«Überzeugungsarbeit war nicht nötig»: Grüne Kreuzlingen wollen mit einer Petition Feuerwerke begrenzen – es wurden bereits 558 Unterschriften gesammelt

Die Petition für die Begrenzung von Feuerwerk der Grünen Bezirkspartei wurde von 558 Personen unterzeichnet. Angesichts der kurzen Sammlungsfrist während der Corona-Krise sind die Verantwortlichen zufrieden.

Kurt Peter
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Fantastical Kreuzlingen – das grösste Feuerwerk am Bodensee.

Fantastical Kreuzlingen – das grösste Feuerwerk am Bodensee.

Bild: Andrea Stalder (Kreuzlingen, 11. August 2019)

«Unser Anliegen trifft den Nerv vieler Menschen», sagt Brigitta Engeli, Präsidentin der Grünen des Bezirks Kreuzlingen. 558 Personen hätten die Petition «für eine Begrenzung von Feuerwerk» unterschrieben. Für die Petitionäre sei dies, aufgrund der kurzen und schweren Zeit, die zur Sammlung zu Verfügung gestanden habe, ein grosser Erfolg.

Brigitta Engeli, Präsidentin Grüne Bezirk Kreuzlingen

Brigitta Engeli, Präsidentin Grüne Bezirk Kreuzlingen

Bild: PD

Strassenaktionen habe es nur drei gegeben, wegen der Corona-Krise seien wenig Personen erschienen.

«Trotzdem: Wir waren überrascht, wie viele Menschen hinter dem Anliegen stehen und dieses mit ihrer Unterschrift unterstützen. Überzeugungsarbeit war nicht nötig.»

Ein breites Spektrum an Personen habe unterschrieben, «vor allem Tierhalter und solche, die sich wegen Lärm, Luftverschmutzung und Abfall gegen zu viel Feuerwerk aussprechen, darunter viele Landwirte».

Andere Parteien ins Boot holen

Ein breites Spektrum an Personen habe unterschrieben. Das Anliegen sei generationenübergreifend und über alle Parteigrenzen hinweg gut angekommen und die Kommentare auf der Petitions-Homepage sprächen eine klare Sprache: Aus den 180 Kommentaren sei klar geworden, dass die Sorge um Haus- und Wildtiere, Lärm und Luftverschmutzung überwiege. «Es wird beispielsweise aber auch auf Patienten im Kantonsspital Münsterlingen aufmerksam gemacht», erklärt Brigitta Engeli.

Die Petitionäre an der Pressekonferenz im Februar: Peter Dransfeld, Stefan Borkert, Edgar Kaeslin, Walter Lang , Brigitta Engeli, Jost Rüegg und Monika Bäriswyl.

Die Petitionäre an der Pressekonferenz im Februar: Peter Dransfeld, Stefan Borkert, Edgar Kaeslin, Walter Lang , Brigitta Engeli, Jost Rüegg und Monika Bäriswyl.

Bild: Donato Caspari (Kreuzlingen, 11. Februar 2020)

Die Teilnahme an dieser «Online-Diskussion» gehe weit über die Bezirksgrenzen und über den Kanton Thurgau hinaus und habe gar internationale Dimensionen erreicht. Die Grünen wollten jetzt die anderen Bezirksparteien mit ins Boot holen, führt die Präsidentin weiter aus.

Bis Ende Juni sei die Meinung der anderen Parteien zur Begrenzung von Feuerwerk auf Gemeindeebene gefragt. Sie sei zuversichtlich, dass das Anliegen breite Unterstützung finde. «Es geht ja nicht um ein Verbot, sondern auch um mögliche andere Lösungen, die Gemeinden können das frei entscheiden».

Lasershow statt Pyrotechnik

Nach der Kontaktaufnahme mit den anderen Bezirksparteien wolle das Komitee mit den Gemeinden das Gespräch aufnehmen, erklärt Brigitta Engeli. Interessant sei die Frage, ob in den Gemeinden schon Massnahmen zur Begrenzung von Feuerwerk ergriffen hätten oder dies in Planung sei.

Bis Ende September «wollen wir diese Umfrage abschliessen», sagte Brigitta Engeli. Danach werde das Komitee entscheiden, ob das Anliegen auch auf kantonaler Ebene unterbreitet werden solle.

«Wir suchen aber auch den Kontakt zu den grossen Detaillisten um ihnen die Petition nahe zu bringen». Die Hoffnung:

«Wir setzen auf weniger Angebot an Feuerwerk vor dem Nationalfeiertag und vor Silvester.»

Da das Kreuzlinger Fantastical dieses Jahr ausfalle, gebe es mehr Zeit, um mit dem Organisationskomitee über Alternativen zu diskutieren, meint Brigitta Engeli. «Lasershow statt Pyrotechnik wäre sicher auch attraktiv».

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