die Finanzierung sei noch nicht endverhandelt, erklärt Zülle.

Längere Wildübergänge fürs Volks-Ja

Ein Diskussionspunkt sind zwei mögliche Überdeckungen der tiefer gelegten Strasse. Kreuzlingen wünscht sich zwei grosszügige Übergänge. Einerseits für den Wildwechsel, andererseits, um den Zugang zum Naherholungsgebiet für die Bevölkerung zu sichern. Der Kanton schlägt aktuell lediglich eine 45 Meter lange Wildbrücke im Bereich der Wildsauenhütte vor.

Die Kreuzlinger sind der Ansicht, dass diese zu knapp bemessen ist. Um eine Mehrheit für das Projekt gewinnen zu können, sei eine Verlängerung der Überdeckung um 290 Meter nötig. Sehr wahrscheinlich müsste die Stadt aber hierfür die Kosten tragen. 10 Millionen Franken hat man im Finanzplan vorsorglich eingestellt. Und das ist noch nicht alles. Der Stadtrat ist nämlich der Meinung, dass es auch im Bereich der Schiessanlage Fohrenhölzli eine Überdeckung braucht. Die Kosten für diese 200 Meter betragen 8 Millionen Franken. Der Stadtrat werde sich beim Kanton dafür einsetzen, dass diese Mehrkosten nicht gänzlich von der Stadt getragen werden müssen.

Zweifel am Engagement des Stadtrates

Alexander Salzmann beurteilt die Antworten des Stadtrates als korrekt, aber unpolitisch. Leider erkenne er darin kein wirkliches Engagement. Insbesondere die mit zusammen auf 18 Millionen veranschlagten Überdeckungen sind dem FDP-Gemeinderat ein Dorn im Auge. «Der Stadtrat macht die Strasse so teuer wie möglich, dass sie sicher nie gebaut wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.»

FDP-Gemeinderat Alexander Salzmann. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

FDP-Gemeinderat Alexander Salzmann. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Ihm sei im Thurgau keine Kantonalstrasse bekannt, die für Wildwechsel auch nur annähernd solche Lösungen vorsehen würden. Die Verknüpfung der Spange mit der OLS sei aus finanzieller Sicht schon richtig. Doch Salzmann kritisiert, dass sich der Kreuzlinger Stadtrat nicht aktiver einbringt. Zum Beispiel engagiere sich dieser nicht, die kritischen südlichen Gemeinden ins Boot zu holen.

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